Mit der amerikanischen Legende Ford Mustang durch Berlin

Ich war dabei, als am 5. Dezember 2013 im „Centre de Convencions Internacional de Barcelona“ die Weltpremiere des neuen Ford Mustang gefeiert wurde. Am 2. März 2015 startete dann der Verkauf in Deutschland und die ersten Fahrzeuge wurden im Sommer ausgeliefert. Für mich begann das Jahr 2016 sehr spannend. Am 18. Januar 2016 nahm ich die amerikanische Legende, liebevoll auch „Pony“ genannt (übersetzt Freizeitpferd), in der emotionalen Ruby-Rot Metallicfarbe und 418 Pferdestärken entgegen.

Design

Der Ford Mustang fällt bereits nach wenigen Fahrkilometern im Berliner Straßenverkehr auf. Kein Wunder, denn es fahren noch nicht sehr viele Pony-Cars als Coupé (Fastback) oder als Cabrio (Convertible) in Berlin und Brandenburg. Dass der Ford Mustang aber etwas Besonderes ist, wussten auch die Leser von sport auto und wählten in der Kategorie „Import- Coupés bis 50.000 Euro“ die amerikanische „Pony-Car“-Ikone auf Platz 1 beim sport auto AWARD 2015.

Die Farbe Rot ist schon allein ein Blickfang, aber der trapezförmige Kühlergrill mit dem Pony sowie die Haifisch-Front stechen besonders hervor. Von der Seite betrachtet überwiegen die lange Schnauze, das kurze Heck und wie bei einem Pferd üblich die starken Flanken. Die Haifisch-Front wird durch die Xenon-Scheinwerfer mit drei schrägliegenden Leuchten in Form von Kiemen unterstrichen. Als Tagfahrlicht nutzt der Mustang die beiden vorhandenen Nebelscheinwerfer. Wenn man einen Mustang von hinten betrachtet, so leuchten einem dreidimensionale und dreigeteilte Rückleuchten entgegen. Der Innenraum ist sportlich und komfortabel gestaltet und umfasst eine umfangreiche Serienausstattung.

Fahrkomfort

Bereits beim Einsteigen überrascht der Mustang den Fahrer mit einer persönlichen Begrüßung, denn die Außenspiegel projizieren auf beiden Seiten ein Pony auf die Straße. Wie in jedem Sportwagen müssen sich Fahrer und Beifahrer in das sehr tiefliegende Fahrzeug einfädeln. Die Recaro-Ledersitze sind nur beim Fahrer höhenverstellbar und beim Beifahrersitz leider nicht. Hinzu kommt, dass ein Drehrad zum Verstellen des Rücksitzes fehlt. Beim Betätigen des Hebels am Beifahrersitz kann es schnell passieren, dass der Beifahrer in eine liegende Fahrhaltung gerät, was bei Familienangehörigen zu großen Lacheffekten führt, aber bei fremden Gästen? Die hinteren größeren Passagiere haben leider nichts zu lachen, länger als 10 Minuten hält eine 1,60 Meter große Person die Fahrt nicht aus.

Ein Sportwagen, wie der Mustang, ist ein Freizeitsportler und ein Käufer würde wohl kaum auf die Idee kommen, damit täglich einkaufen zu fahren, es sei denn, sie oder er ist Single. Somit könnte ich mir den Mustang sehr gut für eine Fahrt zum Golfturnier, Polo oder Reitsportveranstaltungen vorstellen, die Rücksitzbank kann umgeklappt werden und macht mit 1,60 Meter Platz für notwendige Sportutensilien.

