Dr. Klaus Herlitz – Mitglied im RC Berlin-Spree
von Ralf Rachfahl
Wir möchten heute einen engagierten Rotarier vorstellen, der mit seiner Frau seit 2001 für die Buddy Bär GmbH voll und ganz aufgeht. Mit Dr. Klaus Herlitz (63), Mitglied bei Rotary seit 1986, führten wir kurz vor seiner Abreise zu seiner nächsten Ausstellung der „United Buddy Bears“ in Kasachstan nachstehendes Interview:
Die Herlitz AG ist einer der größten Papier-, Büro- und Schreibwarenproduzenten der Welt. Heute kennen über 93 Prozent aller deutschen Haushalte den Namen Herlitz und besitzen ein Produkt von Herlitz. 1904 gründete Carl Herlitz, gelernter Buchhändler, das Einzelunternehmen. Sein Sohn Günter lenkte ab 1935 die Geschicke des Unternehmens, er wandelte es 1972 in eine Aktiengesellschaft um. 1995 wurde die familiengeprägte, unternehmerisch geführte Gesellschaft unter dem neuen Vorstandssprecher Jaslowitzer schrittweise in eine managementgeführte Holding umgewandelt. 2009 übernahm Pelikan International knapp 70 % des Aktienkapitals.
Klaus Herlitz trat 1972 nach Abschluss des Betriebswirtschafts-Studiums und der Promotion in den väterlichen Betrieb ein. Bis 1997 gehörte er dem Vorstand der Herlitz AG an und verantwortete die Bereiche Marketing und Einkauf, zeitweise auch Finanzen und Vertrieb außerhalb der deutschsprachigen Länder. In dieser Zeit sorgte Herlitz für ein umweltverträgliches Sortiment. So wurde PVC aus allen Büro- und Schulprodukten eliminiert und durch chlorfrei-gebleichtes Papier, 'Aqua Pro Natura', europaweit ersetzt. Für sein Engagement erhielt er mehrere Umweltpreise, u.a. von der damaligen Umweltministerin Angela Merkel.
Fragt man Herlitz heute nach seinen Erfolgen im Unternehmen, wie den ersten Füllhalter mit Löschfunktion, Herlitz Tornado SLS, oder die ersten Schulhefte mit Comic-Figuren, so verweist er auf seinen Großvater, der als „Neuheiten-Onkel“ verschrien war und das ihn prägte. Zugleich stand er vom Interview auf und zeigte voller Stolz einen Aktenordner aus dem Jahr 1912, gleiches Aussehen, gleiche Kanten und Mechanik wie heute, nur das auf dem Original die Jahreszahl 1912 steht.
Neben seinen beruflichen Erfolgen gelang es Klaus Herlitz, den Golf- und Country Clubs Seddiner See e.V. aus finanzieller Notlage zuretten. Er überzeugte die Clubmitglieder zur finanziellen Übernahme des Golfclubs. Selbst war Herlitz bis 2002 Präsident des Golf- und Country Clubs Seddiner See e.V.. Heute ist dieser Golfclub in der Umgebung von Berlin vermutlich der einzige Club, der nicht verschuldet ist.
Dr. Klaus Herlitz wurde 1986 Gründungsmitglied des RC Berlin-Spree. Die ersten Jahre im RC Berlin-Spree, als Schatzmeister, waren für Herlitz die spannendsten, denn der RC Berlin-Spree war der erste Rotary Club, der in den Osten an den Gendarmenmarkt ging. 20 Rotariern vom RC Berlin-Spree saßen in der Regel 40 Rotarier aus der Treuhandanstalt gegenüber. „Das war eine spannende Zeit des Aufbruchs und des Wandels der deutschen Geschichte, wir haben viel gelernt“, so Herlitz.
Heute lebt er voll und ganz für sein Familienunternehmen Buddy Bär, das er mit seiner Frau Eva Herlitz 2001 gegründet hat. Sein Engagement, die Kunst als eine Idee der Toleranz weltweit zu präsentieren, scheint aufzugehen. Bis heute sammelten er und seine Frau über 1.600.000 Euro für Kinder in Not. Bei Charity-Veranstaltungen werden Bären zu Gunsten von UNICEF und anderen Kinderhilfsorganisationen versteigert. Auch die Arche befindet sich unter den begünstigten Einrichtungen der Buddy Bär GmbH.
Wenn man mit Klaus Herlitz zusammensitzt, kommt er aus dem Schwärmen nicht mehr heraus und zeigt alle Bilder aus den seit 2004 selbst organisierten Ausstellungen in der ganzen Welt: u. a. in Hong Kong, Kitzbühel, Tokio, Seoul, Sydney, Wien, Kairo, Jerusalem, Warschau, Pjöngjang, Buenos Aires, Montevideo.
Einen Ratschlag hat Herlitz auf die Frage, was man zur Verbesserung des Images von Rotary tun kann: „Tue Gutes und rede darüber“. Und er hofft auf das Verständnis der Medien. „Denn auch hier haben wir viele rotarische Freunde, die eigentlich mehr über solche Leistungen berichten könnten, um das Ansehen von Rotary nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Welt zu stärken“, stellte Herlitz fest.
Wir jedenfalls wünschen uns mehr solche engagierten Berliner, die so viel Gutes für Berlin und die Schwächsten in dieser Gesellschaft tun, unabhängig von Religion, der Sprache oder Aussehen.
Die Erfolgsgeschichte von Buddy Bär geht weiter, vom 15. Mai bis Ende Juli 2010 unter dem Motto „Deutschland in Kasachstan 2010“.