Konrad Niemann – ein Banker aus Leidenschaft

Im Juli 2011 stellten wir Frank Nierhaus, Leiter des Wealth Management der Berliner Commerzbank, vor. Im Mai 2015 berichteten wir über die neue Führungsmannschaft der Commerzbank Marktregion Ost mit Sitz in Berlin. Seit dem 7. April 2015 ist Konrad Niemann (61) Leiter der Niederlassung im Berliner Süden und Mitglied der Geschäftsleitung der Marktregion Ost. Mit ihm führten wir dieses Interview:

Rotierende Seiten: Sie sind 1954 in Siegen im Land Nordrhein-Westfalen geboren, einer Universitätsstadt, wo auch Axel Weber, ein bekannter Ökonom, Professor und Bankier, studiert hat. War der Beruf Banker Ihr Jugendtraum?

Konrad Niemann: Nein, ich wollte eigentlich in die Fußstapfen meines Großvaters treten und studierte aus diesem Grund Eisenhüttenwesen. Nach zwei Monaten bemerkte ich jedoch, dass es für mich nicht die richtige Wahl war und studierte Jura. Ich wurde Trainee bei der Commerzbank. Meine erste Filiale habe ich in Menden im Sauerland übernommen und sammelte, bis zu meiner Führungsfunktion als Leiter Wealth Management der Commerzbank Bayern 2011, Erfahrungen in verschiedenen Banken und Filialen unter anderem auch in Halle an der Saale und in Leipzig. Seit dem 7. April 2015 bin ich in Berlin und freue mich auf die neue Funktion des Niederlassungsleiters der Region Berlin Süd, die sich vom Wannsee bis nach Adlershof erstreckt.

Rotierende Seiten: Nach 100 Tagen in Berlin würden wir gern erfahren, wie Sie sich Ihre Arbeit bei der Commerzbank vorstellen?

Konrad Niemann: Ich habe Berlin bereits recht früh als meine neue Wunschheimat gesehen. Friedrich W. Niemann, mein Bruder, ist seit 2010 in Berlin und eröffnete, wie Sie wissen, erfolgreich das Waldorf Astoria Berlin als General Manager. Von ihm lernte ich, Berlin und seine Menschen kennenzulernen. Mit der Neuausrichtung der Commerzbank und einer verbesserten Struktur in Berlin ergeben sich für die vier Niederlassungsleiter mehr Möglichkeiten, in deren Regionen Vertrauen in die Leistung der Commerzbank aufzubauen und mehr persönliche Beratung anzubieten.

Rotierende Seiten: Die Commerzbank, die zweitgrößte Bank in Deutschland, hat sich wieder erholt. In Berlin gibt es 70 Filialen und 12.000 neue Kunden. Was ist Ihr Ziel und mit welchen Maßnahmen möchten Sie weitere Kunden gewinnen?

Konrad Niemann: Ja, Sie haben recht, wir sind zurück auf Kurs und hatten in 2012 trotz intensivem Wettbewerb ein gutes Jahr – ausdrücklich auch in Berlin. Ganz aktuell kann ich Ihnen mitteilen: unser Wachstumkurs verstetigt sich. Im ersten Halbjahr 2015 konnten wir in der Hauptstadt netto über 6.100 neue Privatkunden von uns überzeugen und in den fünf neuen Ländern zusammen immerhin knapp 20.000. Besonders groß ist die Nachfrage derzeit bei Immobilienfinanzierungen. Im ersten Halbjahr 2015 hat die Commerzbank im Osten Wohneigentum in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro finanziert, davon alleine 600 Millionen Euro in Berlin. Das ist ein Rekordwert. Auch das Depotvolumen in Berlin ist seit Ende Dezember 2014 um rund 300 Millionen auf 5,6 Milliarden Euro gewachsen. Der größte Anteil davon fließt in professionell gemanagte Vermögensverwaltungen. Denn viele Kunden können und wollen mit den rasanten Entwicklungen an den Finanzmärkten nicht täglich Schritt halten. Außerdem wissen sie inzwischen, dass sie ohne Wertpapiere keine Rendite erzielen können.
Wie haben wir diese Zwischenergebnisse erreicht? Wir arbeiten kundenorientiert, mit einer flachen Hierarchie und beraten unsere Kunden in einem persönlichen Gespräch mit einem sogenannten Kundenkompass. Nur so können wir vom Kunden viel Persönliches erfahren, um ihn richtig und kompetent beraten zu können. Dazu setzten wir den Kundenkompass ein und fragen nach seinen Ängsten bei einer Anlage, seiner Risikobereitschaft bei Aktien oder Fondsanlagen, oder ob er eine Altersvorsorge oder eine Finanzierung einer Immobilie benötigt. Nur wer Vertrauen schafft, wird die Kunden gut beraten und auch an die Commerzbank binden können.