Das Fahren selbst verspricht Fahrspaß pur und ist durch die Recaro-Ledersitze mit den straffen Seitenwangen ein sicheres Erlebnis. Über nostalgische Kippschalter in der Mittelkonsole konnte ich unterschiedliche Fahrprogramme auswählen. Je nach Witterung und Straßenlage standen mir vier Fahrmodi zur Verfügung: „Normal“ über „Sport+“ und „Track“ (Gelände) bis zu „Schnee/Nass“ für glatte oder regnerische Fahrbahnbedingungen. Aber bei dieser tiefen Lage des Ford Mustang fährt wohl kaum jemand damit ins Gelände, oder? Ich jedenfalls habe schon mit den GT Leichtmetallfelgen 9 J x 19 und 255/40 R Michelin Reifen meine Bedenken. Es gibt zu viele hohe Borsteinkanten und Parkhäuser, geschweige denn Steine und andere Probleme im Gelände, die das Fahrzeug beschädigen könnten.

Motorisierung

Wer auffallen möchte oder wer für seine persönlichen Bedürfnisse einen Sportwagen zum günstigen Preis-Leistungsverhältnis sucht, ist beim Ford Mustang gut aufgehoben. Für 42.000 Euro bekommt man bei den Wettbewerbern wie Porsche, BMW oder Audi keinen V8 Motor mit 418 PS und einer guten Serienausstattung. Der 5,0 Liter V8 Motor sprintet in 4,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und das mit einem satten Sound. Die Geschwindigkeit ist bei 250 Km/h abgeriegelt. Mit seiner ausgeprägten Fahrwerksqualität besitzt der Mustang ein agiles Handling und mit der 6-Gang-Handschaltung bringt er mich schnell und zügig von jeder Kreuzung.

Für einen sportlichen Fahrer sind die klassischen Rundinstrumente sehr übersichtlich gestaltet, so auch das Cockpit. Was fehlt sind Fahrerinformationen wie eine digitale Geschwindigkeitsanzeige. Dafür präsentiert Ford einen Bordcomputer, der viel Zeit für das Einarbeiten seiner zahlreichen Anzeigen benötigt und ob diese auch immer notwendig sind, darf schon einmal hinterfragt werden. Das Audio- und Navigationssystem inklusive SYNC 2 mit Touchscreen ist besonders mit der Sprachsteuerung sehr nützlich und hilfreich.

Fazit

Ford hat sich zum 50. Geburtstag mit der 6. Generation Ford „Mustang“ ein eigenes großes Geschenk gemacht. Das auffällige Design, die Fahrwerksgeometrie entsprechen den besonderen Anforderungen eines High-Performance-Sportwagens. Der angegebene Benzinverbrauch von 13,6 Liter (kombiniert) wurde von mir nur um 0,1 Liter überschritten, das ist schon Klasse. Dieser Schluckspecht kann dennoch das monatliche Benzin-Budget belasten. Zusätzlich bringt dieser Freizeitsportler mit den kurzen knackigen Schaltwegen den Fahrer sicher durch Berlin und das mit einem riesigen Fahrspaß. Mit 47.000 Euro (Testwagenpreis) wird der Mustang viele Sportwagenliebhaber, wie auch mich, begeistern. Daumen hoch für die amerikanische Ikone in Deutschland.

Fakten des Ford Mustang GT Fastback 5,0 Ti-VCT V8 308 kW / 418 PS

Zulassung: 02.09.2015
Basispreis: 42.000 Euro
Testwagenpreis: 47.000 Euro
Autotyp: Sportlimousine
Abmessungen: 4.784 mm lang; 1.916 mm breit; 1.381 mm hoch
Radstand: 2.720 mm
Motor: 5,0-Liter-V8 mit Sequenzielle Multiport-Elektronik, 308 kW/ 418 PS mit 524 Nm und 6-Gang-Schaltgetriebe
Kraftstoff: Benzin
Schadstoffklasse: Euro 6
Antriebsart: Heckantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Tankinhalt: 61 Liter Benzin
Verbrauch: 13,6 Liter auf 100 Kilometer (Werksangabe kombiniert.)
Testverbrauch: 13,7 Liter
CO2-Emission: 299g CO2-Emission pro Kilometer

von RR