Die kulinarische Welt zu Gast in Berlin

Am dritten Wochenende im Januar 2016 (15. bis 24.01.2016) ist es wieder soweit, die 81. Internationale Grüne Woche öffnet ihre Tore. Gegründet wurde die Messe 1926 und somit steht ihr ein besonderer Höhepunkt bevor: ihr 90. Geburtstag. Zum ersten Mal in der Geschichte der Grünen Woche wird auch das afrikanische Land Marokko die Rolle des Partnerlandes übernehmen. Lars Jaeger, Projektleiter der Grünen Woche, verriet uns im Interview, welche Highlights die Besucher erwarten können. 

Nach den baltischen Staaten Estland und Lettland ist 2016 das erste afrikanische Land Marokko Partnerland der Grünen Woche. Wonach richtet sich die Auswahl der Partnerländer?

Lars Jaeger: Wir haben mit der Grünen Woche ein weltweites positives Image und freuen uns, dass sich jedes Jahr zahlreiche Länder bei der Messe Berlin als Partnerländer bewerben. Natürlich hat es uns geschmeichelt, dass sich das erste Land außerhalb Europas, noch dazu ein afrikanisches Land wie das Königreich Marokko, beworben hat. Auf der Grünen Woche 2015 haben wir uns dann für Marokko entschieden und die Verträge unterzeichnet. Somit konnten wir uns ein Jahr auf die Eröffnungsfeier und auf die zehn stattfindenden Messetage vorbereiten.

Was können die Besucher vom Partnerland unter dem Motto „Tausendundeine Nacht“ erwarten?

Lars Jaeger: Marokko hat in der Halle 18 seine Ausstellungsfläche auf das Dreifache vergrößert und wird gemeinsam mit den Niederlanden eine besondere Produktvielfalt präsentieren. Schon dieser Umstand wird für die Besucher der Grünen Woche ein Erlebnis sein. Auf den 1000 Quadratmetern werden die 55 Aussteller aus Marokko ein wahres Märchen erzählen. Täglich wechselnde Programme mit traditioneller Küche bis zur Teezeremonie werden die Besucher begeistern.

Neben den zahlreichen politischen und wirtschaftlichen Gesprächen stellt auch das Gastland einen „Grünen Plan für Marokko“ (Plan Maroc Vert) der marokkanischen Regierung vor. Was dürfen wir darunter verstehen?

Lars Jaeger: 2008 hat die marokkanische Regierung beschlossen, die Landwirtschaft bis 2020 zu modernisieren. Dafür sollen bis zu 10 Milliarden Euro mobilisiert werden, um Arbeitsplätze in der Verarbeitungsindustrie zu schaffen und den ländlichen Raum weiter zu entwickeln. Im Königreich Marokko werden 40 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt, das sind zur Zeit 1,7 Millionen Beschäftigte. Mit der Modernisierung soll den jungen Marokkanern das Leben im Land erleichtert werden, um die Landflucht zu verhindern. Deutschland wird auch hier einen wichtigen Beitrag im Agrarbereich leisten. Marokko liefert Gemüse, Fisch, Frischobst und Zitrusfrüchte im Wert von 221 Millionen Euro nach Deutschland.

Die Blumenhalle wird von Halle 9 in die Halle 2.2 umziehen und hat das interessante Motto „Karneval der Blumen“ erhalten. Was sind hier die Highlights?

Lars Jaeger: In diesem Jahr wird die Blumenhalle das Thema Venedig aufgreifen und so werden sich Venedigs zahlreiche Wasserstraßen und der berühmte Karneval in der Blumenhalle widerspiegeln. Viel Wasser und auch Gondeln werden zu sehen sein. Zusätzlich stellt das Bundesland Rheinland Pfalz in der Halle 2.2 das Handwerk der deutschen Winzer vor.

Das Salz in der Suppe der Grünen Woche sind die 14 deutschen Bundesländer.  Warum legen Sie darauf so großen Wert? 

Lars Jaeger: Über 500 Aussteller präsentieren regionale Spezialitäten von der Küste bis zu den Alpen. Besonders erfreut sind wir in diesem Jahr, dass nach zwei Jahren wieder 14 Bundesländer auf der Internationalen Grünen Woche vertreten sind. Damit sich der Besucher auf jedes Bundesland freuen kann, haben sich alle ein persönlich Motto gegeben. So z.B. Baden-Württemberg „Ab ins Ländle“, Berlin „Ein Wunderland“, Nordrhein-Westfalen „Gutes und Nachhaltiges“ oder Sachsen „a la carte“. Mehr Regionalität geht meiner Meinung nach nicht.

Auf welche weiteren Besonderheiten der Grünen Woche 2016 möchten Sie unsere Leser aufmerksam machen?

Lars Jaeger: Es ist schwierig jede einzelne Ausstellungshalle hervorzuheben. Der Besucher bekommt nirgendwo auf der Welt über 100.000 Spezialtäten präsentiert. Der Erlebnisbauernhof in der Halle 3.2. wird wieder ein Magnet für interessierte Besucher der modernen Landwirtschaft. Neu in der Halle 4.2. (vorher in der Halle 26) wird die Jagd als gesellschaftliches Thema eine besondere Rolle spielen und in der Halle 26 wird es neben der Heimtiermesse mit Kuschelkurs auch einen neuen Gartenbereich geben, der Pflegetipps  für die nächste Gartensaison vermitteln wird.

Im Rahmen der Grünen Woche wird auch die Auszeichnung „REGIONAL-STARS“ gemeinsam mit der Fachzeitschrift „Lebensmittelpraxis“ verliehen. Warum auf der Grünen Woche 2016?

Lars Jaeger: Mit der Auszeichnung „REGIONAL-STARS“ würdigen „Lebensmittelpraxis“ und die Internationale Grüne Woche erstmalig nachhaltige Regionalkonzepte im deutschen Lebensmittelhandel. Am 19. Januar 2016 werden im Palais am Funkturm die besten Konzepte aus Handel, Industrie und Landwirtschaft prämiert, die regionale Produkte unter nachhaltigen Aspekten voranbringen.

Ich wünsche Ihnen für die kommende Internationale Grüne Woche 2016 alles Gute, viel Erfolg und bedanke mich für das Interview.

Interviewführung: RR