Rotierende Seiten: Was halten Sie von der Digitalisierung, bleibt hier die Kundenberatung und – betreuung nicht auf der Strecke?

Konrad Niemann: Seit 2013 entwickeltet sich die Commerzbank zu einer führenden Multikanalbank und bietet den Kunden z.B. Online- und Mobile-Banking mit einer Sicherheitsgarantie an. Wir haben das Selbstbewusstsein, unseren Kunden das Richtige anbieten zu können. Wenn er eine Beratung in der Filiale haben möchte, stehen die 70 Filialen in Berlin auch in der Zukunft zur Verfügung. Kunden, die bei uns Online Banking nutzen, dürfen auf besondere Maßnahmen vertrauen wie etwa das derzeit sicherste Verfahren mit der sogenannten Photo-TAN. Außerdem bieten wir unser Online Banking mit einer ausdrücklichen Sicherheitsgarantie an: nutzt der Kunde unsere digitalen Produktlösungen und kommt es dennoch zu einem Schaden, erstatten wir ihm diesen. Besonders nachgefragt wird bundesweit unsere hilfreiche Kontostands-App. Hier sehen Kunden jederzeit nach einem Klick die letzten Bewegungen auf ihrem Konto sowie den aktuellen Saldo. Eine praktische Ergänzung hierzu ist das digitale Haushaltsbuch, welches wir vor wenigen Wochen freigeschaltet haben – eine echte Unterstützung beim professionellen Umgang mit den eigenen Finanzen. Schließlich zählt dazu auch unser Kontostand-Alarm: rutscht der Kontosaldo aufgrund einer Zahlung in eine geduldete Überziehung, erhält der Kunde eine automatische Information darüber. Das alles führt letztlich auch zu mehr Dialog zwischen Kunde und Berater. Wir sind daher überzeugt: die Zukunft im Bankgeschäft ist digital, aber auch persönlich. Das sind praktisch zwei Seiten derselben Medaille.

Rotierende Seiten: Sie sind wie Ihr Bruder Mitglied bei Rotary International und engagieren sich neben Ihrer beruflichen Laufbahn auch in sozialen Bereichen. Wirkt sich das auch für Ihre Arbeit bei der Commerzbank aus und wo sehen Sie Gemeinsamkeiten?

Konrad Niemann: Ja, das stimmt, mein Bruder ist seit 2001 Mitglied und ich seit 2012. Das ist auch für mich logisch, weil wir aus einer langen Tradition von Rotariern entstammen. Ich kann mich auch noch sehr gut an meinen ersten Jugendaustausch bei Rotary erinnern, eine Erfahrung, die ich nur jedem anderen jungen Menschen empfehlen kann.
Zum Sponsoring bei der Commerzbank möchte ich nur drei, für mich wichtige Projekte, anführen: in Berlin hat unser Drumbo Cup, Deutschlands größtes Hallenfußball-Turnier für Grundschulen, eine herausragende Bedeutung. Im kommenden Jahr veranstalten wir den Cup zum 42. Mal. Alleine in diesem Jahr haben insgesamt über 600 Berliner Schulmannschaften aus allen Bezirken daran teilgenommen. Weiterhin liegt mir das Umweltpraktikum am Herzen. Hier sponsern wir seit 25 Jahren alljährlich rund 50 bezahlte Praktikumsplätze für Erstabsolventen in den deutschen Nationalparken und Schutzgebieten. Schließlich möchte ich die Jürgen Ponto-Stiftung erwähnen, die seit 1977 zum Ziel hat, junge Künstler mit einem Literaturpreis von 15.000 Euro auszuzeichnen.

Rotierende Seiten: Was wünschen Sie sich persönlich als Neuberliner?

Konrad Niemann: Ich will dazu beitragen, dass die Commerzbank weiter wächst und dass der Slogan „Fair und Kompetent“ bei den Kunden weiter haften bleibt. Sozial werde ich mich genauso bei der Commerzbank beim „Drumbo Cup“ wie das „Grüne Band“ der DOSB, aber auch in einem neuen Rotary Club in Berlin engagieren. Gemeinsam mit meiner Familie werden wir in Berlin eine neue Heimat finden und uns wohl fühlen.

Wir wünschen Konrad Niemann weiterhin viel Erfolg und bedanken uns für das Gespräch.
 


 

Interview: RR