Mit dem Renault Clio Automatik auf Testfahrt

Der französische Autohersteller Renault (seit 2018 Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi) besitzt im Segment der Kleinwagen langjährige Erfahrungen. Besonders in einer Stadt wie Berlin, die unter Verkehrsstaus, zahlreichen Baustellen und Parkplatzmangel zu leiden hat, ist ein Kleinwagen eine gute Alternative zu den SUV´s und Limousinen. Nun ist die fünfte Generation des Clios auf dem deutschen Markt angekommen. Wir haben den Clio im Oktober 2019 in Berlin und Brandenburg getestet.

Ausstattung des Testfahrzeuges

Der Renault Clio wird exklusiv als Fünftürer angeboten. Sein Benzinmotor ist ein Reihenvierzylinder Turbolader mit einer Leistung von 96 kW (130 PS) und einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe EDC. Der RCe 130 EDC GPF mobilisiert sein Maximaldrehmoment von 240 Nm bereits bei 1.600 1/min, beschleunigt in 9 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Laut Herstellerangaben begnügt sich der Clio mit 5,2 Litern Superbenzin auf 100 Kilometern.

Mit der Basisausstattung Intens (Auszug) beträgt der Preis des Fahrzeuges 21.090 Euro. Dazu gehören:
– Klimaautomatik,
– 7-Zoll digitale Instrumententafel,
– ECO Mode,
– Notbremsassistent mit Fußgängererkennung,
– Verkehrszeichenerkennung,
– Spurhalteassistent
– Fernlichtassistent,
– Einparkhilfe hinten akustisch,
– Tempopilot mit Geschwindigkeitsbegrenzer
– Online Multimediasystem EASY LINK mit 7-Zoll-Touchscreen und Smartphone Integration.

Bei diversen Sonderausstattungen (nachfolgend ein Auszug) liegt der Endpreis des Fahrzeugs bei 25.690 Euro. Darin u.a. enthalten:
– R.S. Line-Paket (1.800 Euro),
– Easy-Paket mit 360-Grad-Kamera (600 Euro),
– Nebelscheinwerfer (200 Euro),
– Metall-Sonderlackierung Iron-Blau (600 Euro),
– Lederpolsterung R.S.Line mit roten Zierstreifen (700 Euro)
– Sitzheizung für Vordersitze (300 Euro).

Der Alltag

Wer denkt, der neue Renault Clio bleibt unbemerkt, der irrt sich. Liebhaber der Marke entdecken ihn sofort. So wurden wir nach dem Einparken mit den Worten: „Ist das der neue Renault Clio? Wow, den habe ich noch nie live gesehen!“ angesprochen. Mit seinen 4,05 Metern Länge, 1,80 Metern Breite, 1,44 Metern Höhe liegt er mit seiner markant profilierte Motorhaube dynamisch auf der Straße. Unterstrichen wird das neue Außendesign durch den tief nach unten gezogenen Kühlergrill. Die Voll-LED Hauptscheinwerfer und Rückleuchten mit LED Tagfahrlicht in der Form eines asymmetrischen „C“ und die LED-Innenraumbeleuchtung geben dem Clio mehr Lichtkomfort.

Wie fährt sich der Clio? Der 1,2 Tonnen kleine Clio ist flott im Großstadtdschungel unterwegs. Ein enormer Vorteil ist seine Größe, er passt in jede kleine Parkzone und sein Easy-Park-Assistent hilft im Notfall. Die Start-Stopp-Funktion ist eine gute Möglichkeit, Benzin auf lange Staustrecken zu sparen. An Ampeln muss jedoch an die Verzögerung beim Anspringen des Motors gedacht werden. Durch den Radstand von 2.58 Metern verfügt der Clio über einen großen Innenraum. Sein Kofferraum hat von 391 bis 1.069 Litern ein hervorragendes Fassungsvermögen.

Der Fahrer verfügt über ein sogenanntes „Smart Cockpit“, indem mehr Technologien verbaut wurden. Darunter befindet sich ebenfalls das Kombiinstrument in TFT-Technik in einer 7-Zoll (18 Zentimeter) Größe. Besonders interessant ist für den Fahrer die Darstellung der Anzeige und der Farbe rund um Instrumententräger, Lüftungsdüsen und Schalthebelrahmen. Auch der kleine Renault Clio liefert heute bereits ein komplett vernetztes Fahrzeug mit EASY LINK, das neben Verkehrsmeldungen, auch Informationen über aktuelle Kraftstoffpreise bis hin zu einem automatischen Notruf liefern kann.

Fahren wie die Großen geht auch mit den Kleinen dank Fahrerassistenzsystemen und Programmen wie „Eco“, „Sport“ und „My Sense“. Jeder Modus lässt sich konfigurieren, dabei ist bei „My Sense“ am meisten einstellbar. So lassen sich die Antriebsart, Lenkung, das Kombiinstrument, die Beleuchtung (Farbbeleuchtung im Innenraum) oder die Klimaanlage individuell durch den Benutzer regeln.

Speicherbar sind alle Einstellungen, die über das Touchscreen vorgenommen werden unter einem Usernamen. Es können bis zu 5 User und 1 Gast angelegt werden. Bei häufigen Fahrerwechseln können so beispielsweise das eingespeicherte Fahrprofil, als auch das individuelle Startmenü aufgerufen werden.

Ein besonderes Highlight ist die 360-Grad-Kamera. Unter Verwendung der Informationen aus den Kameras (im vorderen Stoßfänger, in den Türspiegeln und auf der Heckklappe), sowie von den Ultraschallsensoren an den Stoßfängern, ergibt sich eine Draufsicht auf das Auto, die die vollständige Umgebung zeigt. Diese Ansicht ist besonders beim Einparken eine riesige Hilfe, da Abstände gut kontrolliert werden können. Die Rückfahrkamera liefert gestochen scharfe Bilder. Auch weist die Nachtansicht eine sehr gute Helligkeit auf.

Besonders ist auch, dass sich die Verriegelung des Autos nachträglich einstellen lässt: Das automatische Entriegeln oder Verriegeln beim Nähern mit dem Schlüssel, lässt sich aus, als auch wieder einschalten. Wer sich also wirklich noch einmal durch „Klinken“ versichern will, dass das Fahrzeug abgeschlossen ist, der deaktiviert diese Funktion. Was allerdings passiert, wenn das gesamte schlüssellose System (siehe Bild) ausgeschaltet wird und ob das Fahrzeug dann nur noch über den Notfallschlüssel zu öffnen und zu schließen ist, das haben wir nicht ausgetestet.

Die Sportsitze sind bequem und geben dem Fahrer durch die verstärkten Seiten Halt in den Kurven. Den werksseitig angegebenen Benzinverbrauch von 5,2 Litern haben wir mit 7,3 Litern leider nicht erreicht.

Fazit

Seit 1990 (Clio I) wurde der Clio 15 Millionen Mal verkauft und bis zur fünften Generation immer weiterentwickelt. Die Auszeichnung „Auto des Jahres 2006“ hat der Clio in der Kleinwagenklasse mit Recht verdient. Zwar gibt es in dieser Fahrzeugklasse mit dem Verkaufspreis von 25.690 Euro sicher noch günstigere Angebote, aber nach unserer Meinung stimmen hier das Preis-/ Leistungsverhältnis. Freuen wir uns als auf 2020, wenn der Clio mit E-TECH Hybridantrieb angeboten wird.

Beitrag von MR und RR