„Liebeslieder am Ultimo“ im Schlosspark Theater Berlin

„Gehen wir Tauben vergiften im Park“ – dieses Lied ist fast schon ein Synonym für Georg Kreisler. Es gehört zu seinen schwarzhumorigen Werken und war sogar einmal im Radio verboten. Ende 2011 verstarb Kreisler in Salzburg, aber seine Lieder leben weiter. Unter anderem dank seiner Witwe Barbara Peters und Ilja Richter: beide gestalten im Steglitzer Schlossparktheater den Abend „Liebeslieder am Ultimo“ – passend also z.B. auch zum Ende einer Liebe oder des Lebens…

„Georg war sehr romantisch und liebevoll, ich habe das 36 Jahre lang genossen“ schmunzelt Barbara Peters – „anders als in seinen Liedern….“

Ilja Richter hatte Kreisler zu Lebzeiten oft in Salzburg besucht, der musikalische Abend war an und für sich mit ihm zusammen geplant. „Ich habe ihn zuerst mit 14 Jahren wahrgenommen“, erinnert sich Richter „als mein Vater die Schallplatte ‚Zwei alte Tanten tanzen Tango‘ mitbrachte.“ Für ihn ist Georg Kreisler einer der größten Kabarettpoeten.

Kreisler selbst lebte alle 10 Jahre in einer anderen Stadt, fühlte sich nirgendwo lange zu Hause. Wegen seiner jüdischen Wurzeln war er 1938 nach Amerika emigriert, wurde 1943 amerikanischer Staatsbürger. „Aller Anfang ist leicht, bis zum Ende durchzuhalten ist schwerer“ soll Kreisler bei einem seiner letzten Auftritte gesagt haben – typisch!

Im Schlossparktheater präsentieren Barbara Peters – Kreisler und Ilja Richter zu verschiedenen Terminen Lieder wie „Mein Weib will mich verlassen“ und die klammheimliche Freude darüber. Und erinnern sich in Gesprächen an den großen Schla –Wiener….

von G.Gerson