Der Toyota Prius Plug-in-Hybrid Solar im Alltagstest

Taxifahrer stehen auf Toyota Prius, weil er Kilometer für Kilometer abwickelt, ohne viel in den Werkstätten herumzustehen. Aber bewährt sich ein Prius Plug-in-Hybrid im Leben einer Familie, wo nicht nur Personen befördert werden, sondern der ganz normale alltägliche Wahnsinn erledigt werden muss? Hier ist mein Bericht.

Fakten des Testfahrzeuges

Der neue Toyota Prius Plug-in-Hybrid mit Solardach wird mit einem Vierzylinder Benzinmotor 72 kW (98 PS) sowie einem Elektromotor 68 kW (92 PS) bei einer Gesamtleistung von 90 kW (122 PS) angetrieben. Seine Außenmaße betragen: 4.645 mm Länge, 1.760 mm Breite, 1.470 mm Höhe. Durch einen Radstand von 2.700 mm verfügt der Prius über einen komfortablen Innenraum.

Sein Außendesign ist auffällig und aerodynamisch. LED Projektionsscheinwerfer und LED Rückleuchten, die „Double Bubble“-Heckscheibe sowie der exklusive Farbton „Aqua Blue metallic“ machen den Prius zu etwas ganz Besonderem. Im Innenraum spricht die moderne Armaturentafel in Verbindung mit dem Kombiinstrument für sich. Modernste Technologie stehen dem Fahrer zur Verfügung.

Der Prius Plug-in-Hybrid mit Solardach ist das erste Serienfahrzeug, das ein Photovoltaig-Dach besitzt. Die Besonderheit: das Solar-Dach liefert einen täglichen Strom von bis zu fünf Kilometer. Die Reichweite im reinen elektrischen Betrieb (Lithium-Ionen-Batterie) beläuft sich auf ca. 50 Kilometer.

Der Prius Plug-in-Hybrid sprintet mit einer Gesamtleistung von 90 kW von 0 auf 100 km/h in 11.1. Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 162 km/h. Dabei verbraucht er 1,0 Liter Superbenzin und 7,2 kWh auf 100 Kilometer (Werksangabe).

Drei Fahrmodi (Normal, Eco und Power) sowie Betriebsarten (HV,EV,EV City und Batterielademodus) bestimmen das Fahrerlebnis mit dem Toyota Prius Plug-in-Hybrid. Angeboten wird der Prius Plug-in in drei Versionen („Comfort“, „Solar“ und „Executive“). Das Testfahrzeug bewegt sich somit in der Mitte und kostet 39.600 Euro.

Fahren im Alltag

Der Fahrer bittet, wie beim Taxi, die Familie zum Einsteigen. Das Platzangebot ist auf allen Sitzen ausreichend. Der Motor startet zuerst im rein elektrischen Betrieb und geht beim Fahrmodi Power (rote Anzeige) richtig los. Ausflüge mit vier Personen ohne viel Gepäck sind kein Problem. Beim Besuch eines Golfturniers muss bereits eine Rücksitzbank umgeklappt werden, sonst passt ein Golfbag nicht in den Kofferraum. Sollten jedoch Gepäckstücke für vier Personen mitgenommen werden, bietet der kleine Kofferraum nicht sehr viel Platz. Der größte Teil wird durch die Lithium-Ionen-Batterie belegt.

Der Fahrkomfort zeigt sich auch bei einer Geschwindigkeit über 135 km/h. Der Prius läuft ruhig und die Fahrgeräusche sind im guten Bereich. Der Toyota Prius Plug-in-Hybrid verbrauchte im Durchschnitt 4,7 Liter Superbenzin, ohne das ich große Rennen gefahren bin. Toyota schreibt in der Werksangabe: „Verbrauch 1 Liter auf 100 Kilometer“. Warum die Hersteller immer einen Verbrauch angeben, der im Alltagstest nie oder nur selten erreicht wird, werde ich nie verstehen.

Wenn die Batterie keine Leistung mehr abgibt, schaltet das Fahrzeug automatisch auf Benzinbetrieb um, ohne dass die Insassen etwas davon bemerken. Der Toyota Prius Plug-in-Hybrid ist mit modernster Technik ausgestattet. Wer bereits ein ladefähiges Handy besitzt, kann die integrierte Ladeschale in der Mittelkonsole zum Aufladen während der Fahrt nutzen. Die Geschwindigkeitsregelungsanlage, Toyota Safety Sense (mit Kollisionswarner, Notbremsfunktion, Spurhalteassistent, Fernlichtassistent, Müdigkeitserkennung), Abblendlichtautomatik, Headlamp System (Abblendlicht), die gute Rückfahrkamera und der neue Einpark-Assistent unterstützen den Fahrer in jedem Alter.

Kein Testfahrzeug ist komplett und so kann der Kunde sich streiten, ob die Zweizonen-Klimatisierungsautomatik, die geteilte Heckklappe oder die Fußstellfestbremse notwendig sind. Für mich waren sie nicht sehr hilfreich bzw. altmodisch.

Fazit

Wer auf dem neuesten Stand der Technik unterwegs sein will, für den kommt ein Plug-in-Hybrid in Frage. Zudem wird der Kauf auch finanziell unterstützt: 3000 Euro Zuschuss gibt es für Elektromobilität. Meiner Meinung nach sollte er aber das Geld für das Solardach sparen und lieber, falls vorhanden, in eine eigene Stromversorgung auf dem Grundstück oder Büro investieren. Denn lieber zwei oder drei Stunden an der Steckdose hängen, als auf die Sonne mit minimaler Leistung angewiesen zu sein.

von RR