Mit dem Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid im Alltag unterwegs

Die Koreaner stellten im Herbst 2016 den Hyundai Ioniq in folgenden drei Varianten vor: Hybrid-, Plug-in-Hybrid und als reine Elektro-Variante. Hyundai verspricht sich damit, modernste Technik zu attraktiven Preisen anbieten zu können. Im August 2017 teste ich bereits den Hyundai Ioniq Hybrid (Testbericht hier nachlesen) und ich war sehr gespannt auf das jüngste Modell, den Plug-in-Hybrid. Hier mein Bericht:

Was der Käufer wissen sollte

Der Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid wurde mit dem renommierten Red Dot Award ausgezeichnet. Sein wichtigstes Unterscheidungsmerkmal ist der schwarze Kühlergrill in Hyundai typischer Hexagonalform. Die Karosserie fällt besonders durch die großen Luftschlitze, die coupéhafte Karosserieform, die große unterteilte Heckklappe und die zwei Tankdeckel (einer vorn für Strom und einer hinten für Benzin) an der Fahrerseite auf.

Mit einer Länge von 4,44 Metern, einer Breite von 1,82 Metern (ohne Außenspiegel) und einer Höhe von 2,70 Metern zählt der Koreaner zur Kompaktklasse. Dank eines Radstandes von 2,70 Metern ist der Innenraum großzügig gestaltet und bietet fünf Insassen jede Menge Platz. Der Kofferraum kann von 341 Litern bis zu 1.401 Litern durch Umklappen der Rücksitzbank erweitert werden. Das sind zwar 102 Liter zur Hybridvariante weniger (Lithium-Polymer-Batterie befindet sich hinter der Rücksitzbank), aber für den Alltag ist der Kofferraum ausreichend. Befinden sich doch auch die Stromkabel für Hausanschluss und Ladesäule an Bord.

Angetrieben wird der Ioniq Plug-in-Hybrid mit einem Doppelherz. Der 1,6-Liter-Vierzylinder Benzinmotor leistet 77,2 kW (105 PS) und der Elektromotor 45 kW (61 PS.) Beide Motoren zusammen verfügen über eine Systemleistung von 104 kW (141 PS) und ein maximaler Drehmoment von 265 Nm der Euro 6 Abgas-Norm.

Hyundai bietet den Ioniq in drei Ausstattungsvarianten an (Trend, Style, Premium). Bereits in der Ausstattung Style (mein Testfahrzeug) fehlen nur zwei Assistenzsysteme (Querverkehrswarner hinten und der Totwinkel-Assistent). Die Außenfarbe „Polar White“ ist im Paketpreis von 33.250 Euro (Basispreis eines Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid 29.900 Euro) bereits enthalten.

Fahren im Alltag

Einsteigen und sich wohl fühlen, das kann ich mit ruhigem Gewissen beim Hyundai Ioniq vermitteln. Die Sitze sind bequem, die hinteren Passagiere haben genügend Kopf- und Beinfreiheit und das beim abfallenden Dach. Die Heckklappe lässt sich bequem öffnen und das Be- und Entladen macht im Alltag keine Probleme. Das Cockpit ist modern gestaltet und der Fahrer hat mit dem 7-Zoll-Infodisplay alles gut im Blick. Der 8-Zoll-TFT-Monitor (Ausstattung Style) beinhaltet das Entertainmentsystem mit DAB+ und Anschlüsse für Smartphone (Android Auto und Apple Carplay). Wer möchte, kann sich neben dem Navigationssystem (Touchscreen) auf den TFT-Monitor während der Fahrt auch den Energiefluss anzeigen lassen.

Mit einem Leergewicht von 1,5 Tonnen ist der Hyundai komfortabel im Stadtverkehr unterwegs. Er ist kein Sprinter, sondern ein familienfreundliches Auto, das auf den Alltagsbetrieb ausgelegt ist.

Negativ wirkte für mich die Verbindung zwischen Batterie und Motor. Eigentlich erwartete ich, dass ein Plug-in-Hybrid auch während der Fahrt eine Einstellung besitzt, wo der Benzinmotor die Batterie aufladen kann. Der Hyundai Ioniq besitzt leider nur die Möglichkeit der Rekuperation, also Aufladen durch Abbremsen. Der Fahrer hat die Möglichkeit, das Fahrzeug auch nur in zwei Modi zu fahren, Eco und Sport. Wurde das Fahrzeug über Nacht komplett aufgeladen, dann besteht die Möglichkeit, das Fahrzeug über eine Reichweite von 63 Kilometer (Werksangabe) rein elektrisch fahren zu können. Die Ladedauer beträgt bei Haushaltssteckdosen ca. 4 Stunden und bei Ladesäulen mit 4,6 kW (230V) 2,15 Stunden. Die Rekuperation, auch im Stadtverkehr, schafft es, das Fahrzeug immer im elektrischen Betrieb zu starten und somit leise vom Hof fahren zu können. Der Motor schaltet sich zügig zu und mit einer Tankfüllung von 45 Litern schafft der Hyundai gute 850 bis 900 Kilometer Reichweite mit einer Höchstgeschwindigkeit von 178 km/h. Auch wenn das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe sportlich und komfortabel schaltet, erreichte ich bei meinen Testfahrten nicht die vorgegebenen Verbrauchszahlen von 4,0 Liter (Werksangabe). Mein Verbrauch lag auch durch längere Fahrten auf der Autobahn und im Stadtverkehr bei 6,8 Liter auf 100 Kilometer.

Die Ausstattungsvariante Style verfügt über LED-Abblendlicht und LED-Rückleuchten sowie über einen autonomen Notbremsassistenten. Für mich eine sichere Lösung im chaotischen Berliner Stadtverkehr.

Fazit

Mit einem Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid ist der Kunde bei einem Kaufpreis von 33.250 Euro modern und umweltfreundlich im Alltag unterwegs. Man muss den Ioniq nicht als Elektrofahrzeug nutzen, ist aber für die Zukunft gut aufgestellt. Erfreulich ist die fünf Jahre Garantie für das Fahrzeug und acht Jahre Garantie auf die Hochvolt-Batterie. Was mich persönlich begeistert ist das Design von Peter Schreyer bei Hyundai.

von RR