Sepp Maier, Deutschlands Fußball-Legende

Josef Dieter Maier, der beste Torhüter der Welt, wurde im Februar 1944 in Metten, Niederbayern geboren. Zwei Jahre später siedelte seine Familie nach Haar bei München um, wo er mit fünf Jahren Fußball spielen lernte. Neben seinem Fußball turnte er im TSV Haar, wo er als Jugendlicher bereits Kreismeister im Turnen wurde. Trotz Fußball und Turnen schloss Sepp Maier mit 18 Jahren die Lehre als Maschinenschlosser erfolgreich ab. Das Leben wird im größten Teil von Zufällen bestimmt und so war es auch bei Sepp Maier. Bei einem Spiel gegen die II. Jugendmannschaft des FC Bayern München war der Torhüter verletzt und Sepp Maier musste ins Tor. Sein steiler Aufstieg im Fußball begann, doch eigentlich wollte er Schauspieler werden. Das Schlitzohr und bayrische „Urviech“ wie ihn seine Fußballweggefährten nannten, begeisterte einige Jahre später als Spaßvogel, Volksschauspieler und Unterhaltungskünstler.

Bereits 1966 mit 22 Jahren begann seine Nationalmannschaftskarriere als Torhüter beim 4:0 gegen Irland in Dublin. In seiner aktiven Zeit von 1966 bis 1979 absolvierte er 95 Länderspiele und ist damit deutscher Rekord-Nationaltorhüter. In den letzten sechs Länderspielen 1978/1979 war er Spielführer der Nationalmannschaft und trug den Spitznahmen „Die Katze von Anzing“. Zu seinen positiven Eigenschaften zählt auch sein grenzenloser Ehrgeiz, wie zum Beispiel das Verschweigen von Verletzungen, um spielen zu können. 1979 sorgte ein zweiter Autounfall für die Beendigung der aktiven Laufbahn. Aber ohne Fußball konnte Sepp Maier noch nicht leben und so wurde er von 1994 bis 2008 fester Torwart-Trainer bei den Bayern. Seine Wutausbrüche nach Abwehrfehlern, die sogar seinen langjährigen Weggefährten Franz Beckenbauer gefürchtet hatte, haben sich scheinbar auf Oliver Kahn übertragen, denn Sepp Maier war maßgeblich daran beteiligt, dass Kahn zu den weltweit Besten im Tor wurde. Im Laufe der Jahre wollten seine Fans mehr über seine Person und seine Erfolge erfahren und so fing Sepp Maier, an Bücher zu schreiben. Einige davon sind in jedem gut sortierten Buchladen oder im Internet erhältlich, andere jedoch seit Jahren vergriffen.

Heute betreibt Maier in Anzing (Oberbayern) ein Tenniszentrum, gibt einem Golfclub in Berlin seinen Namen und engagiert sich als Botschafter der José Carreras Leukämie-Stiftung.

Wir sprachen mit Sepp Maier, (Handicap 5,9) aus Anlass seines 6. Sepp Maier Golfturniers im Golf Resort Berlin Pankow.

INTERVIEW mit Sepp Maier

Rotierende Seiten: Mit fünf Jahren begannen Sie Fußball zu spielen und wurden Europameister, Weltmeister und Deutschlands Torwart des Jahrhunderts. 1979 beendete ein schwerer Autounfall Ihre Karriere beim FC Bayern München. Was bedeuten Ihnen heute Ihre sportlichen Erfolge?

Maier: Es ist immer was Besonderes und Einzigartiges rückblickend zu sehen, was man eigentlich alles erreichen kann in seinem Beruf. Sehr Wenige haben es geschafft, aber ich gehöre zu den Wenigen. Da kann man schon stolz darauf sein, es kann mir keiner mehr wegnehmen. Es sind Erfolge, die sehr schwer oder gar nicht mehr zu erreichen sind.

Rotierende Seiten: Nach Ihrer aktiven Zeit wurden Sie einer der erfolgreichsten Torwarttrainer beim FC Bayern München und in der National-Elf. Sie formten Oliver Kahn und trieben ihm zur Höchstform.Wie sehen Sie die Entwicklung des deutschen Fußballs und die Förderung der Jugend?

Maier: Die Entwicklung und Förderung des deutschen Fußball ist in den letzten Jahren hervorragend gewesen, aber die ganz großen Titel fehlen noch, wenn so weiter gearbeitet wird ist es nur eine Frage der Zeit, wann sie sich einstellen.

Rotierende Seiten: Seit der deutschen Wiedervereinigung engagierten Sie sich für Ihre zweite Leidenschaft, den Golfsport und gaben dem Golfclub Berlin Pankow Ihren Namen, warum?

Maier: Der Betreiber der Golfanlage Pankow, Dr. Rüdiger Umhau, ist mein großer Freund – schon seit Jahrzehnten. Es ist ein toller Platz geworden, vor allem ein Platz für Jedermann. Die Berliner sind nämlich keine „Gspinnerten“ sondern uns Bayern sehr ähnlich.

Rotierende Seiten: Ihr soziales Engagement bedeutet Ihnen sehr viel. Sie sind Botschafter der José Carrera Leukemie-Stiftung. Warum gerade für diese Stiftung und welche Ratschläge können Sie unseren Lesern übermitteln „Gutes zu tun“?

Maier: Jose Carrera war selbst einmal ein Patient seiner Krankheit, er hat an sich selbst gesehen, dass man diese Krankheit heilen kann.
Ratschläge für Ihre Leser: Jeden Tag mit Freude aufstehen, denn der Tag bringt sowieso was er bringt (oft nur Mist) aber man kann sehr viel leichter leben, wenn man sich selbstbewusst und freundlich seinen Mitmenschen zeigt, vielleicht reißen sie einige mit in ihren positiven Strudel. Ich zum Beispiel habe mir vorgenommen jeden Tag eine gute Tat zu vollbringen, heute waren Sie dran lieber Ralf. Viele Grüße Euer Sepp Maier

von RR

Sepp Maier

Foto: Sepp Maier