Kingdom Builder – Spiel des Jahres 2012

In schwierigen Zeiten, wie der Eurokrise oder der fehlenden politischen oder wirtschaftlichen Erfolge sehnen sich die Menschen nach einem privaten Erfolg oder Frieden. Früher waren es Heimatfilme, Familienabende oder die Sehnsucht nach Freiheit und Geborgenheit. Gern verschenken Eltern, Großeltern, Freunde oder Verwandte Spiele zu Weihnachten oder zum Geburtstag und rechtzeitig vor der Herbst- und Wintersaison gibt der „Verein Spiel des Jahres“ eine Empfehlung heraus und stellt die Nominierten und Sieger des Kritikerpreises 2012 vor. Zum 34. Mal präsentierte eine Jury im Kempinksi Hotel Bristol Berlin am Kurfürstendamm das „Spiel des Jahres“ und das „Kennerspiel des Jahres“ 2012.

Tom Felber, Vorsitzender des Vereins Spiel des Jahres, stellte in seiner Laudatio fest: „Die Trennlinie zwischen Spiel des Jahres und Kennerspiel des Jahres führt hauptsächlich über den Aufwand, der notwendig ist, um in die jeweilige Spielwelt eintreten zu können.“ Felber betonte, dass alle nominierten Spiele eines gemeinsam haben, sie haben das Potential die Spieler auf kreative Weise zusammenzuführen und sie sind „Kulturbotschafter“ Deutschlands.

Eine unabhängige elfköpfige Jury nahm alle Neuerscheinungen im Bereich des Familien- und Erwachsenenspiels des laufenden und des vergangenen Kalenderjahres auf und erarbeitete in einer Klausurtagung die Nominierungsliste. Kriterien für die Nominierungsliste sind:
1. die Spielidee (Spielspaß, Originalität, pädagogischer Spielwert)
2. die Regelgestaltung (Aufbau, Übersichtlichkeit, Verständlichkeit)
3. das Design (Funktionalität, Verarbeitung)
4. das Layout (Karton, Spielplan, Regeln).

Diesen hohen vielseitigen Anforderungen wurde allen voran der Verlag Queen Games aus Troisdorf mit seinem spannenden Aufbauspiel zum eigenen Königreich „Kingdom Builder“ gerecht. Der Verlag Queen Games verlegt seit 1992 Brettspiele. Die Jury begründete den Sieg „Spiel des Jahres 2012“ mit den Worten: „Ein amerikanischer Autor hat ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten erschaffen: Dank des variablen Spielplans und der hohen Zahl verschiedener Siegbedingungen gleicht kein Königreich dem anderen. Diese unterschiedlichen Ausgangslagen und eine Glückskomponente stellen die Spieler stets vor neue strategische Herausforderungen“. Ein Spiel von Donald X. Vaccarino, es dauert 45 Minuten und kostet 43 Euro.

Der anthrazitfarbende Pöppel für hochkomplexe Ansprüche wurde in diesem Jahr an den Hamburger Verlag eggertspiele (Vertrieb Pegasus Spiele) für das “Kennerspiel des Jahres 2012“ „Village“ verliehen. Der Hamburger Verlag eggertspiele ist ein Spezialist für taktische und strategische Gesellschaftsspiele. Die Begründung der Jury: „Village bildet auf bislang einmalige Weise in einem Brettspiel das typische Leben in einem Dorf ab. Vor allem die Einbettung des Themas Tod ist so innovativ wie ungewöhnlich: Die Figuren gehören unterschiedlichen Generationen an, werden geboren und sterben. Dank des logischen Zeitmechanismus gehört der natürliche Rhythmus des Lebens wie selbstverständlich zu diesem schlüssig und übersichtlich komponierten Spiel“. Ein Spiel von Inka und Markus Brand, es dauert 90 Minuten und kostet 35 Euro.

Bereits am 11. Juni 2012 wurde in Hamburg das Kinderspiel des Jahres 2012 gewählt. Es passt genau in die richtige Zeit für Deutschland „Schnappt Hubi!“. Ein elektronisches Spiel wo das freche Gespenst Hubi ständig den Tieren ihre Leckereien klaut. Die Begründung der Jury lautet: „In Hubis Spukhaus möchte jeder hinein! Der magischen Atmosphäre kann sich niemand entziehen. Welcher Weg ist der richtige? Wie setzen wir Hubi fest? Die eingebaute Elektronik unterstützt das gemeinsame Erleben und führt intelligent durch das Spiel“. Ein Spiel von Steffen Bogen für Kinder ab 5 Jahren.

Doch es dürfte sich auch lohnen, die Nominierten wie „Eselsbrücke“, Verlag Schmidt Spiele, „Vegas“, Verlag alea/Ravensburger, „Targi“, Verlag Kosmos und „K2“, Verlag rebel.pl zu betrachten. Die Empfehlungsliste der Jury kann ebenfalls durch ihre neuen Kreationen als Geschenktipp in Betracht gezogen werden. So fanden sich auf der Kandidatenliste für die Auszeichnung solche Titel wie: „Drecksau“ ein lustiges Kartenspiel ab 7 Jahre, „Indigo“ ein verschlängeltes Legespiel ab 8 Jahre, „Kalimanbo“ ein chaotisches Laufspiel ab 8 Jahre, „Hawaii“ ein Strategiespiel ab 10 Jahre oder „Ora et Labora“ ein anspruchsvolles Strategiespiel ab 12 Jahre. Detailliertere Informationen sind unter www.spiel-des-jahres.com zu finden.

von RR