Tina Tandler bewegt mit ihrem Saxophon die Herzen der Zuschauer

Tina Tandler ist Musikerin, Sängerin, Schauspielerin, Moderatorin, Grenzgängerin – zuhause in der Vielseitigkeit des künstlerischen Schaffens.

Nach Abschluss ihres Musikstudiums an der Franz Liszt Hochschule Weimar kam die gebürtige Thüringerin nach Berlin, schloss sich der Rockband „Kerschowski“ an und eroberte das Land weit über die Grenzen Berlins hinaus. Zeitgleich tourte sie gemeinsam mit dem Musiktheater „Rumpelstil“ viele Jahre mit Bühnenstücken und Musikprogrammen durch ganz Deutschland, spielte in Österreich, der Schweiz, auf Bornholm und sogar in New York.

Als Schauspielerin war Tina Tandler in einer mehrteiligen TV-Serie des MDR und regelmäßig im Kinderfernsehen zu sehen u.a. in der TV-Produktion „Traumsandmärchen“. Kurz darauf zog es sie in der Rolle des „Musikkoboldes“ auf die Theaterbühne des wochenlang ausverkauften Theater des Westens, Berlin. Sie spielte Programme u.a. mit Gerhardt Gundermann, Gerhard Schöne, Angelika Mann und betreute mit ihrer Band den SAT.1 „Comedy Club“ mit Ingolf Lück und Eckardt von Hirschhausen. Sie trat beim Classic Open Air Berlin zusammen mit Ute Lemper und Klaus Hoffmann mit klassischem Repertoire auf, das auch von ihr moderiert wurde.

Mittlerweile hat Tina Tandler auf mehr als dreißig Tonträgern mitgewirkt, auf Bühnen – und in der Filmmusik hat sie ihre vertonten Spuren hinterlassen. In diesem Zusammenhang erschien gerade ihre erste DVD Tina Tandler „Klangreise“ – ein authentischer Blick auf das Zusammenspiel von Mensch und Instrument. Humorvoll und ehrlich spricht sie darin über ihre Leidenschaft zur Musik, schildert ihre Sehnsucht nach der Weite der Ozeane und verkörpert ihre Überzeugung der gelebten Kompositionen.

Einen besonderen Leckerbissen erwarten die Freunde von Tina Tandler bei der RBB TV-Produktion „Elblandfestspielen 2011“ am 15. und 16. Juli 2011 in Wittenberge.

Aus diesem Anlass führten wir mit Tina Tandler ein Interview.

Sie sind seit 1989 in Berlin und unterstützen das Projekt „namu – Art for Life Network“, warum?

„namu – Art for Life Network“ ist ein Verein zur Förderung der Kinder-, Jugend- und Altenhilfe. Gegründet vor fünf Jahren in Berlin von Una Gonschorr, ausgebildete Sängerin, Schauspielerin und Tänzerin, mit dem Ziel durch Musik-, Tanz-, Gesangs- und Schauspielprojekten den Kindern, Jugendlichen mit körperlichen, geistigen und seelischen Problemen das Leben erträglicher zu gestalten. Kurz gesagt unsere Aufführungen sind ein therapeutisches Mittel und sollen den schwerkranken Kindern helfen, ihre Selbstheilungskräfte zu mobilisieren.

Warum gehen Sie jetzt mit diesem Verein in ein Krankenhaus?

Mir gefällt der Ansatz, dass man als kranker Mensch auch Spass haben darf! Und das Keativität und Schönheit in Form von künstlerischem Ausdruck eine heilende Wirkung auf Körper und Seele haben. Gefühle werden ausgedrückt und auch die Traurigkeit findet im Spiel ihren Platz. Es darf mitgemacht und mitgelacht und geweint werden. Ärzte bestätigen den großen therapeutischen Wert der Aufführung, denn sie bewirken ein komplettes Herausreißen der schwerkranken Kinder aus ihrer Welt.

Sie erhielten 2000 den Kinderkulturpreis des Deutschen Kinderhilfswerks, wofür?

Ich engagiere mich in der „TanzZwiet Berlin“ im Bereich Kinder- und Jugendtanz, wo ich als Gast mit ihnen auftrete, oder auch mal in der Schule mitarbeite oder sie in meine Auftritte einbinde. Zusammen mit dem Musiktheater Rumpelstil habe ich mit der „Karawane für mehr Kinderfreundlichkeit“, eine Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. (DKHW) zur Förderung der Recht von Kindern auf Gesundheit, unterstützt und war mit ihnen unterwegs gewesen und für dieses Engagement erhielt ich 2000 den Kinderkulturpreis.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft und welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Künstlerisch gesehen hab ich noch so einiges vor, aber es heißt ja nicht umsonst: „Über ungelegte Eier soll man nicht reden“. Zumindest aber wird es in diesem Jahr noch ein neues Album geben. Außerdem baue ich gerade mein Repertoire für Trauungszeremonien aus. Ich liebe Hochzeiten. Es ist wundervoll zu spielen, wenn zwei Menschen sich in Liebe zueinander bekennen. Und damit es richtig unter die Haut geht, braucht es die richtige Musik. Eine Aufgabe, der ich mich sehr verbunden fühle. „Wenn Musik Dich fröhlich macht, ist sie gut, wenn sie dich weinen lässt, ist sie besser“. Ich möchte Beides!

Persönlich möchte ich lernen, noch mehr meinem Gefühl zu vertrauen, was mir u.a. dabei hilft, eigene Stücke zu schreiben und sie aufzuführen. Ich bin immer noch überrascht, wenn meine eigene Musik so eine starke Wirkung hat.Ich möchte mir immer wieder Zeit nehmen, mal gar nichts zu tun und die Welt anzusehen, mit Menschen zu sprechen, vor allem aber, ihnen zuzuhören.

Wir wünschen Tina Tandler weiterhin viel Erfolg und danken für das Gespräch.

von RR