Der Europäische Presse- und Funk-Ball Berlin 1996

Können Sie sich noch an den 13. Januar 1996 erinnern? Es war wieder der zweite Samstag und wie es Tradition war, fand an diesem Wochenende in Berlin der Presseball statt. Heute ist das größte gesellschaftliche Ereignis Geschichte und damit auch das Ziel des Berliner Journalisten-Verbandes (JVB), den Gewinn des Presseballs für in Not geratene Journalisten oder deren Familienangehörigen zur Verfügung zu stellen. Wer möchte, kann mit mir seine Erinnerungen auffrischen. Denn hier beginnt meine Geschichte zur Organisation des Ball´s 1996, wo Repräsentanten aus über 18 Staaten Berlin die Ehre erwiesen.

Das Motto des Europäischen Presse-und Funk-Ball 1996 lautete: „Zukunft Europa“

Der 97. Berliner Presseball repräsentierte am 13. Januar 1996 die Hauptstadt Straßburg mit dem Europäischen Parlamentspräsidenten Prof. Dr. Klaus Hänsch und das Elsass mit seinen kulinarischen Spezialitäten. Die Sterneköche des Elsass eilten nach Berlin, um im ICC ihre Kochkünste den Ballgästen zu präsentieren. Paul und Marc Haeberlin (*** Restaurant „Aubergerge de L’III2), Emile Jung(***Restaurant „Le Crocodile“), Michel Husser (**Restaurant „LeCerf“), Ferdinand Mischler (**Restaurant „Auberge Du Cheval Blanc2), Bernard Begat (*Restaurant „Le Moulin du Kaegy“) und Francois Gaertner (*Restaurant „Aux Armes deFrance“) huldigten mit ihren insgesamt 12 Sternen den Presse-Ball Berlin 1996.

Die Vorbereitung

Wie beim Europäischen Presse- und Funk-Ball 1995 begann ich im Auftrag des Journalisten-Verbandes meine Organisation auch erst wieder im Oktober 1995. Diesmal gab es noch ein ehrgeizigeres Ziel. Es sollten, wenn möglich, alle 25 Mitgliedsländer Europas bei diesem Ball am 13. Januar 1996 anwesend sein. Auf eins konnte sich der Veranstalter seit Jahren verlassen, bereits nach Abschluss eines jeden Presseballs begann der Ansturm auf die Ballkarten für den kommenden Ball. Egal was die Ballkarte kostete (z.B. 500 DM für ein Platz im Ballsaal), der Presseball war immer ausverkauft.

Nachdem der Veranstalter das Gastland beschlossen hatte, ging es um die Organisation der Selbstdarstellung des Gastlandes. Vorrangig ging es um das Essen, Trinken und um die kulturellen Höhepunkte, die auf drei Etagen im ICC präsentiert wurden, denn die 4000 Ballgäste sollten ein volles Programm von 19 Uhr bis früh um 5 Uhr genießen können.

Die schwierigste Aufgabe war es jedoch in der kurzen Zeit vor dem Ball im Januar 1996 die Stadtoberhäupter aller 25 Mitgliedsstaaten der Europäischen Organisation davon zu überzeugen, in Berlin anwesend zu sein. Innerhalb von 14 Tagen im Oktober 1995 reiste ich durch fast alle europäischen Metropolen, um persönlich den europäischen Gedanken des Berliner Presseballs zu vermitteln. So war ich z.B. am 18. 10. 95 um 10:30 Uhr im Rathaus Paris, um 17:30 Uhr in Brüssel und flog am nächsten Tag nach London. Bereits um 9 Uhr hatte ich das erste Gespräch, um am Nachmittag um 15 Uhr mein zweites Gespräch in der City Hall Dublin zu führen. Am 20. Oktober war ich um 10 Uhr in Amsterdam und um 16:30 Uhr in Luxemburg. Hier nutze ich eine internationale Tagung, wo ein internationales Treffen der europäischen Mitgliedsländer stattfand. So konnte ich einige Einladungen wie z.B. für die Oberbürgermeister aus Athen und Madrid übergeben und flog am nächsten Tag nach erfolgreicher Arbeit nach Berlin zurück.

Der 97. Berliner Presse-Ball 1996

4000 Ballgäste tanzten und amüsierten sich auf drei Ebenen im ICC. Bevor Roman Herzog, Bundespräsident, mit der Gattin des Vorsitzenden des Journalisten-Verbandes Lutz Krieger mit einem Walzer den Ball eröffnete, begrüßten Prof. Dr. Klaus Hänsch, Präsident des Europäischen Parlaments, und Lutz Krieger die Ballgäste. Aus 18 europäischen Metropolen wurden Grußworte gesendet: Straßburg, Region d’Alsace, Athen, Berlin, Brüssel, Dublin, Helsinki, Lissabon, Luxemburg, Paris, Stockholm, Wien, Bratislava, Prag, Warschau, Riga, Tallin und Vilnius. Aus Brüssel, Dublin, Paris, Stockholm, Riga, Vilnius, Tallin, Bratislava, Prag Wien und Berlin reisten die Bürgermeister mit einer Delegation persönlich an.

Auch kulturell gab es keinen Presseball in Berlin, der mit so hochkarätigen Stars wie am 13.1.1996 mithalten konnte. Ray Charles mit dem Deutschen-Film-Orchester Babelsberg, Tony-Linarés-Showband Paris und das Weltjugendorchester mit dem Dirigenten Lord Yehudin Menuhin traten im großen Saal des ICC auf .

Natürlich gab es wieder eine große Tombola. 30.000 Lose wurden in weniger als einer Stunde an die Frau oder den Mann gebracht, obwohl die Anzahl pro Person auf maximal 10 Lose im Wert von 20 DM begrenzt war. 3000 Sofortgewinne von Gutscheinen, Funk-Armbanduhren bis zu Kaffeeautomaten standen in der Eingangshalle des ICC zur Mitnahme bereit. Aber die meisten Gäste warteten auf die große Tombolaziehung der Prämien, die aus einer Trommel mit den 27.000 Nieten gezogen wurden. 7 Autos, 1 Motorrad, Wertpapiere, Wohnungseinrichtung im Wert von 40.000 DM, Luxusreisen und Investment Papiere waren darunter.

4000 Ballgäste feierten bis in die Morgenstunden und nahmen gern zum Abschied die Damen-, Herren- und Junioren-Ballspenden mit nach Hause.

Es waren drei anspruchsvolle und bis an die Grenze gehenden organisatorischen Tage und eine Veranstaltung, die es heute nicht mehr so geben wird. Aber wer möchte, findet in der Anlage einige auserwählte Grußworte und Kochrezepte der Sterneköche aus dem Elsass.

von Ralf Rachfahl