Uwe Klötzner stellt die Initiative „Rotary Nachwuchs Rotaract“ vor

Uwe Klötzner ist in Chemnitz aufgewachsen und Diplom-Wirtschaftsinformatiker. Seit 2004 ist er als Unternehmensberater bei Steria Mummert Consulting in der Versorgungswirtschaft tätig.

Bereits 2002 wurde Klötzner durch ein RYLA-Seminar in Chemnitz Rotaracter. Für den Berufsstart wählte er Berlin als neue Heimat. Mit dem Umzug folgte auch der Clubwechsel von Chemnitz nach Berlin und so trat er 2005 dem RAC Berlin-Hauptstadtclub bei. Zu dieser Zeit übernahm er auch das Amt des Sprechers für Internationales im Rotaract Deutschland Komitee.

In seinem letzten Jahr (Begrenzung durch die Altersgrenze) übt Uwe Klötzner das Amt des Präsidenten im RAC Berlin- Hauptstadtclub 2009/2010 aus. Sein persönlicher Wunsch ist es, sein über acht Jahre währendes Engagement in der rotarischen Familie bei Rotary weiterzuführen. Beispiele gibt es in Deutschland genügend, wo Rotaracter mit ca. 30 Jahren in einen Rotary Club aufgenommen werden. Warum also nicht auch in Berlin.

Wir trafen uns mit Uwe Klötzner zum Interview:

1. Was macht Rotaract für die Jugend so interessant?

Rotaract verbindet „Gutes tun“ mit Freundschaft. Man lernt Gleichgesinnte kennen, durch gemeinsame Projekte, Reisen, Initiativen und Erlebnisse und vor allem man wächst zusammen.
Viele Freundschaften halten über die eigentliche Cluberfahrung hinaus. Durch das bestehende Netzwerk findet man schnell Kontakt in einer neuen Stadt und hat zudem im Rotaract Club eine Anlaufstelle. Aber auch das Lernen und die Übernahme von Verantwortung sind für die Jugend sehr wichtig. Dies geschieht indem Projekte selbständig organisiert werden oder ein Amt übernommen wird. Die Folgen, wenn etwas mal nicht 100% gelingt, sind im Vergleich zu beruflichen Situationen überschaubar. Man kann sich ausprobieren und weiterentwickeln. So schult das Halten von Vorträgen oder Präsentieren von Berichten auf Konferenzen die eigenen Fähigkeiten. Wie bei Rotary organisieren die Clubs spannende Vorträge, Besichtigungen o.ä., zu denen man sonst vielleicht keinen Zugang hat und das bildet zusätzlich.

2. Warum treten die meisten Rotaracter nicht bei Rotary ein, oder gibt es Hinderungsgründe?

Das ist ein vielschichtiges und oft diskutiertes Thema. Gründe gibt es mehrere, aber ein Problem ist weit verbreitet: „Fehlendes Wissen bei Rotary über Rotaract im Allgemeinen und über konkrete Interessierte im Besonderen“.

Mit der Vollendung des 30. Lebensjahres scheiden Rotaracter offiziell aus ihren Clubs aus. Leider geht dann oft der Kontakt zur rotarischen Familie verloren, zumal Menschen in diesem Alter berufsbedingt häufig umziehen und dann in einer neuen Umgebung keinen Rotaracter oder Rotarier mehr kennen. Damit verliert die rotarische Familie viel Potential: Junge Menschen, die oft sowohl fachlich exzellent als auch gesellschaftlich engagiert sind und schon lange Zeit bewiesen haben, dass sie die rotarischen Werte leben. Und diesen Rotaractern fehlen rotarische Langzeitperspektiven, sie fühlen sich „abgestellt“.

Einen möglichen Lösungsansatz bietet die Initiative „Rotary Nachwuchs Rotaract“ (RNR).
RNR ist ein Verfahren, das Rotary und Rotaract gemeinsam entwickelt haben, um rotarischen Geist und rotarisches Engagement zu fördern und im Sinne der rotarischen Werte zu erhalten. Dabei können die Rotaract Beauftragten der Distrikte eine Liste von Rotaractern in der Rotaract Mitgliederdatenbank abfragen, die das 30. Lebensjahr vollendet und Interesse an Rotary haben.

Ein weiterer Aspekt sind die je nach Club großen Alters- und Erfahrungsunterschiede zwischen Rotariern und Rotaractern. Mit 30 Jahren hat man beruflich kaum den Status erreicht, der einen für Rotary attraktiv macht. Umgekehrt ist ein Rotary Club mit einem Durchschnittsalter von über 60 Jahren für einen 30jährigen selten attraktiv.

3. Was würden Sie sich wünschen um die Zusammenarbeit zwischen Rotary und Rotaract zu verbessern?

Rotary und Rotaract sollten gemeinsame Projekte, gegenseitige Vorträge o.ä. durchführen und sich so besser kennenlernen. Mit einzelnen Rotary Clubs funktioniert das hervorragend, andere haben weniger Kontakt mit Rotaract.
Jeder Rotarier sollte wissen, dass es Rotaract gibt, dass es ein wichtiger Teil der rotarischen Familie ist und den perfekten Nachwuchs für Rotary heranbildet. Rotaracter kennen in aller Regel die rotarischen Strukturen sehr gut, haben Erfahrung mit Sozialprojekten und dem Clubleben.

Auf Bundesebene ist in den letzten Jahren schon viel erreicht worden, z.B. das RNR-Programm. Die Zusammenarbeit zwischen Rotaract Club und Rotary Patenclub funktioniert meist gut im Sinne eines freundschaftlichen Verhältnisses mit gegenseitigen Vorträgen und gemeinsamen Aktionen.

Ich rufe alle Rotarier auf, in ihrem Umfeld nach möglichen Interessenten für Rotaract zu schauen. Im Gegensatz zu Rotary kann bei uns jeder vorbeikommen und an unserem Clubleben teilhaben. Man braucht keine Einladung. Unser Programm steht immer aktuell auf unserer Homepage. Nach einer Art „Probezeit“ wird der Interessent häufig zum engagierten Mitglied.

RR