Die elektrifizierte Ford Transit Custom Hybrid-Familie

Bei einer Veranstaltung in Ismaning stellte Ford den Transit Custom Plug-in-Hybrid Elektric Vehicle (PHEV) und den Tourneo Custom Plug-in-Hybrid Elektric Vehicle (PHEV) vor. Somit bietet Ford als erster Automobilhersteller dieses Antriebsystem in Transportern in einer Ein-Tonnen-Nutzlastklasse an. Daneben stand der neue Ford Transit als ein modernes Nutzfahrzeug mit Mild-Hybrid-Antrieb (48-Vollt-Technologie) in einem Zwei-Tonnen-Nutzlast-Segment. Im Gegenzug zu anderen Wettbewerbern stellte Ford jedoch klar, dass seine Fahrzeugflotte auch in der Zukunft antriebsoffen (Benzin-und Dieselmotoren) produziert wird. Ich war auf meine erste Fahrt mit dem Transit Custem mit Plug-in-Hybrid Elektric Vehicle (PHEV) sehr gespannt.

Der Tourneo Custom Plug-in-Hybrid mit emissionsfreiem E-Antrieb

Der Tourneo Custom ist eine Großraum-Limousine (Nutzfahrzeugklasse) und mit dem PHEV eine Ford Modellneuheit. Die Großraum-Limousine mit acht Sitzplätzen ist für einen Verkaufspreis ab 71.900 Euro bereits bestellbar.

Der Tourneo Custom wird mit einem 1.0 I EcoBoost Benzinmotor PHEV mit 92 kW/ 126 PS und mit Automatikgetriebe angetrieben. Mit seinen Außenmaßen von 4.97 Meter Länge, 2 Meter Höhe und 2.27 Meter Breite sowie einem Radstand von 2.93 Meter ist er im Straßenverkehr kaum zu übersehen. Der Tourneo Custom wird mit Frontantrieb und einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h gefahren. Die Passagiere können im Konferenz-Format (sitzen in der zweiten und dritten Reihe gegenüber) gefahren werden. Somit bietet sich der Tourneo Custom sehr gut als Business-Shuttle an.

Die Besonderheit des Antriebsystems (PHEV)

Ein serielles Plug-in-Hybrid-Fahrzeug fährt mit zwei unterschiedlichen Antriebssystemen und über zwei unterschiedliche Energiespeicher (Verbrennungsmotor mit Tank und ein Elektroantrieb mit Batterie).

Ein Plug-in-Hybrid Elektric Vehicle (PHEV) fährt mit drei Antriebsaggregaten (Verbrennungsmotor-Generator-Elektromotor), die in Reihe geschaltet sind. Der Antriebsstrang besteht aus einem 1.0 Liter-EcoBoost-Benzinmotor, einem elektrischen Generator und einem Elektromotor. Hinzu kommt eine flüssigkeitsgekühlte Lithium-Ionen-Hochleistungs-Batterie als Energiespeicher. Der Benzinmotor hat keine mechanische Verbindung zu den Antriebsrädern, sondern treibt ausschließlich einen elektrischen Generator an. Der Benzinmotor dient als „Range Extender“ (Range Extender bedeutet: Der Benzinmotor ist-via Generator-für das Aufladen der Lithium-Ionen-Batterie und damit für die Energieversorgung des Elektromotors zuständig) und vergrößert die Reichweite des Fahrzeuges. Der Generator wandelt die mechanische Energie des Benzinmotors in Energie um. Er produziert den zum Fahren benötigten Strom und versorgt die Lithium-Ionen-Batterie (Kapazität 13,6 kWh). Die Ladegruppe (Benzinmotor und Generator) kann auch im Stillstand die Batterie laden. Nur der Elektromotor (3-Phasen-Wechselstrom-Permanent-Magnet-Synchronmotor) ist mit der Antriebsachse des Fahrzeuges verbunden. Der Elektromotor erhält seine Leistung (Strom) aus der Batterie und treibt das Fahrzeug an.

Wie bei allen Plug-in-Hybrid-Systemen kann die Lithium-Ionen-Batterie nicht nur über den Motor geladen werden, sondern auch über eine Haushaltssteckdose (230 Volt) und über einen handelsüblichen Typ 2 Ladestecker Wechselstrom (AC). Die Ladezeit liegt hier zwischen 4,3 Stunden und 2,7 Stunden, je nach Steckertyp.

Kunden eines Plug-in-Hybrid Elektric Vehicle (PHEV) von Ford haben die Möglichkeit, eine sogenannte „Wallbox“ (moderne Ladeinfrastruktur) für ca. 800 Euro zu bestellen. Ford hat in Europa mit sechs führenden Energieversorgern eine Zusammenarbeit beschlossen. Diese Kooperation soll nach Aussage von Ford auch für Privathaushalte gelten, dafür sollen die Fordhändlerbetriebe in Europa zuständig sein.

Ich war mit meiner ersten Testfahrt sehr zufrieden. Übersichtlich gestaltetes Cockpit, gute Rundumsicht, große Außenspiegel, Automatikgetriebe und eine gute und unverzichtbare Rückfahrkamera. War doch das Ein- und Aussteigen etwas gewöhnungsbedürftig, ich bin ja schon lange nicht mehr ein Nutzfahrzeug gefahren.

von RR