Die Ford Fiesta Familie ist komplett

In Großstädten, wo Parkplätze und Abstellmöglichkeiten immer mehr zu einem Problem werden, wird das Segment der Kleinwagen immer beliebter. Besonders der Ford Fiesta, der seit der Markteinführung 1976 über 17 Millionen Mal weltweit verkauft wurde, erweitert seinen Freundeskreis. Mit der achten Generation stellte Ford vor einigen Tagen in Nizza erstmals eine Crossover-Version, den Ford Fiesta Active und das Top Modell, den Ford Fiesta ST, vor. Damit stehen dem Kunden ab Juli 2018 sieben Varianten vom Ford Fiesta zur Auswahl. Hier meine ersten Fahrerlebnisse.

Der Ford Fiesta Active

Bei den meisten Kaufinteressenten stehen Design und Sicherheit an erster Stelle und so ist es kein Wunder, dass Ford jetzt einen frontangetriebenen Fiesta Active (4,068 Meter Länge, 1,756 Meter Breite und 1,498 Meter Höhe) für Crossover und SUV Kunden auf den Markt bringt. Das Fahrwerk besitzt eine 18 Millimeter erhöhte Bodenfreiheit, erhöhte Sitzposition und serienmäßige Fahrdynamik-Regelung für Fahrten auch abseits der Straßen.

Wie immer fallen meine ersten Blicke auf die Front des Fahrzeuges, das sogenannte Gesicht. Hier fällt der im Active-Design geformte Kühlergrill auf. Hinzu kommt das Crossover-Body-Kit bestehend aus: Stoßfänger im Activ-Design, Seitenschwellern und Radkastenverkleidung in schwarz. Die Nebelscheinwerfer wurden in C-förmige Nischen der vorderen Stoßfänger integriert. Der Innenraum ist übersichtlich und mit widerstandsfähigen Materialien ausgestattet. Sportsitze und eine Lendenwirbelstütze auf der Fahrerseite sorgen für eine bequeme und sichere Fahrt. Die farbliche Abstimmung des Innenraumes kann mit den zwölf Außenfarben mit dem Hersteller besprochen werden. So auch Sonderwünsche wie: Panoramaschiebedach, beheizbares Lenkrad oder ein Park-Pilot-System hinten. Eine Spielerei die, wenn das Geld vorhanden ist, sich lohnt.

Genug vom optischen Eindruck, los ging die erste Fahrt. Die hohe Sitzposition ist beim kleinen Ford Fiesta super. Das Cockpit übersichtlich und der große Touchscreen im Tablet-Look (optional bis acht Zoll 20,3 Zentimeter) liefert gute Bilder vom Navigationssystem bis zur Rückfahrkamera. Hochmoderne Fahrer-Assistenzsysteme: wie Fahrspur-Assistent, Verkehrsschild-Erkennungssystem, Toter-Winkel-Assistent, die teilweise auf Radar- und Ultraschall-Sensoren sowie Frontkamera basieren, unterstützen den Fahrer.

Das Herzstück des neuen Ford Fiesta Active ist ein 1,0 EcoBoost Turbobenziner, der in vier Leistungsstufen 63 kW (85 PS) bis 103 kW (140PS) angeboten wird. Das von mir gefahrene 6-Gang-Schaltgetriebe funktionierte reibungslos, brachte aber trotzdem beim Schalten meinen Mitfahrer zum berühmten Wippen oder Nicken. Eine Krankheit, die nur ein 6-Gang-Wandlerautomatikgetriebe beseitigen kann, welches aber nur mit einem 74 kW (100 PS) Motor angeboten wird.

Wer der Motorisierung mit einem Dieselmotor weiter vertraut, so hat auch Ford einen mit Euro 6d-TEMP-Einstufung zur Verfügung stehenden 1,5 TDCi-Vierzylinder Turbodiesel mit 63 kW oder 88 kW mit 6-Gang-Schaltgetriebe vorrätig. Neben Start-Stopp stehen im Activ auch ein modernes Fahrdynamik-Regelungssystem wie „Normal“, „Rutschig“ und „Eco“ zur Auswahl. Ich bin mir jedoch sicher, die wenigsten werden mit dem Activ ins Gelände fahren. Er ist ein Kleinwagen, genau für den Großstadtdschungel das richtige Fahrzeug und der Einstiegspreis mit 17.950 Euro ist hoch interessant. Insgesamt werden drei Ausstattungsvarianten angeboten: „Active“ (ab 17.950 Euro), „Active Colourline“ (ab 20.150 Euro) und „Active Plus“ (ab 21.150 Euro).

