Angelika Pohlenz – eine Persönlichkeit, die nicht nur Rotary bewegt

Angelika Pohlenz (67) studierte Rechtswissenschaft an der FU Berlin und Wirtschaftswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Während ihrer Tätigkeit bei der Deutschen Bank AG, zuletzt als Prokuristin in Frankfurt a.M, wurde sie Bundesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren Deutschlands (WJD). Als Repräsentantin der Junior Chamber International (JCI) war sie drei Jahre für die Internationale Handelskammer (Paris) zuständig. Von 1995 bis 2014 arbeitete sie als Generalsekretär der Internationalen Handelskammer Deutschland. Seit 1994 ist Angelika Pohlenz geschäftsführende Gesellschafterin der Beratungsfirma Dr. Pohl & Co.KG, Wiesbaden.

Im Sommer 2011 wurde Angelika Pohlenz als Nachfolgerin von Frau Renate Köcher (Allensbach) in den Aufsichtsrat der MAN SE gewählt und wurde auf der Hauptversammlung am 15. Juni 2016 in München in der Funktion bestätigt. Darunter befinden sich Persönlichkeiten wie: Michael Behrendt, Matthias Gründler, Julia Kuhn-Piëch, Dr. Dr. Christian Porsche, Mark Philipp Porsche, Andreas Renschler und Prof. Dr. Ekkehard D. Schulz. 2010 wurde Angelika Pohlenz Mitglied im Rotary Club Berlin-Brücke der Einheit. Für mich ein Grund, dieses Interview zu führen:

Rotierende Seiten: Sie zogen 2011 in die Männerdomaine eines Aufsichtsrates von MAN ein, damals noch ein im DAX notierter Fahrzeug- und Maschinenbaukonzern. Inzwischen sind drei weitere Frauen in den Aufsichtsrat eingezogen. Können Sie gemeinsam etwas im Aufsichtsrat bewegen?

Angelika Pohlenz: Wir können genauso viel bewegen wie unsere männlichen Kollegen. Vielleicht stellen wir Fragen auch einmal aus einer anderen Perspektive oder zu uns interessierenden Themen. Aber ich sehe da keinen Unterschied der Geschlechter.

Rotierende Seiten: Sie waren von 1991 bis 2007 Mitglied im Kuratorium von „Kinder lernen europäische Sprachen e.V.“. Welche Aufgaben hatten Sie übernommen und was war das Ziel?

Angelika Pohlenz: Als Kuratoriumsmitglied war ich zugleich Rechnungsprüfer für einen Verein, der es sich zum Ziel gesetzt hatte, den Fremdsprachenunterricht in die Volksschule zu bringen. Nachdem inzwischen alle Schulen in Deutschland dies mindestens ab der dritten Klasse eingeführt haben, hatte der Verein sein Ziel erreicht und hat sich aufgelöst.

Rotierende Seiten: Sie sind seit 2010 Mitglied im Rotary Club Berlin-Brücke der Einheit und haben dort sehr bald Vorstandsfunktionen übernommen. Wer konnte Sie von einer Mitgliedschaft überzeugen und was war Ihr persönlicher Grund, Mitglied im größten Service Club der Welt zu werden?

Angelika Pohlenz: Als Rotarierkind mußte mich niemand von der Mitgliedschaft überzeugen. Ich habe mich in Gegenteil über die Frage des damaligen Präsidenten sehr gefreut. Mein persönlicher Grund war das Miteinander mit Gleichgesinnten, das abwechslungsreiche Programm mit interessanten Vorträgen und die Möglichkeit, sich bei sozialen Projekten persönlich, insbesondere bei „hands on“ Projekten engagieren zu können.

Rotierende Seiten: Am 11. Juni 2016 wurde der 28. Rotary Club Berlin-Friedrichstraße gegründet. Sie haben die Funktion der Gründungsbeauftragten übernommen. Was war Ihre Motivation?

Angelika Pohlenz: Die Idee, einen Club zu gründen, um pensionierten Rotariern, die nach Berlin ziehen, eine mögliche Heimat zu geben und gleichzeitig Rotaractern nach ihrer „Pensionierung“ ein Weitermachen in der Rotaryfamilie zu ermöglichen, erschien mir sehr reizvoll. Wie PDG Gerhard Lintner sagte, die Mitte findet sich von allein.

Rotierende Seiten: Was macht eigentlich Rotary so interessant, dass immer mehr Clubs gegründet werden?

Angelika Pohlenz: Rotary gibt die Möglichkeit, sich mit Angehörigen anderer Berufssparten zu treffen, Gedanken auszutauschen, Freundschaften zu schließen und Gutes zu tun. Das interessiert viele Menschen. Solange wir unsere Qualität beibehalten, werden weitere Clubs gegründet, um an diesen Zielen teilhaben zu können.

Rotierende Seiten: Sie bewegen in Ihrem beruflichen und gesellschaftlichen Leben sehr viel und sind weltweit unterwegs. Woher nehmen Sie die Kraft?

Angelika Pohlenz: Ich vermute, das liegt zum Teil an den Genen. Außerdem finde ich Kraft in der Familie.

Rotierende Seiten: Was wünschen Sie sich persönlich?

Angelika Pohlenz: Gesund zu bleiben, mich meiner Familie widmen zu können, die Möglichkeit zu haben, mich möglichst oft mit Freunden zu treffen, und mich meiner Arbeit zu widmen. Denn auch die macht mir Spaß.