Der neue VW e-up! mit 260 Kilometer Fahrleistung

Elektromobilität ist die neue Strategie von Volkswagen und so will der Konzern bis 2025 rund drei Millionen reine Elektro-Autos pro Jahr herstellen. Dafür investiert VW mehr als 30 Milliarden Euro bis Ende 2022. Bei seiner Markteinführung 2013 war der e-up! das erste rein elektrisch angetriebene VW Modell und im November 2019 folgte das Upgrade des e-up!. Der Einstiegspreis beginnt bei 21.975 Euro, abzogen wird die Umweltprämie von zur Zeit 6000 Euro. Ich konnte mit den neuen e-up! in Valencia einige Runden drehen.

Der kleine Stadtflitzer (3.60 Meter Länge, 1.65 Meter Breite, 1.51 Meter Höhe und 2.42 Meter Radstand) ist optisch bereits ein auffälliges Fahrzeug. Mit 251 Liter Gepäckraumvolumen, das auf 959 Liter erweitert werden kann, ist er für seine Klasse ein kleiner Packesel. Der 4-türige e-up! kommt mit einem Leergewicht (1.235 Kilogramm) und der neuen Lithium-Ionen-Batterie nach Aussage von Volkswagen 260 Kilometer weit. In 11,9 Sekunden spurtet der Kleine von Null auf 100 km/h und erreicht bei 130 km/h seine Höchstgeschwindigkeit. Das Ausprobieren war mir nicht möglich, aber der Anzug an Ampelanlagen und die weitere Beschleunigung lässt das Erreichen der Höchstgeschwindigkeit vermuten. Die ausgewählte Strecke vom Flughafen bis zur Marina de Valencia und zurück war reich an Kurven und engen Gassen. Für einen Stadtflitzer bestens geeignet.

Meine Fahrten konnte ich durch drei Fahrprofile (Standartmodus, Eco und Eco+) und fünf Rekuperationsstufen (Wählhebel mit „D“, „D1“, „D2“, „D3“ und „B“) an meinen Fahrstil anpassen. Mit der Smartphone-Dock über dem Cockpit konnte ich den Anweisungen des Navigationssystems folgen, ohne den Blick von der Straße zu verlieren. Die Fahrer und Beifahrersitze sind bequem und die Verarbeitung im Innenraum ist sehr gut. Das Fahren selbst hat mir auch in engen Gassen viel Spaß gemacht.

In einem Kleinwagen vermutet der Käufer keine Climatronic. Diese Ausstattung sowie das Radiosystem „composition phone und neuer Spurhalteassistent „Lane Assist“ sind bereits serienmäßig an Bord. Winterpaket (415 euro), Fahrerassistenzpaket (495 Euro) und Komfortpaket (200 Euro) oder Multifunktionslenkrad (335 Euro) können optional hinzu gebucht werden.

Das Herzstück ist die Batterie, die unter dem Fahrzeugboden eingebaut wurde. Hier sorgt die große Lithium-Ionen-Batterie für eine ausgewogene Achslastverteilung und der tiefe Schwerpunkt für ein sicheres Handling beim Fahren. Beim e-up! ist beim „Elektronischen Stabilisierungsprogramm“ (ESP) der Berganfahrassistent integriert. Die Leistung der Batterie hat sich im neuen i-up! von 18,7 auf 36,8 KWh verdoppelt. Sein durchschnittlicher Energieverbrauch liegt bei 12,9 -12,7 kWh/100 km. Sollte der Akku leer sein, kann er mit einem CCS-Ladeanschluss (CCS Ladedose für 625 Euro) plus Netzladekabel (175 Euro) innerhalb von einer Stunde zu 80 Prozent aufgeladen werden. Mit Wechselstrom (Haushaltssteckdose) benötig die 80-Prozent-Ladung 7,2 kW Leistung etwas länger als vier Stunden (Werksangaben).

Nach Aussage des Herstellers kann der Fahrer (oder Pendler) bei einer Fahrt von 35 Kilometern pro Tag sieben Mal nacheinander zur Arbeit fahren, ohne dass die Batterie aufgeladen werden muss. Ich möchte hier jedoch kein Pendler oder Bewohner einer Hochhaussiedlung sein, sondern hoffen, dass an meinen Zielorten eine Ladestation oder eine Haushaltssteckdose zum Aufladen der Batterie immer vorhanden ist. Solange die Infrastrukturen für Elektrofahrzeuge in Deutschland nicht stimmig sind, nützen auch die Umweltprämien und Steuervergünstigungen nichts.

von RR