Mit dem VW Passat GTE elektrisierend in Berlin unterwegs

Volkswagen präsentierte im Herbst 2015 den neuen Passat GTE (Plug-In-Hybrid PHEV) mit einer Systemleistung von 218 PS (wir berichteten). Zwei Jahre später ist es an der Zeit, den VW Passat auf Berlin Straßen zu testen, der Umwelt zuliebe.

Was der Käufer wissen sollte

Der Passat GTE Variant (Länge/Breite/Höhe: 4,77/1,83/1,46 Meter) ist mit dem 1,4 Liter TSI (Benzinmotor 115 kW/156 PS) und dem Elektronantrieb (85 kW /115 PS) ein für die Zukunft orientiertes modernes Fahrzeug. Diese neue Technik hat jedoch ihren Preis. Die Basisausstattung inklusive der Außenfarbe „Oryxweiß mit Perlmutteffekt“ kostet 45.250 Euro.
Im Testwagen waren dann noch folgende Sonderausstattungen vorhanden (Auszug): Fahrerassistenz-Paket „Plus“, Head-up-Display, adaptive Fahrwerksregelung DCC inklusive Fahrprofilauswahl, Massagefunktion und Lendenwirbelstütze auf der Fahrerseite, Navigationssystem „Discover Pro“ für zusätzliche 15.052 Euro.
Somit kostet der VW Passat GTE Variant mit 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe DSG insgesamt 60.302 Euro. Ein Preis, der eine besondere Zielgruppe benötigt.

Design

Optisch unterscheidet sich der Passat GTE (Plug-In-Hybrid PHEV) nur durch kleine Details. Der GTE besitzt in der Frontpartie eine spezifische Chrom-Kühlergrillmaske mit einem zusätzlichen blauen Streifen. Hier steht die blaue Farbe für „E-Mobilität“. Zusätzlich sorgt ein c-förmiges Tagfahrlicht für das Erkennungsmerkmal aller Volkswagen Elektro- und Plug-In-Hybridmodelle. Natürlich darf ein Schriftzug GTE vorn, seitlich und auch hinten nicht fehlen. LED- Rückfahrleuchten präsentieren auch bei Nacht eine unverwechselbare Optik.

Der Innenraum ist komfortabel ausgestattet und die Insassen genießen im Fahrzeug eine angenehme Raumatmosphäre. Die Designer entwickelten ein hochwertiges Gesamtkonzept, von durchgehenden Luftausströmern bis hin zu extrem flachen Streifen der Ambientebeleuchtung. Ein dezentes Deckenlicht hilft auch bei Nachtfahrten, sich problemlos im Innenraum zu orientieren.

Das innovative Head-up-Display liefert im Sichtbereich des Fahrers alle notwendigen fahrzeugrelevanten Fahrdaten und ist somit ein Highlight der achten Generation Passat. Besonders gefiel mir das Kombiinstrument mit virtueller Software, welches auf die Funktionen des Plug-In-Hybridantriebes zugeschnitten ist.

Komfort im Alltag

Zahlreiche neue Assistenz- und Komfortsysteme machen den Passat GTE zum Allrounder. Diese Assistenzsysteme einschließlich der Massagefunktion im Fahrersitz unterstützen den Fahrer im Alltagsstress. Besonders in einer quirligen Hauptstadt, wo man sich manchmal fragt, ob einige Fahrer Verkehrsregeln vergessen haben oder schneller unterwegs sein müssen, als es die Straßenverkehrsordnung erlaubt, sind solche Assistenzsysteme zu empfehlen: die City-Notbremsfunktion, das Front Assist und der ParkPilot für den Front- und Heckbereich. Sehr gut ist die Darstellung der Rückfahrkamera auf dem 8,0-Zoll großen Touchscreen.

Im Kofferraum des Passat Variant (bis 1600 Liter) lassen sich zahlreiche Gepäckstücke gut verstauen. Die niedrige Ladekannte und der glatte Kofferraumboden helfen beim Be- und Entladen. Wer aber ein oder mehrere Golfbags transportieren muss, hat mit der Länge Probleme. Die Golfbags müssen quer eingeladen oder die Rücksitze umgeklappt werden.

Durch das Einstellen der Fahrmodi wie „E-Mode“, „Hybrid“, „Battery Charge“ und „GTE2 konnte ich meinen eigenen Fahrkomfort bestimmen. Besonders das System „Battery Charge“ (Batterie laden) habe ich benutzt, um stressfrei durch Berlin zu fahren. Denn die Suche nach einer geeigneten oder freien Stromladesäule ist nervig, oder man hat zahlreiche Ladekarten in der Tasche oder sucht ein Parkhaus, wo die Ladegebühren gemeinsam mit den Parkgebühren abgerechnet werden. Auch auf kurzen Strecken wie im Stadtverkehr lädt der Passat GTE die Batterie gut auf. Natürlich geht das auf Kosten des Benzinverbrauches. Wer auf einem privaten Parkplatz oder auf einem Betriebsgelände eine Stromsäule zur Verfügung hat, kann die Batterie über Nacht aufladen. Passende Kabel (Hausstrom 230 Volt oder über eine Wallbox 3,6 kW) werden mitgeliefert.

Der Umwelt zuliebe fährt der Passat GTE mit einer Systemleistung von 160 kW (218 PS). Diese Systemleistung setzt sich zusammen aus dem 1,4 Liter TSI Motor mit 115 kW (156 PS) und dem Elektromotor von 85 kW (115 PS). Bei 400 Newtonmeter liegt der maximale Drehmoment. Seine Höchstgeschwindigkeit erreicht der Passat bei 225 km/h und sprintet mit einem 6-Gang-Doppelkupplunsggetriebe von Null auf 100 km/h in 7,6 Sekunden. Im reinen E-Betrieb erreicht der GTE eine Geschwindigkeit von 130 km/h mit einer Reichweite von 50 Kilometer. Wer also sparsam unterwegs ist und im Stadtverkehr vorwiegend elektrisch fährt, schont nicht nur die Umwelt, sondern kann auch bis zur nächsten Tankfüllung 1.000 Kilometer Laufleistung erreichen. Volkswagen gibt zwar den Normverbrauch mit 2,0 Liter Benzinverbrauch auf 100 Kilometer an, aber bei mir standen auf dem Tacho immer Zahlen zwischen 7,0 und 8,0 Liter ab Start. Diese Zahlen sind sicher geschuldet, weil ich auch im Stadtverkehr die Batterie mit aufgeladen habe.

Fazit

Der VW Passat GTE Plug-In-Hybrid hat mich überzeugt. Gute Fahreigenschaften sind mit starken Fahrleistungen verbunden. Der Fahrkomfort wird beim GTE groß geschrieben. Bemerkenswert ist der hohe Kaufpreis. Damals war der Verkaufspreis scheinbar dem Volk verpflichtet. Heute steht der Passat GTE für eine Zielgruppe zur Verfügung, die einen umweltfreundlichen Firmenwagen benötigt, oder moralisch zur Förderung des Umweltbewusstseins beitragen möchte.

von RR