Rüdiger Umhau erhielt Bundesverdienstkreuz für berufliches Engagement

Dr. med. Rüdiger Umhau wurde 1948 in Burghausen/Oberbayern als Sohn eines Facharztes für Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten geboren. Seit 1981 arbeitet er in seiner Praxis in Burghausen, Marktler Straße 33 A. 1983 wurde das von seinem Vater Dr. Guido Umhau übernommene Ambulatorium grundlegend umgebaut und auf insgesamt 278 Quadratmeter erweitert. Im Laufe der Jahre wurde das Ambulatorium mit modernster Medizintechnik, eigenem Röntgenbereich und Physikalischer Therapie ausgestattet. Ästhetische und kosmetische Abteilungen mit seperaten Behandlungsräumen kamen hinzu. Das Institut für plastische und ästhetische Medizin war am 1. Januar 2000 entstanden.
Derzeit sind in der von Chefarzt Dr. Umhau geleiteten Poliklinik drei Fachärzte und sechs vollausgebildete und erfahrene medizinische Assistentinnen tätig. Heute noch werden die plastischen und ästhetischen Operationen von Chefarzt Dr. med. Rüdiger Umhau persönlich, in einer völlig neu renovierten und modernisierten Belegabteilung mit 28 Betten in 14 Patientenzimmern in der Kreisklinik Burghausen, durchgeführt. Im September 2000 erfolgte die Aufnahme in die Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie e.V. und die International Society of Aesthetic Surgery.

Für sein berufliches Engagement bekam Dr. Umhau am 4. September 2001 das Bundesverdienstkreuzes am Bande durch Bundespräsident Johannes Rau auf Vorschlag des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber.

In seiner Freizeit ist Dr. Umhau leidenschaftlicher Golfer. Und so ist es kein Wunder, dass er sich seit 1987 für den Golfsport engagiert. Am 18. September 2005 eröffnete Dr. Rüdiger Umhau (60) den Golfclub Pankow von Berlin e.V. und das Golf Resort Berlin Pankow mit dem 18 Loch Sepp Maier Platz, dem 9 Loch Platz am Fließ. 2007 kam noch ein 3 Loch Übungsplatz dazu. Im Jahr 2008 wurde als zweiter Verein der Golfclub Berlin Blankenburg e.V. gegründet – und bereits im nächsten Jahr kommt eine weitere 6- Lochanlage hinzu.

WIR FRAGTEN NACH

Wir haben mit Dr. med. Rüdiger Umhau in Vorbereitung seines 61 jährigen Geburtstages gesprochen und wollten persönlich mehr über sein Engagement in der Bundeshauptstadt erfahren.

Wie organisieren Sie die vielen Aufgaben: Ihren Beruf, Ihre Familie (Frau und vier Kinder), Ihr Engagement im Golfclub Anthal und Golfclub Berlin Pankow?

Hierbei unterstützen mich meine „Power-Frauen“: Meine Frau Cornelia organisiert die Familie und mein Zuhause in Bayern, meine ärztliche Kollegin Dr. Magdalena Schmid leitet zusammen mit dem ärztlichen Kollegen Peter Forscht die HNO-Gemeinschafts-Praxis in Burghausen und vertritt mich während meiner Abwesenheit im Institut und in der Klinik. Den Golfclub Anthal-Waginger See führt als Geschäftsführerin meine Tochter Nadja Umhau und die leitende Geschäftsführerin im Golf Resort Berlin Pankow heißt Gabriele Wagmüller. Nachdem ich mich im Jahr 2008 endgültig aus der Berufs- und Kommunalpolitik zurückgezogen habe, bleibt mir neben meinem Beruf immer noch Zeit, mich um meine Golfprojekte zu kümmern. Die Freizeit ist allerdings sehr spärlich bemessen.

Warum engagieren Sie sich in Berlin und nicht in Bayern?

Ich habe bereits einige Golfplätze in Bayern auf den Weg gebracht, Golfclub Schloß Piesing, Golfplatz Guttenburg, Golfplatz Pleiskirchen, Golfclub Anthal und Golfplatz Bad Füssing. Den Golfplatz Anthal-Waginger See habe ich behalten und bin dort auch Präsident. Ich wollte noch ein großes Golfprojekt entstehen lassen und habe 2003 auf die Golfkarte Deutschlands gesehen: Bayern hatte damals 161 Golfplätze, Berlin und Brandenburg zusammen 17 Golfanlagen. Da war mir klar: Berlin hat Nachholbedarf, um den Golfsport zum Freizeitsport für Jedermann zu machen.

Wie kam es zur Gründung des Golfclubs in Berlin mit dem Namensgeber und Partner Sepp Maier?

