Golfuhr „TomTom Golfer 2“ im Praxistest

Als leidenschaftlicher Golfer und Autotester dachte ich bei TomTom zuerst an ein Navigationsgerät. Doch das niederländische Unternehmen produziert auch Produkte im Sport- und Fitness-Bereich. TomTom hat mit der zweiten Generation Golfuhr den Wettbewerb mit dem Platzhirsch Garmin aufgenommen. Dank eines Golffreundes konnte ich mich persönlich von der Qualität der TomTom Golfer 2 beim Lufthansa Mediencup Golfturnier überzeugen.

Im Lieferumfang befindet sich die TomTom Golfuhr, die Dockingstation und das TomTom Benutzerhandbuch (49 Seiten). Die Akkulaufzeit beträgt im GPS Modus ca. zehn Stunden, die Uhr ist wasserdicht (5 ATM)und wiegt 53 Gramm. Auf einer Displaygröße von 22x 25mm zeigt sie dem Golfer präzise Distanzen, aktuelle Platzdaten (über 40.000 Golfplätze), Kalorien, Rundenzeiten, die Ansicht des Grüns, Anzahl der Schläge u.s.w. in sechs Sprachen, darunter auch deutsch, an. Der Kaufpreis beträgt aktuell 249 Euro.

Bevor es auf die Runde geht, sollte der Golfer die Uhr auf ihren Ladezustand überprüfen. Um mindestens eine 18 Loch Golfrunde (ca. 5-6 Stunden Spielzeit) spielen zu können, muss die Uhr voll aufgeladen sein. Am Ende der Runde werden auch noch einige Batteriereserven benötigt, um das gesamte Spielergebnis per App auf das Smartphone spielen zu können. Am besten eignet sich dafür die TomTom Mysports App. Wenn die App vor dem Spiel aktiviert wurde, aktualisiert sie auch gleich den zu spielenden Golfplatz.

Voll aufgeladen ging es dann auf die Runde. Die Einstellung ist durch die 1-Knopf Steuerung sehr einfach. Der Platz wird automatisch gefunden und beim normalen Spiel findet die Uhr auch gleich das Loch 1. Etwas komplizierter wird es beim Kanonenstart, hier muss der Golfer selbst das passende Startloch einstellen. Die Uhr zeigt präzise die Entfernung zum Green an und ein zusätzlicher Entfernungsmesser kann in der Tasche bleiben. Bunker, Wasserhindernisse oder die Detailansicht des Grüns lassen sich auf dem Display gut anzeigen. Sollte die Sonne direkt auf das Display scheinen, muss man leider die Uhr hin und her bewegen, um die Ergebnisse ablesen zu können.

Laut Herstellerangeben, wer ließt schon eine Bedienungsanleitung im Zeitalter modernster Technik, erfolgt eine automatische Schlagerkennung. Das hat mehr oder weniger gut funktioniert. So wie der Putt auf dem Grün wieder selbst eingestellt werden muss, so sollte der Golfspieler auch die Anzahl der Schläge nach jedem gespielten Loch überprüfen. Probeschwünge wurden bei mir immer mitgezählt oder der eine oder andere Schlag vergessen. Zu beachten ist ebenfalls, das Strafschläge manuell hinzugefügt werden müssen. Einige Medienvertreter sprachen über die Golfuhr vom persönlichen Caddy, wenn das so wäre, hätte ich beim letzten Golfturnier, wo ich diese Uhr testete, mein persönliches Ergebnis um einiges verbessert.

Fazit: Nach sechs Stunden war das Golfturnier beendet und ich war mit meinem erspielten Ergebnis und der Uhr sehr zufrieden. Einige kleine Randbemerkungen möchte ich trotzdem loswerden. Die optische Gestaltung der Golfuhr könnte ein wenig Farbe gebrauchen, egal ob es die grafische Darstellung ist oder das Golfarmband. Das Material der Armbanduhr ist ebenfalls verbesserungswürdig, nach sechs Stunden bei 29 Grad Sommertemperatur fängt das Armband an zu kleben. Aber das sind Kleinigkeiten, denn das Preis-Leistungsverhältnis ist stimmig.

von Ralf Rachfahl