„Zyklus Deportation“: Eine Ausstellung von Edith Kiss

Mit einer Vernissage im Foyer der neuen Vertriebszentrale von Mercedes-Benz am 13. Februar 2014 ehrt Mercedes Benz Vertrieb Deutschland die ungarisch-jüdische Künstlerin Edith Kiss. In der Zeit vom 14. Februar bis 13. März 2014 werden Reproduktionen aus der Kunstsammlung von Edith Kiss der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Edith Kiss, die aus einer ungarisch-jüdischen Familie stammt, studierte in den zwanziger Jahren Malerei an der Kunstakademie in Budapest und Bildhauerei an der Kunstakademie in Düsseldorf. Im November 1944 kam Edith Kiss ins Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Von dort aus brachte man sie am 6. Dezember 1944 zusammen mit etwa 80 ungarischen Jüdinnen während der NS-Diktatur zur Zwangsarbeit ins Daimler-Benz-Werk Genshagen bei Ludwigsfelde. Gegen Kriegsende wurde sie nach Ravensbrück zurückgeführt. Gemeinsam mit ihrer Freundin Ágnes Galambos (später Ágnes Bartha) gelang Edith Kiss am 30. April 1945 bei Strasen/Havel die Flucht. Mit ihrer Kunst versuchte Edith Kiss, ihre Erinnerungen zu verarbeiten. So entstanden in den Wochen nach ihrer Rückkehr nach Budapest die 30 Gouachen des Zyklus „Deportation“.

Anlass dieser Ausstellung war die Straßenbenennung durch den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und die Aufarbeitung der Unternehmensgeschichte der Daimler AG während des NS-Regimes. In seiner Begrüßungsrede erklärte Dr. Lothar Ulsamer, Leiter föderale und kommunale Projekte der Daimler AG: „Als Unternehmen, in dem es während des NS-Regimes zu Zwangsarbeit kam, stellen wir uns unserer Vergangenheit. Unser Unternehmen hat sich intensiv mit der eigenen Geschichte während des Nationalsozialismus beschäftigt und wir übernehmen die historische und moralische Verantwortung für die Zwangsarbeit in unseren Betrieben während des Nationalsozialismus. Parallel zu einem intensiven Austausch mit früheren Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern haben wir uns auch in der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft ‚Erinnerung, Verantwortung und Zukunft‘ engagiert, die humanitäre Leistungen für Opfer des Nationalsozialismus ermöglichte.“
Seit Beginn der 80er Jahre öffnete die Daimler AG die Firmenarchive für wissenschaftliche Forschungen und war Ende der 90er Jahre Mitinitiator der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“. Diese Stiftungsinitiative, getragen von 6500 Unternehmen, brachte insgesamt 5,1 Milliarden DM für frühere Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie andere NS-Opfer auf.

Gemeinsam mit der Gedenkstätte Ravensbrück konzipierte Mercedes-Benz die Temporäre Ausstellung. „Seit den 90er Jahren arbeitet die Daimler AG mit der Gedenkstätte zusammen und durch die finanzielle Unterstützung des Unternehmens konnten zum Beispiel die Europäische Sommeruniversität Ravensbrück oder der Ankauf von Portraits ehemaliger Zwangsarbeiterinnen realisiert werden“, so Dr. Insa Eschenbach, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück.

Die Ausstellung „Edith Kiss (1905 – 1966)“ ist bis zum 13. März 2014 werktags von 10:00 bis 17:00 Uhr im Foyer des MBVD in der Mühlenstraße 30, 10243 Berlin, für Besucher geöffnet.

Foto: Daimler AG

Foto: Daimler AG
(v.l.n.r.) Dr. Lothar Ulsamer (Leiter föderale und kommunale Projekte der Daimler AG), Jana Borkamp (Bezirksstadträtin von Friedrichshain-Kreuzberg), Dr. Katalin Karsai (Gesandte der Botschaft von Ungarn), Dr. Insa Eschebach (Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück) und Harald Schuff (Vorsitzender der Geschäftsleitung des Mercedes-Benz Vertrieb Deutschland).
Foto: Daimler AG

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Die Ausstellung „Edith Kiss (1905 – 1966)“ in Berlin: Mit ihrer Kunst versuchte Edith Kiss, ihre Erinnerungen zu verarbeiten. In der Zeit vom 14. Februar bis 13. März 2014 werden Reproduktionen aus der Kunstsammlung von Edith Kiss der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.