Ich bin mit Sepp Maier seit dem Jahr 1991 dicke befreundet. Damals am Muttertag 1991 habe ich ihn zu seinem ersten Mal mit auf meinen Golfplatz Schloß Piesing genommen. Da hat ihn das „Golfvirus“ angefallen und seither ist er ein ehrgeiziger und sehr guter Golfspieler mit jetzigem Handicap 6. Als ich ihm zu seinem 60. Geburtstag am 28. Februar 2004 von meinen Golfplänen in Berlin erzählte und dass ich ihm gerne die Schirmherrschaft anbieten würde, hat er sich gefreut und spontan zugesagt. Er wurde dann auch Gründungsmitglied des Golfclubs Pankow von Berlin und wir haben das alljährliche Sepp Maier Turnier von Bayern nach Berlin verlegt.

Wer Erfolg hat, hat auch Feinde. Wie wurden Sie in Berlin und in Berlin Pankow empfangen und welche Unterstützung bekamen Sie?

Zunächst waren alle Behörden ablehnend. Es ist ja auch kein Wunder. Berlin hat sicher viele „Investoren“ erlebt, die das Blaue vom Himmel erzählt haben und deren Projekte bald in Rauch aufgegangen waren. Nach meiner ersten Vorstellung der Planung in Pankow konnte ich die Bezirksverordneten wohl von meinem Vorhaben überzeugen. Es ging dann plötzlich recht zügig: Die Änderung des Flächennutzungsplanes, Aufstellung eines Bebauungsplanes und die Erteilung der Baugenehmigung erfolgte alles innerhalb eines Jahres, so dass wir am 4. Oktober 2004 mit dem Bau des Golfplatzes beginnen konnten. Da bin ich auch dem jetzigen Bürgermeister von Pankow, Herrn Köhne sehr dankbar, der schon sehr früh an meine Idee geglaubt und mich unterstützt hat. Allerdings hatte ich in der Bevölkerung viele Widerstände zu ertragen. Regelmäßig wurden in der Nacht die Maßnahmen, die ich mit meiner Mannschaft am Tag errichtet habe, wieder zerstört, wie Vermessungspunkte, Pflanzungen, Absperrungen, Maschinen. Sogar unser Bauwagen wurde eines Nachts in Brand gesteckt. Das alles hat sich in den letzten Jahren beruhigt. Viele der Anwohner, die damals noch auf einer Unterschriftenliste gegen den Golfplatz zu finden waren, spielen heute bei uns Golf und sind meine Freunde und Mitglieder meiner Clubs. Die meisten Anwohner grüßen sogar freundlich zurück, wenn sie mich sehen, das war nicht immer so. Heute fühle ich mich sauwohl in Berlin bei meinen neuen Freunden und auf meinem Golfplatz. Ich bin durchschnittlich jeden Monat mindestens eine Woche in Berlin und natürlich zu jedem großen Event.

Wurde das von Ihnen finanziell getragen oder gibt es Partner, Sponsoren?

Die Investitionen und das finanzielle Risiko trage ich alleine. Da keine Berliner Bank mit der Finanzierung etwas zu tun haben wollte, lief und läuft auch heute noch alles über die Kreissparkasse Altötting/Burghausen.

Viele Golfclubs rund um Berlin haben finanzielle Probleme und Sie bauen den Golfclub noch aus?

Für die finanzielle Stabilität und steigende Wirtschaftlichkeit spielt natürlich unsere Lage im Berliner Osten, nur wenige Kilometer vom Alexanderplatz, eine große Rolle. Zudem glaube ich, dass Golfanlagen oft mit den Kosten ihrer Immobilien wie Clubhaus und sonstigen Gebäuden zu kämpfen haben. Ich habe viel Geld in einen hochwertigen Golfplatz mit überdurchschnittlichem Pflegezustand gesteckt. Unser Clubhaus ist einfach, das Bistro klein mit großer Sonnenterrasse, aber alles bayerisch gemütlich und ohne Marmor.

Sie haben viel Prominenz auf Ihrer Homepage: Sepp Maier, David Hasselhof, Peter Kraus, u.s.w., was bedeutet das für Sie?

Als engagierter Clubpräsident kommt man natürlich auch viel herum und wird zu großen Turnieren, zum Beispiel dem Beckenbauer-Cup in Bad Griesbach regelmäßig eingeladen. Dabei, und auch durch meine Freundschaft zu Sepp Maier, lernt man auch viele Prominente kennen. Das freut mich, ist aber nicht so wichtig. Wichtig ist, dass meine Clubmitglieder und meine Gastspieler auf meinen Golfplätzen mich anerkennen und das gut finden, was ich mache. Und ich glaube, das ist schon so, wenn es auch immer einige gibt, die das eine oder andere besser gemacht hätten.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft für Ihre Familie, für Bayern und Berlin?

Ich wünsche mir, dass meine Familie weiter so zusammenhält, wie das bisher der Fall war, obwohl ich wenig Zeit für meine Frau und meine Kinder habe und dass alle gesund und munter bleiben. Für Bayern und Preußen wünsche ich mir weiterhin das wirklich gute Verhältnis, das sich entwickelt hat, und dass die Berliner Freude am Golfspiel haben und sich in Berlin und Brandenburg der Golfsport zum Breitensport entwickelt wie in Bayern. Ich bin zwar immer noch ein Bayer, aber jetzt auch ein „Berliner“.

Vielen Dank für das Gespräch.

RR