Dr. Heike Maria von Joest: RC Berlin
von Ralf Rachfahl
Foto: Promo
Heike Maria von Joest (44), in Kassel geboren, zog es nach dem Abitur zum Studium der Betriebswirtschaftslehre an die Universität Passau. Erfolgreich mit dem Abschluss als Diplom-Kaufmann war das neue Ziel die Promotion. Ihr Thema: „Wettbewerbsorientierte Gestaltung der Prozessorganisation“.
Zehn Jahre war von Joest im Knorr-Bremse Konzern in verschiedenen leitenden Funktionen in München tätig, bevor sie 2005 als Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall nach Berlin gerufen wurde.
Heute ist sie Vorsitzende des Vorstandes der Bürgerstiftung Berlin, Gründungsmitglied Deutsche Stiftung Kindergeld, Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung Zukunft Berlin und seit 2009 Stifterin der August Joest Stiftung.
Wir sprachen mit Frau Dr. Heike Maria von Joest vom Rotary Club Berlin, kurz vor ihrer nächsten Reise:
Warum und wann sind Sie Rotarierin geworden?
Als Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall kam ich 2005 nach Berlin und war in der Bundeshauptstadt - abgesehen von meiner beruflichen Einbindung - vollkommen "neu". Ich war sehr glücklich, als ich dann 2006 Mitglied im RC Berlin werden durfte. Mit einem Schlag wurde ich Teil eines Kreises von Menschen, die sich beruflich wie persönlich sehr für mich engagiert haben. Schnell fühlte ich mich in Berlin heimisch, hierzu haben meine rotarischen Freunde - vor allem die Erfahreneren - sehr viel beigetragen.
Was können Sie persönlich und in Ihrer Funktion als Vorsitzende der Bürgerstiftung Berlin für Rotary tun?
Immer deutlicher wird im Bereich sozial fördernder Netzwerke die Notwendigkeit zur Kooperation. Es macht meistens Sinn, Mittel und Möglichkeiten zusammen zu legen, um Projekte im Sinne Rotary aktiv voranzutreiben oder auch zu finanzieren. Die Bürgerstiftung Berlin ist seit 10 Jahren für die Verbesserung der Zukunftsaussichten benachteiligter Kinder engagiert. Sie verfügt über ein entsprechend stabiles Netzwerk in Politik, Wissenschaft und in den Schulen. Die neue Stiftung des RC Berlin steht mit uns in engem Austausch, z.B. bei der Prüfung der Förderungswürdigkeit anstehender Projekte. Auch gemeinsam gehen wir vor, z.B. im rotarischen Projekt "4L", bei dem die Bürgerstiftung die zu unterstützenden Brennpunktschulen mit auswählt.
Wie können wir Rotarier unser Image in der Öffentlichkeit verbessern?
Sichtbar zunächst durch beständiges Tragen der Nadel. Die einzelne Persönlichkeit, der Vorbildcharakter der Rotarier ist für mich ein gutes Ausdrucksmittel. Eine aktive Öffentlichkeitsarbeit über uns und zu unserer Imageverbesserung halte ich für schwierig. Die Medien interessieren sich wenig für unsere vielen, aber meist im Mediensinne kleineren Förderaktivitäten. Wir müssen uns einfach auf die Inhalte konzentrieren und zu dem stehen, was wir sind und was wir umsetzen wollen.
Warum werden die Rotaracter nicht bei Rotary aufgenommen, was halten Sie davon?
Ich bin kein Freund von Automatismen bei der Zugehörigkeit zu Institutionen. Es ist eine Chance für jeden Club, seine Mitglieder bewußt auswählen zu können. Gleichermaßen ist es für jeden potentiellen Rotarier von wesentlicher Bedeutung, sich im angemessenen Alter bewußt für den Beitritt in einen Rotary-Club zu entscheiden. Damit ist eine Verpflichtung mit vielfältigen Wirkungen verbunden, die man nicht automatisch erhalten sollte.
Eigene Wünsche und Ziele?
Vor mir liegt das erste rotarische Jahr mit einem eigenen Amt. Ich wünsche mir, dass ich tiefer in die Arbeit von Rotary International eintauchen kann und freue mich sehr darauf.
Wir bedanken uns bei unserer rotarischen Freundin Dr. Heike Maria von Joest und wünschen ihr weiterhin viel Erfolg.