Hans Jürgen Frerker - Governor 2010/2011

von Ralf Rachfahl

H. J. Frerker
Foto: Promo

In jedem Jahr finden im März die vorbereitenden Seminare und Distriktversammlungen der deutschen Rotarier statt. Am 12. und 13. März 2010 hatte der Governor elect, Distrikt 1940, Hans Jürgen Frerker, zum President Elect Training Seminar (PETS) nach Henningsdorf bei Berlin eingeladen.
In diesem Seminar wurden die zukünftigen Präsidentinnen und Präsidenten der 76 Rotary Clubs des Distriktes 1940 über Aufgaben, Ziele und das Motto „Gemeinschaften bilden – Kontinente verbinden“ des Weltpräsidenten Ray Klinginsmith 2010/2011 informiert. Vorwiegend nutzte aber der Governor elect das Seminar, um die anwesenden Rotarier über ihre Aufgaben als zukünftige Präsidentinnen und Präsidenten zu unterrichten.

Wir, die Redaktion der Rotierenden Seiten, möchten Ihnen heute den zukünftigen Governor des Distriktes 1940 etwas näher vorstellen:

Im August 1940 ist Hans Jürgen Frerker in Cloppenburg zur Welt gekommen. Die Kreisstadt Cloppenburg liegt im Oldenburger Münsterland. Nach Abschluss der Schule und Abitur ging es zum Jurastudium nach München und Bonn. Ab 1972 war Frerker Richter am Amtsgericht in Delmenhorst und wurde nach der deutschen Wiedervereinigung 1991 gebeten, ans Kreisgericht Genthin im Rahmen der Partnerschaft Niedersachsen/Sachsen-Anhalt zu wechseln. Hans Jürgen Frerker, der seit 1977 bereits rotarisch und somit gesellschaftlich aktiv war, nahm die Herausforderung an und wurde 1993 Direktor des Amtsgerichts Neuruppin.

Seit 2005 ist Frerker im Ruhestand. So erzählt er im Interview über seine Erfolge in Neuruppin nur beiläufig. Seine damaligen Kollegen und auch er selbst wurden und werden gelegentlich als „Wossi“ bezeichnet, und das ist für Frerker keine Beschimpfung, denn wie seine Kollegen aus dem Westen fühlen sie sich in Ost und West zu Hause. Er sagt: „Gemeinwohl geht uns alle an und auch heute ist die Aussage so aktuell wie nie, denn der Staat kommt ohne ehrenamtliche Arbeit und persönliches Engagement der Menschen nicht aus.“

Hans Jürgen Frerker liebt das Wortspiel und die Kommunikation mit den Bürgern, sicher auch seiner Zeit als Familienrichter geschuldet. Denn als er in den Osten ging, musste er auch gleich daran denken, wie er sich als Rotarier in den neuen Bundesländern einbringen kann. So nutzte er seine Erfahrungen als Gründungsmitglied des RC Syke, um zusammen mit drei rotarischen Freunden von Rohr, von Stark und Versteyl, 1993 den RC Burg-Genthin ins Leben zu rufen.

Zwei Jahre später wechselte er in den RC Neuruppin, wo er 2004/2005 Präsident des Clubs wurde. Umtriebig wie Frerker war, wurde er Gründungsbeauftragter des RC Hennigsdorf-Oranienburg, der im Jahr 2005 die Charter erhielt. Kein Wunder, das der neue Governor sein Trainings Seminar an den Ort legte, wo auch er großes Vertrauen für seine rotarischen Ziele und Aufgaben gewonnen hat.

Hans Jürgen Frerker bei PETS
Hans Jürgen Frerker bei PETS

Hans Jürgen Frerker stellte auf der PETS seine drei Hauptziele 2010 / 2011 für den Distrikt 1940 vor: Bekämpfung der Kinderlähmung, die Förderung der Viadrina und die Förderung der Jugend (z.B. Jugendaustausch).

Neben diesen großen Zielen kommt es aber Hans Jürgen Frerker vor allem auf die Vertiefung der rotarischen Freundschaften, das gemeinsame Dienen für die Gemeinschaft und die Stärkung der positiven Ausstrahlung von Rotary in der Öffentlichkeit an. Er ist überzeugt davon, wer einmal Rotarier geworden ist, sollte das auch in der Öffentlichkeit zeigen.

So macht er mit Freude auf die überregionalen Aufgaben von Rotary aufmerksam: „gesunde Kids“, 4L „Lesen lernen – Leben lernen“ und auf das Projekt „Bevölkerungswachstum und nachhaltige Entwicklung (RFPD). Wichtig für Frerker ist, dass die einzelnen Clubs über ihre Projekte selbst entscheiden, denn ein Governor kann und wird nichts anordnen. „Hands-on-Projekte“ und insbesondere das rotarische Engagement in der Region stärken die rotarische Gemeinschaft und begründen das Vertrauen in der Bevölkerung. „Nur so können wir die Rotarier und die Bürger gewinnen“.

Aus den eigenen Erfahrungen weiß Frerker wie schwierig das Umfeld in den neuen Bundesländern ist. Rotary konnte erst vor 20 Jahren Mitglieder aufnehmen und so schätzt er das Clubleben in den neuen Bundesländern als besonders positiv und wichtig ein. „Hier entsteht und entwickelt sich rotarisches Leben, denn hier gibt es einen Gesprächsgeist unterschiedlicher Berufe, unterschiedlicher Charaktere, unterschiedlicher Gedanken, die eines gemeinsam haben – der Gesellschaft verpflichtet zu sein.“