Cabrio fahren im Herbst – Testfahrten mit dem Ford Mustang GT

Im Dezember 2013 war die Weltpremiere in Barcelona. Der Verkauf in Deutschland startete im März 2015, aber zahlreiche „Pony-Car“ als Coupé oder als Cabrio sieht man in Berlin noch selten. Also nahm ich das Freizeitpferd mit 421 Pferdestärken im emotionalen Ruby-Rot Metallic und fuhr meine Runden in Berlin und Brandenburg. Es dauerte nicht lange, bis das Fahrzeug auffiel.

Was der Käufer wissen sollte

Der sportliche Flitzer liegt mit einer Länge von 4.784 mm, einer Breite von 1.916 mm und einer Höhe von 1.394 mm flach auf der Straße. Mit einem Radstand von 2.720 mm besitzen Fahrer und Beifahrer ausreichend Beinfreiheit. Das Gepäckraumvolumen liegt bei 332 Litern, gegenüber dem Mustang Coupé fehlen 74 Liter. Laut Ford beträgt sein Benzinverbrauch 13,5 Liter (kombiniert) bei einem 6-Gang-Schaltgetriebe. Im Stadtverkehr wird er sogar mit 20 Liter in der sportlichen Fahrweise angegeben und das bei einem Fahrzeuggewicht von 1.840 Kilogramm.

Der Ford Mustang GT Convertible besitzt einen 5,0 I Ti-VCT V8 Motor mit 310 kW (421 PS) und 6-Gang-Schaltgetriebe. Bei einem Grundpreis von 46.000 Euro bekommt der Käufer bereits eine solide Ausstattung. Darunter ABS, Audiosystem Ford SYNC2 mit Touchscreen, Berganfahrassistent, Xenon-Scheinwerfer, Rückfahrkamera, GT-Leichtmetallräder vorn 9 J x 19 mit 255/40 R19 Y Reifen und hinten 9,5 J x 19 mit 275/40 R19 Y Reifen. Das Testfahrzeug hatte noch ein Premium-Paket an Bord, das zusätzlich Ford Navigationssystem, Premium-Sound-System mit 12 Lautsprechern und vieles mehr beinhaltete. Somit stand der Ford Mustang GT mit Stoffverdeck für insgesamt 49.600 Euro vor der Tür.

Design

Die Farbe Rot ist schon allein ein Blickfang, aber der trapezförmige Kühlergrill mit dem Pony sowie die Haifisch-Front stechen besonders hervor. Von der Seite betrachtet überwiegen die lange Schnauze, das kurze Heck und wie bei einem Pferd üblich die starken Flanken. Die Haifisch-Front wird durch die Xenon-Scheinwerfer mit drei schrägliegenden Leuchten in Form von Kiemen unterstrichen. Als Tagfahrlicht nutzt der Mustang die beiden vorhandenen Nebelscheinwerfer. Wenn man einen Mustang von hinten betrachtet, so leuchten einem dreidimensionale und dreigeteilte Rückleuchten entgegen.

Der Innenraum ist sportlich und komfortabel gestaltet. Die nostalgischen Kippschalter in der Mittelkonsole für unterschiedliche Fahrprogramme heben sich genauso stark ab wie die klassischen Rundinstrumente im Cockpit.

Komfort im Alltag

Schon beim Einsteigen bemerkt der Fahrer, dass der Mustang ein Sportwagen ist, er liegt tief und ich musste mich regelrecht einfädeln. Die Recaro-Sportsitze mit straffen Seitenwangen geben in Kurvenfahrten sehr guten Halt. Die hinteren Passagiere, außer Kinder, verfügen über keine große Beinfreiheit. Dafür gibt es im Sommer oder im sogenannten goldenen Oktober beim offenen Fahren ein Gefühl der Freiheit.

Die hinteren Sitze beim Mustang Convertible (Cabrio) können nicht umgeklappt werden. Aus diesem Grund musste ich das Golfbag bei meiner Fahrt zum Golfturnier auf der hinteren Rückbank platzieren. In den Kofferraum (332 Liter) passten nur persönliche Sachen und mein Golftrolley hinein.

Ich bin mir sicher, wer sich einen Mustang kauft, will auffallen und sportlich unterwegs sein. Das belegt auch mein Benzinverbrauch bei 5,0 L Ti-VCT mit 421 PS. Waren von Ford 13,5 Liter im kombinierten Fahren angegeben, so verbrauchte ich 14,9 Liter. Aber für mich immer noch ein akzeptabler Wert.

Ein Problem zeigte sich jedoch beim Stoffverdeck bei Geschwindigkeiten über 140 km/h, der Fahrtwind stört erheblich. Vielleicht hat ja Ford aus diesem Grund das Premium-Sound-System mit 12 Lautsprechern an Bord, darüber laufen auch die Navigationsansagen bzw. der digitale Radioempfang.

Fazit

Ford hat mit dem Mustang ein Fahrzeug auf den deutschen Markt gebracht, welches auffällt und den Anforderungen eines High-Performance-Sportwagens gerecht wird. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

von RR