Mit dem neuen Touareg unterwegs

Der neue VW Touareg ist das Flaggschiff von Volkswagen und ersetzt den VW Phaeton nicht nur im Fahrkomfort, sondern auch im Preis-Leistungsverhältnis. Bereits im April 2018 konnte ich das Flaggschiff der Oberklasse besichtigen und wichtige Hintergrundinformationen erhalten (Beitrag hier nachlesen). Danach erfolgte eine Fahrpräsentation, bei der der größte Teil der Fachpresse ein positives Urteil und Lobeshymnen auf den Touareg abgaben. Ich wollte den Touareg im Alltag auf Berliner Straßen und auf längeren Strecken testen und erhielt ein überraschendes Ergebnis.

Mein Testfahrzeug, ein 3.0I V6 TDI SCR 210 kW (286 PS) mit 8-Gang-Automatik (Tiptronic), besaß einen Basispreis von 60.675 Euro. Mit den zahlreichen Sonderausstattungen erreichte der Touareg eine stattliche Summe von 105.516 Euro, in der die Mehrwertsteuer bereits inklusive ist.

Bereits optisch fällt der SUV auf. Gebaut auf dem Baukastensystem MLB EVO mit dem auch der Audi Q7, Porsche Cayenne und der Lamborghini Urus produziert werden, ist er seit der Markteinführung Mitte 2018 kaum auf den Straßen zu sehen. Das merkte ich auch bei den Fahrten durch Berlin, wo ich immer die Blicke neugieriger Menschen auf mich zog.

Der Touareg in der dritten Generation ist ein Riese und warum die Autos bei VW immer größer werden, bleibt für mich ein unerklärliches Rätsel. Die dominante Front des Touareg wird durch den Kühlergrill mit den beiden LED-Matrix-Scheinwerfern, die mit einer dynamischen Fernlichtregulierung ausgestattet sind, geprägt. Die Heckpartie besitzt edle Chromzierleisten, LED-Rückleuchten und eine weit elektrisch zu öffnende Kofferraumklappe. Für den Einkauf oder auf Reisen steht ein Kofferraumvolumen von 810 Liter (Rückbank aufgestellt), das sind 113 Liter mehr als beim Vorgängermodell, zur Verfügung. Dafür ist die Karosserie um 106 Kilogramm leichter geworden.

Einsteigen und losfahren. Für kleine Personen ist das Einsteigen wie einspringen, aber es lohnt sich. Bereits der erste Eindruck des Innenraums ist überwältigend. Ein innovatives Cockpit mit einem 15-Zoll-Touch-Display, keinerlei Knöpfen oder Schaltern, das mit dem digitalen 12-Zoll-Instrument verschmilzt. Aber welch ein Wunder, auf der Mittelkonsole gibt es noch ein silbernes Drehrad für das Leise- und Lautstellen des Radioempfanges. Ein bisschen Nostalgie muss sein. Die Bedienung (nur durch Berührung und wischen) der Assistenz-, Fahrdynamik- und Komfortsysteme richtet der Fahrer auf seine persönliche Bedürfnisse selbst ein. Tolle Technik. Besonders begeistert war ich von dem gut ablesbaren Head-up-Display auf der Windschutzscheibe. Direktes Sonnenlicht, Regen oder Fahrten in der Dunkelheit beeinflussten nicht die Lesequalität. Auch die Wärmebildkamera erkennt Personen und Tiere in der Dunkelheit hervorragend. Dieses System kann auch bei Tagesfahrten eingestellt werden, ein kleiner Spieleffekt.

Spitze ist das Navigationssystem, das dem Fahrer die An-und Abfahrten erleichtern bzw. die Gäste im Auto schnell und ohne Umwege zum Ziel bringen soll. In meinem Fall wollten wir nach Burg in den weltbekannten Spreewald fahren. Das Ziel war klar: Spreewald Therme, Ringchaussee 152 in 03096 Burg. Erst die Postleitzahl eingeben, das erleichtert die Suche, dachte ich, dann die Straße u.s.w.. Falsch gedacht. Das Navigationssystem zeigte mir Cottbus an und natürlich war die Straße nicht zu finden. Dieses Spiel habe ich dreimal durchgeführt und immer wieder kam es zum gleichen Ergebnis (siehe Foto). Am Computer habe ich die gleiche Postleitzahl bei Google von 03096 Burg eingegeben und siehe da, die Angaben stimmten. Wäre ich jetzt nach dem Navigationssystem des Touareg in Richtung Cottbus gefahren, hätte ich das Ziel um 18,8 Kilometer verfehlt. Vielleicht hätte ich an dem an Bord befindlichen Car-Net der Volkswagen AG nicht bei jedem Start auf „ok“ drücken sollen, sondern den Benutzer wechseln, um es so auf meine Person einzurichten.

Egal, die Zeit mit dem Testwagen verlief wie im Fluge. Die Fahrten machten Spaß und die Komfort- und Fahrdynamiksysteme, egal ob im dichten Stadtverehr, auf der Autobahn oder abseits der Straße, funktionierten prima. Der V6-Dieselmotor mit 210 kW/286 PS erfüllt laut Volkswagen die EU-Abgasnorm 6d und hat einen AdBlue Tank an Bord. Bei meinen gefahrenen Testkilometern verbrauchte der V6 Motor 7,6 Liter Dieselkraftstoff auf 100 Kilometer (VW Werksangabe 6,6 Liter kombiniert). Durch die neue Wankstabilisierung mit elektromechanisch gesteuerten Stabilisatoren fuhr das Fahrzeug wie auf Schienen. Für Sportbegeisterte, die Pferde oder Wohnwagen transportieren müssen, ist der neue Touareg eine willkommene Zugmaschine mit einer Anhängelast von 3.500 Kilogramm.

Fazit: Der neue Touareg verfügt über ein auffälliges Design sowie über innovative Technik und ist für mich ein Fahrzeug der Zukunft, wäre hier nicht der bescheidene Preis von 105.516 Euro. Aber man kann einen neuen Touareg mit einem V6 TDI auch über AutoCredit der Volkswagen Bank leasen. Hier kostet die Monatsrate (48) ab 405,26 Euro je nach Zusammenstellung.

von RR