Siegfried Wack: RC Uckermünde-Pasewalk
von Ralf Rachfahl
Der drittgrößte Distrikt in Deutschland mit über 3300 Mitgliedern und 76 Rotary Clubs ist der Distrikt 1940. Wir möchten heute Freund Siegfried Wack (67) vom RC Uckermünde-Pasewalk, Beiratsmitglied und Vorsitzender des Länderausschusses Polen-Deutschland, vorstellen.
Siegfried Wack, Jahrgang 1943, gelernter Diplom-Finanzwirt, wurde im Saarland geboren. Schnell zog es ihn in die Politik und von 1974 bis 1991 war er Bürgermeister der Grenzgemeinde Gersheim (Saarland). 1990 als die Mauer fiel und die Wiedervereinigung vollzogen wurde, zögerte Siegfried Wack nicht, vom Saarland in den Uecker-Randow-Kreis zu ziehen, wollte er doch seine langjährigen Erfahrungen in der Kommunalpolitik anbieten, denn die Stelle als Landrat des Landkreises Ueckermünde war vakant.
Saarland, Ücker-Randow, ein Wessi im Osten, da kamen dem einen oder anderen schon Zweifel auf, „Ich wurde schon beäugt und Freunde aus dem Saarland runzelten die Stirn“, sagte Siegfried Wack im Interview. Aber er ist katholisch in der Laienbewegung erzogen und hat gelernt, dort seinen Mann zu stehen, wo man hingestellt wird und das auch, wenn es der tiefste Osten ist. Er wurde Landrat in Ueckermünde und merkte schnell, dass nicht alles gut war, was aus dem Westen kam. „Viele wollten nur abgreifen, keiner wollte investieren und dann noch die Aufräumarbeiten in Region und Verwaltung, alles eine bewegte Zeit aber meine intensivste in meinem Leben“, so Wack.
„Das war auch die Zeit als mich Ueckermünder ansprachen Mitglied bei Rotary zu werden“. Da Wack merkte, dass diese Mitgliedschaft auch Gutes für die Region und die Völkerverständigung bringen kann, zögerte er nicht lange und wurde Mitglied im Rotary Club Uckermünde-Pasewalk. Bis 2004 war er Landrat des Landkreise Ueckermünde und als er gefragt wurde, ob er in seine 900 Kilometer entfernte Heimatstadt wieder zurück will, fühlte er sich hier in dieser Region, seiner neuen Heimat, verbunden und blieb.
Ab dieser Zeit widmete sich Wack der Völkerverständigung, wurde Präsident und später Mitglied der Kommunalgemeinschaft Pomerania e.V. in der grenzüberschreitenden Euroregion Pomerania. Bis vor kurzem war er Stadtpräsident der Grenzstadt Ueckermünde.
Foto: Siegfried Wack
Neben seiner privaten Ahnenforschung widmet er sich zahlreichen ehrenamtlichen Aufgaben, wie Kreisvorsitzender im Volksbund Deutsche- Kriegsgräberfürsorge, ist Präsident des Kuratoriums der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Mecklenburg-Vorpommern, Mitglied in mehreren Kuratorien, des Presse-Clubs MV sowie im Stiftungsrat des Landschulheims Schloss Rieth. Vielfach ist er auch als Berater in deutsch-polnischen Angelegenheiten gefragt. Durch seine deutsch-polnischen Erfahrungen konnte er für die Funktion im Beirat des Distriktes 1940 für den Länderausschuss Polen-Deutschland 2009 gewonnen werden.
Foto: Siegfried Wack
Vor wenigen Tagen fand in Polen die Distrikkonferenz des Distriktes 2230 (Ukraine, Weißrussland, Polen) statt und Wack war dabei. „Hier können wir auch von den polnischen Rotariern etwas lernen,“ so Wack. „Diese Distrikkonferenz läuft viel emotionaler und in aller Öffentlichkeit ab." Im Mittelpunkt stehen die aktivsten Rotarier, die geehrt werden, umrahmt von hohen künstlerischen und kulturellen Leistungen. Einfach wie in einer Familie in aufgeräumter und wunderschöner Atmosphäre“. Im Auftrag des Weltpräsidenten war David Morgan aus Wales der Ehrengast dieser Konferenz. Natürlich gibt es auch große politische und wirtschaftliche Unterschiede im Distrikt 2230 und so wird in der nächsten Zeit eine Teilung angestrebt.
Auf die Frage, was wir für unser Image bei Rotary tun können, antwortete Freund Wack:
„Wir sollten nach den Regeln und Zielen von Rotary leben und uns täglich die 4 Fragen Probe stellen. Wenn das einige Rotarier beherzigen würden, hätten wir schon viel erreicht. Viele unserer guten und sozialen Projekte sollten nach außen sichtbar gemacht werden und die Vertreter der Medien, die Mitglied bei uns sind, sollten aktiver und in unserem Sinne die Nachricht verbreiten. Denn wenn man sich einmal für Rotary entschieden hat, dann sollte man auch dazu stehen und dazu zählt nicht nur das Tragen der Nadel.“
Wir wünschen Freund Wack für sein Steckenpferd „Lerne die Sprache des Nachbarn“ viel Kraft und Gesundheit, weiterhin gutes Gelingen bei der Völkerverständigung und noch lange Jahre mit der Familie.
Wir danken für das Interview.