Neue sowie engagierte Rotarier im Distrikt 1940
René Nehring, Mitglied im Rotary Club Berlin Potsdamer Platz
von Ralf Rachfahl
Das Rotary Magazin ist die monatlich erscheinende Mitgliederzeitschrift für mehr als 56.000 Mitglieder der deutschen und österreichischen Rotary Clubs. Seit 2008 ist René Nehring (34) Redaktionsleiter und damit gesamtverantwortlich für Inhalt und Produktion des Magazins. Geboren in Neustrelitz (Mecklenburg), studierte Nehring nach dem Abitur in Neubrandenburg und dem Wehrdienst in Bad Reichenhall Geschichte, Politik und Neuere deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im Jahr 2005 trat Nehring in die Redaktion des Rotary Magazins ein. Im Februar 2010 wurde er Mitglied des Rotary Clubs Berlin-Potsdamer Platz.
1. Warum sind Sie Rotarier geworden?
Als Redakteur des Rotary Magazins erlebe ich seit Jahren tagtäglich, was Rotary als Organisation, aber auch die einzelnen rotarischen Freunde Verdienstvolles für unsere Gesellschaft leisten. Da war es für mich eine große Ehre, als mir die Mitgliedschaft angetragen wurde – und keine Frage, dass ich diese angenommen habe.
2. Was können wir Rotarier tun, um das Image in der Öffentlichkeit zu verbessern?
Zunächst einmal sollten sich die Rotarier in der Öffentlichkeit als Mitglieder zu erkennen geben. Dann würden all jene, die uns immer noch für eine dubiose Geheimorganisation halten, sehen, dass bei Rotary Frauen und Männer aktiv sind, die mitten im Leben stehen und als Leistungsträger verschiedenster Berufe auch Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen. Zweitens sollten wir im Freundeskreis, im Berufsleben, den Medien gegenüber und überall sonst von den vielen faszinierenden rotarischen Projekten erzählen. Der besondere Beitrag Rotarys zu diesen Projekten liegt oft in der Aktivierung des rotarischen Netzwerks, z.B. um Sponsoren oder die richtigen Ansprechpartner zu finden. In den Medien tauchen dann diese Freunde jedoch nicht mehr als Rotarier auf, sondern als Frau x und Herr y von der Firma ABC. So erleben wir das Paradox, dass nicht nur nicht über die rotarischen Aktivitäten berichtet wird, sondern dass vielmehr andere Organisationen die öffentliche Anerkennung für eine Arbeit finden, die ohne Rotary gar nicht möglich gewesen wäre.
3. Was können die Rotarier unternehmen, um das Nachwuchsproblem besser in den Griff zu bekommen?
Vorab sollten wir hinterfragen, ob wir überhaupt ein Nachwuchsproblem haben. Denn Rotary wächst ja in Deutschland und Österreich seit Jahren kontinuierlich, ein Ende dieses Prozesses ist nicht in Sicht. Deswegen würde ich gegenwärtig nicht von einem direkten Nachwuchsproblem reden.
Mittelfristig jedoch könnten wir dieses aber bekommen. Denn jüngeren Generationen bieten sich heute zahlreiche Netzwerke – im Internet z.B. Facebook, Xing, Twitter – in denen private und berufliche Kontakte gepflegt oder angebahnt werden können. Im Gegensatz zu den Service Clubs verlangen diese Netzwerke keinen großen persönlichen Einsatz für soziale und gesellschaftliche Projekte. Auch die monatlichen Beiträge sind nebenbei deutlich geringer als bei Rotary oder Lions. Warum sollte ein Mittdreißiger also Mitglied eines Service Clubs werden wollen? Aus meiner Sicht kann die Antwort nur lauten, dass wir Rotary immer wieder neu als ein Netzwerk positionieren sollten, das dem Leben in der Gemeinschaft einen Sinn verleiht und damit auch das private Leben in einem Maße erfüllt, wie dies die Mitgliedschaft in anderen Netzwerken nicht leisten kann. Selbstverständlich gehört zu diesem „Erfüllt sein“ auch der Spaß am Clubleben.
Eines der wichtigsten Güter ist auch das Vertrauen. Während man oft nicht weiß, wer die Leute sind, die einem in der Online-Welt begegnen, können wir davon ausgehen, dass wir auf rotarische Freunde überall in der realen Welt in der Regel immer vertrauen können.
4. Was sind Ihre persönlichen Ziele und Wünsche für Rotary?
Ein ganz wichtiger Wunsch wäre, dass wir es schaffen, einiges von dem eben Gesagten umzusetzen. Mein persönliches Ziel dabei ist, im Rahmen der Möglichkeiten des Rotary Magazins einen Beitrag dazu zu leisten.