Das Spiel des Jahres 2013

Die Idee, ein „Spiel des Jahres“ zu wählen, hatten 1978 sieben Gründungsmitglieder auf einer Spielwarenmesse. Heute setzt die Jury (zehn Mitglieder) mit der Wahl des „Spiel des Jahres“ und des „Kennerspiel des Jahres“ solche hohen Qualitätsstandarts, dass von einer Oscar-Verleihung der Spiele gesprochen wird.

Bereits 1979 wurde zum ersten Mal die Auszeichnung „Spiel des Jahres“ für das Spiel „Hase und Igel“ aus dem Verlag Ravensburger verliehen. 2001 folgte die Auszeichnung „Kinderspiel des Jahres“ und seit 2011 verleiht der Verein die Auszeichnung „Kennerspiel des Jahres“ an Spiele, die sich an Menschen richten, die größere Herausforderungen suchen. Der Verein Spiel des Jahres e.V. finanziert sich über eine Lizenzgebühr der Verlage, die den roten Pöppel (Ausgezeichnete Spiele) oder blauen Pöppel (Kinderspielpreis) erhalten haben. Die Mitglieder des Spiel des Jahres e.V. arbeiten ehrenamtlich.

Bereits am Vorabend zur Bekanntgabe der Sieger traf sich die Jury am 07.07.2013 im Kempinski Hotel Bristol Berlin am Kurfürstendamm, um die Sieger aus dem Kreis der Nominierten zu wählen. Nur das Kinderspiel des Jahres „Der verzauberte Turm“ aus dem Verlag Schmidt Spiele wurde bereits am 10. Juni 2013 in Hamburg ausgezeichnet.

Wie in jedem Jahr wurde die Preisverleihung von Bernhard Löhlein, Sprecher des Vereins Spiel des Jahres e.V. und Tom Felber, Vorsitzender des Vereins Spiel des Jahres e.V., mit dem Ziel präsentiert, die Spiele als Kulturgut in Familie und Gesellschaft weiter zu verbreiten. In diesem Jahr waren sie von den großen Medieninteresse so begeistert, dass sie sich wünschten, alle Nominierten in den Medien wieder zu finden, „denn sie haben es verdient“, so Löhlein und Felber.

Sieger in der Kategorie „Kennerspiel des Jahres 2013“: Die Legenden von Andor

Melinda RachfahlDie Legenden von Andor
Foto: Melinda Rachfahl
Sieger in der Kategorie „Kennerspiel des Jahres 2013“: Die Legenden von Andor

Böse Kreaturen bedrohen das Land Andor. Allen voran der Drache Tarok, der den Untertanen von König Brandur Angst einflöst. Doch einige Helden stellen sich dem Kampf. Als Zwerg, Zauberer, Bogenschütze oder Krieger schließen sich die Spieler zusammen, um in diesem kooperativen Fantasy-Spiel unterschiedliche und schwierige Abenteuer zu bestehen. In den so genannten „Legenden“ kommt es darauf an, zielstrebig zu agieren und die besonderen Fähigkeiten der einzelnen Helden effizient zu nutzen. Wer Willen und Stärke bündelt, hat bessere Chancen im Würfel-Duell gegen Skrale oder Wardraks. Doch fast alle Aktionen kosten Zeit. Ist das Legendenziel nicht rechtzeitig erreicht, gewinnt das Böse. Worin das Ziel besteht, erfahren die Helden erst während des Spiels, wenn die Legende nach und nach erzählt wird.

Begründung der Jury:
 Ein Spiel wie ein Roman: Auf grandiose Weise entführt „Die Legenden von Andor“ in eine einmalige Fantasy-Welt. Von Abenteuer zu Abenteuer offenbart sich den Spielern immer mehr das Schicksal des Landes Andor und lässt die Helden immer tiefer in die stimmungsvolle Geschichte eintauchen – das Spiel wird zum Erlebnis. Innovativ ist zudem die Regel-Gestaltung: Die Losspiel-Anleitung ermöglicht einen schnellen Start; Details werden erst dann erklärt, wenn sie benötigt werden.

Sieger in der Kategorie „Spiel des Jahres 2013“: Hanabi

Foto: Melinda Rachfahl
Foto: Melinda Rachfahl
Sieger in der Kategorie „Spiel des Jahres 2013“: Hanabi

Das Wort „Hanabi“ stammt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie „Feuerblume“ oder „Feuerwerk“. In diesem Fall steht Hanabi für ein ungewöhnliches kooperatives und kommunikatives Kartenspiel. Karten mit Feuerwerksbildern werden in Reihen, nach Farben und Zahlen geordnet, abgelegt. Das einzige Problem: Die Spieler nehmen ihre Karten falsch herum auf. Anders als gewohnt sehen sie nicht die eigene Kartenhand, blicken aber ständig in die Karten der Mitspieler. Aus Hinweisen wie: „Diese Karten sind blau“ oder „Du hast eine Drei, diese ist es“ und mit dem Wissen aus vorherigen Runden, muss der Spieler erkennen, welche Karte er ausspielen oder abwerfen sollte. Die Zahl der Hinweise ist jedoch begrenzt, und nach drei Fehlern ist das Spiel verloren. Wer schafft das Maximum an Punkten: das perfekte Feuerwerk?

Begründung der Jury: Hanabi überzeugt durch einen bislang einmaligen Mix aus kooperativen, kommunikativen und deduktiven Spielelementen. Die falsch herum gehaltenen Karten sorgen nicht nur für einen ungewohnten Anblick, sondern sie fördern auch das konzentrierte Zusammenspiel. Es fasziniert, wie die Gruppen von Partie zu Partie besser harmonieren und lernen, aus klugen Tipps die richtigen Schlüsse zu ziehen. Gelingt ein legendäres Karten-Feuerwerk, ist die Freude groß.