Der neue Range Rover Evoque P200 im Test

Der britische Autohersteller Jaguar Land Rover lieferte bereits im Jahr 2015 die zweite Generation des erfolgreichen SUV-Modells Range Rover Ecoque aus und schrieb damit die Erfolgsgeschichte weiter (wir berichteten). Nun wollte ich die zweite Generation in Berlin und Brandenburg testen. Hier meine Erfahrungen mit dem Premium SUV aus England.

Was der Käufer wissen sollte

Der Range Rover Evoque ist ein englischer Bestseller mit einem auffälligen Design. Das Karosseriedesign zieht die Blicke auf sich und das Interieur ist hochwertig und komfortabel. Angetrieben wird der Range Rover Evoque mit einem 4-Zylinder-Turbobenzinmotor 147 kW (200PS), 9-Gang-Automatikgetriebe und Allradantrieb (AWD).

Die Design-Ikone hat ihren Preis, denn die Basisausstattung kostet 56.342 Euro. Dafür ist bereits eine sehr gute Serienausstattung vorhanden: Automatikgetriebe, Allradantrieb, All Terrain Progress Control (ATPC), Berganfahr- und Bergabfahrhilfe, Dynamische Stabilitätskontrolle (DSC), elektrische Parkbremse (EPB), Kurvenbremskontrolle (CBC), Wankneigungskontrolle (RSC), Fußgängerschutzsystem, ISOFIX, Kopfstützen vorne passiv, Notfall-Bremsassistent (EBA), Benzinpartikelfilter (GPF), 20-Zoll Räder mit 5 Doppelspeichen, 2.Sitzreihe (40:20.40) teilbar, Vordersitze 14-fach verstellbar, elektrisch herausfahrbare Türgriffe, LED-Scheinwerfer mit LED-Signatur und Tagfahrlicht, Heckklappe elektrisch, Rückfahrkamera, Kollisionswarnsystem bei Rückwärtsfahrten und vieles mehr. Bei meinem Testfahrzeug kommen noch einige Sonderausstattungen hinzu: Fahrassistenz Paket (1.300 Euro), Adaptive Dynamics (1.145 Euro), Firene Red Metallic Lackierung (927 Euro), Matrix-LED-Scheinwerfer mit LED-Signatur und Tagfahrlicht (900 Euro), Multifunktions-Lenkrad in Premium-Velours (480 Euro), Surround-Kamerasystem (460 Euro), Head-up-Display (900 Euro) u.s.w. So entsteht ein Endpreis von 67.139 Euro. Ein Trost: Der Range Rover Evoque ist für Stadt und Land mit einer Wattiefe von 60 Zentimeter ausgestattet.

Der Alltagstest

Im Test präsentierte sich der Range Rover Evoque mit seinen Abmaßen (4.37 Meter Länge, 2.10 Meter Breite, 1.65 Meter Höhe und 2.68 Meter Radstand und einem Leergewicht von 1.845 Kilogramm) kompakt und angriffslustig auf der Straße. Auffällig ist nicht nur seine rote Außenfarbe (Firene Red Metallic), sondern auch der Kühlergrill in Dark Atlas mit einer Einfassung in glänzend Schwarz, sowie die seitlichen Lufteinlässe in poliertem Kupfer.

Besondere Aufmerksamkeit bekommt der Fahrer beim Öffnen der Autotür, die Türgriffe fahren elektrisch aus und bei Nacht wird das Range Rover Emblem auf die Straße projektiert. Durch den großen Radstand haben die Fondpassagiere ausreichende Beinfreiheit und der Kofferraum (591 Liter bis 1.383 Liter) bietet für längere Reisen oder große Einkäufe genügend Platz. Meine Fahrten in den Morgen- und Abendstunden waren durch die automatische Leuchtweitenregulierung der Matric-LED-Scheinwerfer stressfrei.

Im täglichen Fahrbetrieb läuft alles in der Regel gleich ab: Einsteigen, Platz nehmen, Startknopf drücken, losfahren. Kaum jemand erinnert sich nach seinem Kauf, ob das Fahrzeug mit allen möglichen Komfort- und Sicherheitspaketen ausgestattet ist. Zurzeit ist es entscheidend, ob ein SUV rein elektrisch gefahren werden kann oder ein Hybrid-Fahrzeug ist. Dieselmotoren werden ganz verteufelt und Wasserstofftechnik steht nicht flächendeckend in Deutschland zu Verfügung.

Einen kleinen Beitrag für die Umwelt liefert bereits ein Mild-Hybrid-Fahrzeug. Mit seiner 48-Volt-Technik gewinnt das System beim Bremsen oder Verzögern verlorene Energie zurück und leitet sie dem im Unterboden platzierten Akku wieder zu. Diese gespeicherte Energie wird beim Anfahren vom Riemen-Starter-Generator dem Benzinmotor beim Beschleunigen zugeschaltet. Somit wird nicht nur Kraftstoff gespart, sondern auch geräuscharm und effizient gefahren. Diese Technik ist beim Range Rover Evoque neu und eine Premiere für Land Rover insgesamt.

Die Fahrten sind durch die hohe Sitzposition sehr entspannend. Das Cockpit ist übersichtlich gestaltet und das Head-up-Display liefert mir während der Fahrt alle wichtigen Informationen. Das Multifunktionslenkrad mit Velourummantelung ist am Anfang sehr interessant, aber bei längeren Fahrten rutschen die Finger und bei straffen kurvigen Fahrten muss ordentlich zugegriffen werden. Hilfreiche Dienste liefern die vier Fahrprogramme „Komfort“, „Sand“, „Gras/Schotter/Schnee“ und „Schlamm“. Entsprechend der Untergründe werden die Systeme angepasst. Sehr überraschend ist die Anordnung der Rückfahrkamera beim Evoque P200. Sie wurde in die Haifischflosse auf dem Dach integriert. Per Zug am Abblendhebel des Innenspiegels wird das Bild auf dem Innenspiegel freigegeben.

Der Zweiliter-Turbobenzin-Motor läuft beim Anfahren durch die Unterstützung des 48-Volt Riemen-Startergenerators zügig an. In 8.5 Sekunden erreicht der SUV eine Geschwindigkeit von 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 216 km/h (Werksangabe). Der Hersteller gibt einen Verbrauch (kombiniert) von 7,8 Liter pro 100 Kilometer an. Mein Verbrauch lag bei 10,7 Liter, ohne Waldfahrten, ohne Fahrten durch schweres Gelände und ohne das Austesten der Wattiefe.

Fazit

Der Range Rover Evoque P200 mit Mild-Hybrid-Technik ist meiner Meinung nach ein sicheres und komfortables Fahrzeug, bei dem das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Ob man allerdings für tägliche Fahrten in der Stadt einen SUV benötigt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

von RR