Mein persönlicher Tag auf der IAA in Frankfurt

Alle zwei Jahre findet in Frankfurt die IAA statt. Für die Pressevertreter werden zwei Pressetage vor Beginn der offiziellen Eröffnung durchgeführt. Der erste Tag ist der wichtigste, hier werden von den Autounternehmen die Premieren und Studien präsentiert. Und wie auf jeder Automesse gibt es Ab- und Zusagen.

Die großen Aussteller Mercedes, BMW, Audi, Opel, Hyundai, Kia, Ford und der VW Konzern bauten mit Fotos und Pressemitteilungen die Spannung bereits Tage zuvor auf (IAA 14. bis 24. September 2017). Einige Autounternehmen dagegen bleiben der Messe fern so z.B. Volvo, Infiniti, Peugeot, DS, Mitsubishi, Rolls-Royce, FCA (Alfa Romeo, Fiat, Lancia, Abarth, Jeep) oder Tesla.

Ich habe mich also für den ersten Pressetag entschieden. Flüge gebucht und am 12. September um 04:45 Uhr den Wecker gestellt. Um 06.45 Uhr startete die Lufthansamaschine fast pünktlich in Richtung Frankfurt. Wer mit Air Berlin gebucht hatte, hatte leider das Nachsehen, zahleiche Piloten waren krank. Aber auch wer mit dem ICE „Sprinter“ von Berlin nach Frankfurt unterwegs war, musste früh raus und kam über eine Stunde später an.

In Frankfurt angekommen, ging es einige Stationen mit der S-Bahn in Richtung Messe. Vor dem Haupteingang wurde gleich auf das Dieselthema aufmerksam gemacht, positioniert wurde ein stinkendes, qualmendes Auto. Keine Zeit verschwenden, die Messe wartet. Lange Schlangen an den Sicherheitskontrollen, von den Sicherheitsbeamten aufgefordert, mit der Kamera Testfotos zu machen. Zum Schluss endlich die IAA-Pressekarte eingescannt und die Messe konnte für mich beginnen.

Das Messegelände in Frankfurt ist groß, die Hallen weit auseinander gezogen. Meine Interviewpartner saßen in der Halle 3 und 8 dies bedeutete also laufen, laufen, laufen, denn bei der Berliner Messe fahren Busse zwischen den Messehallen, hier jedoch nur gesponserte PKWs, die leider nur zwei Personen aufnehmen können.

Der Messetag muss rechtzeitig geplant werden, zusätzliche Interview sind kaum bzw. nie möglich, alles wird von der Kommunikation eng getaktet. Mein Glück war, es gab zwei Interview-Termin in einer Halle.

Geschafft, um 16.30 Uhr war das letzte Interview zu Ende und es ging wieder in Richtung Flughafen. Pünktlich angekommen, gab es für ankommende Maschinen eine Gewitterwarnung und somit über 1,5 Stunden Verspätungen. Anstelle um 20 Uhr in Berlin zu landen war es dann 21.30 Uhr und ein arbeitsreicher und unterhaltsamer Tag ging um Mitternacht zu Ende. Ob sich dieser Aufwand immer lohnt sei dahingestellt. Einige Autohersteller betrachten journalistische Arbeit nach Wertigkeit des Mediums bzw. als notwendiges Übel. Es könnte auch daran liegen, dass der Beruf „Journalist“ keine geschützte Berufsbezeichnung ist. Journalist kann sich jeder Bürger nennen, er muss nur einen Blog eröffnen oder einige Zeilen in einem Medium unterbringen. Aber das ist eine andere Geschichte.

von Ralf Rachfahl