Ford Fiesta ST

Die Sportmaschine mit aktiver Klappensteuerung der Doppelrohr-Auspuffanlage lassen die Herzen sportbegeisterter Autofahrer höher schlagen. Das Problem, sie müssen sich noch bis Juli 2018 gedulden.

Optisch unterscheidet sich der Ford Fiesta ST (Länge: 4,068 Meter, Breite: 1,941 Meter, Höhe: 1,469 Meter) wenig vom Active. Seine Stärken liegen im Detail. Verbundlenker-Hinterachse, der von Ford patentierte Force Vectoring-Technologie, drei Fahrdynamik-Programme und ein 1,5 Liter EcoBoost Dreizylinder mit 47 kW (200 PS).

Bereits beim Einsteigen bleibt einem die Luft weg, die dritte Generation des Ford Fiesta ST besitzt Recaro-Sportsitze mit straffen Sitzwangen, die den Fahrer und Beifahrer in jeder Kurve fest im Sitz halten. Im Ford Fiesta Active wie im Ford Fiesta ST gibt es durch den Radstand von 2,493 Metern genügend Beinfreiheit auf allen Sitzen.

Ford bezeichnet den neuen Ford Fiesta ST als Fahrspaß-Maschine mit Einstellungen wie „Normal“, „Sport“ und „Rennstrecke“ und der 200 PS starke Motor kann bis 232 km/h Spitze fahren. Einige mitreisende Blogger (es werden immer weniger Motorjournalisten, die an solchen Veranstaltungen teilnehmen dürfen), nahmen wohl die Einstellung „Rennstrecke“ wörtlich und rasten gegen alle Normen von Verkehrsregeln durch die Berglandschaften, Dörfer und überholten an Stellen, wo kein Gegenverkehr einsehbar war an der Côte d’Azur. Das nichts passiert ist, grenzt schon an ein Wunder, wenn man die schmalen Straßenlagen in den Dörfern und Berglandschaften kennt.

Vielleicht hat aus diesem Grund das europäische Ford Performance Team zahleiche Innovationen und Ausstattungs-Highlights im neuen Ford Fiesta ST eingebaut. Leo Roeks, Direktor Ford Performance Europa, betonte: „In die Entwicklung des neuen Fiesta ST konnten wir viele Dinge einfließen lassen, die wir mit dem Ford Focus RS und dem Ford GT gelernt haben. Jetzt setzt der Fiesta ST neue Maßstäbe in punkto Fahrspaß und spricht mit seinem kehligen Dreizylinder-Motorklang exakt die Sprache echter `Petrol-Heads`- ganz gleich welcher Nationalität“. Aber er weist auch auf die neuen großen Bremsen (Durchmesser 278 Millimeter) an der Vorderachse, sowie auf die 253 Millimeter Bremsscheiben hinten hin. Beide Bremsen verkürzen den Bremsweg um bis zu sechs Prozent gegenüber dem Vorgängermodell. An die hochmoderne Stoßdämpfer –Technologie passt sich das Fahrwerk von selbst an und sichert somit zusätzlich den Fahrer im öffentlichen Straßenverkehr. Bereits das Basismodel besitzt eine umfangreiche Serienausstattung vom Berganfahr-Assistent bis zu Nebelscheinwerfer inklusive Abbiegelicht. Zwei Karosserie-Versionen (3-Türer und 5-Türer) sowie drei Ausstattungs-Varianten „ST“ (ab 22.100 Euro) , „ST mit Styling-Paket“ (ab 22.600 Euro) und „ST mit Leder-Exklusiv-Paket“ (ab 25.100 Euro) sind bestellbar.

Die richtige Mischung macht es und es gibt auch mit normaler Fahrweise Fahrspaß pur auf jeder Straßenlage. Mir hat das Fahren mit dem Ford Fiesta Active (als SUV) oder als ST (Fahrspaß-Maschine) jedenfalls Spaß gemacht.

von RR