Zwei wie wir: Komödie am Kurfürstendamm

Rudy und Nora treffen sich zufällig in einem Restaurant – fast vier Jahre haben sie sich nicht gesehen. Aus gutem Grund: sie waren einmal ein Paar. Nun erinnern sie sich an die Ehezeit, an Hoffnungen, Irrungen und Verwirrungen.

Da gab es doch auch schöne Momente, das erste Date oder den Besuch bei einem Baseballspiel. Langsam erfährt der Zuschauer, dass beide grundverschieden sind: sie ist eine Künstlerin aus wohlhabenden Kreisen, er ein einfacher Maler, besser Anstreicher. Auch der Zeitpunkt des Bruchs der Beziehung offenbart sich später: der Tod des gemeinsamen Kindes.

„Die Menschen sind heute erschöpft von all den Dingen, die sie gleichzeitig machen“ meint Valerie Niehaus. “Daran sind sicher auch Nora und Rudy gescheitert.“ „Denn eigentlich sind beide die perfekte Bereicherung füreinander“ ergänzt Stefan Jürgens.

„Zwei wie wir“ ist für Valerie Niehaus ein Stück „mit einer gewissen Leichtigkeit,“ lacht sie, die man bisher hauptsächlich aus dem Fernsehen kannte. “Die Spionin“ etwa lief Ende letzten Jahres sehr erfolgreich. Oder „Drunter und Brüder“ gerade im Ersten.

Die „Szenen einer Beziehung“ sind flott und mit Wortwitz von Folke Braband dem Boulevard angemessen inszeniert. Der Zuschauer denkt mehr als einmal: das kenne ich doch auch so – oder ähnlich!

Es macht Spaß, Valerie Niehaus und Stefan Jürgens bei ihren „Beziehungskatastrophen“ zuzusehen, die der kanadische Autor Norm Foster dem richtigen Leben wohl abgelauscht hat.

Für Valerie Niehaus ist es die erste Theaterarbeit – nach rund 20 Jahren Film. „Eine Tageszeitverschiebung ist das auch, ruhiger als ein Filmdreh, der einen manchmal weit weg führt.“ So oder so… Und so kann sie sich nun tags auch um ihr Kind kümmern.

Nur manchmal schaut bei „Zwei wie wir“ das Klischee um die Ecke – weder Mann noch Frau kommen trotz Emanzipation aus ihren Rollentypen heraus. Aber: „Es sind sehr verbundene Menschen – jeden Abend etwas anders“ sinniert Valerie Niehaus. Achtsamkeit ist ihr wichtig, im Umgang mit den Menschen. „Wir wollen einen warmen, unterhaltsamen Abend anbieten“ ergänzt Stefan Jürgens.

Also: Paare bitte hingehen und schauen, was die Zukunft so bringen kann. Und Expaare auch… Und Stephan Jürgens dabei zusehen, wie er dem Affen Zucker gibt – „mit dem richtigen Grad der Gestaltung natürlich.“

Erst mal bis März kann man zusehen, wie sich die ehemalige Gräfin aus „Verbotene Liebe“ und der Major Ribarski aus der „SOKO Wien“ Stefan Jürgens erstmalig auf den Brettern der Komödie am Kudamm mit dem ewigen Thema „Liebe“ auseinandersetzen. Und mit ihnen auf eine zweite Chance hoffen…

„Liebe kann vieles überwinden“ gibt Jürgens zum Abschied zu bedenken….

von G. Gerson

Zwei wie wir“ läuft noch bis 1. März 2015 in der Komödie am Kurfürstendamm.