Alles wächst bei Volkswagen – auch der neue Polo

Die sechste Generation des Kleinwagens VW Polo wird im spanischen Werk Pamplona gebaut. Ein Schelm der denken könnte, der Polo sieht aus wie der Seat Ibiza. Darum hat Volkswagen die Außenmaße in Richtung Mini-Golf geschoben und gleich zahlreiche Assistenzsysteme aus Golf und Passat in den Polo eingebaut. Unterschied muss sein.

Bei der internationalen Fahrpräsentation des neuen VW Polo konnte ich bei den Testfahrten erste Eindrücke gewinnen und war überrascht.

Volkswagen produziert seit 2012 auf der MQB-Plattform und hat mit diesem modularen Querbaukasten die Basis für zahlreiche Gemeinsamkeiten geschaffen. Der neue Polo ist jetzt 4,05 Meter lang (+7 Zentimeter), sein Radstand beträgt jetzt 2,56 Meter (+9,4 Zentimeter) und seine Breite 1.95 mit Außenspiegel (+7 Zentimeter). Sein Kofferraumvolumen beträgt 351 (+71 Liter) und kann durch Umklappen der Rücksitze auf 1.125 Liter erweitert werden. Das Platzangebot im Innenraum kann sich sehen lassen, auch die auf den hinteren Plätzen sitzenden Passagiere haben viel Platz. Die acht farblich abgestimmten Innenraumfarben sind mit den 14 Außenfarben optisch gut abgestimmt und sprechen besonders die jüngere Generation an. Das Armaturenbrett besitzt eine Kunststoffverkleidung mit farblichen Elementen, die den Innenraum positiv gestalten. Dazu tragen auch die volldigitalisierten Instrumente und das hochauflösende Touchsreen mit Annäherungstechnik für Navigation und Infotainment bei. Selbstverständlich darf eine Smartphoneanbindung für Apple- und Android-Geräte nicht fehlen.

Bei meinen ersten Fahrten mit dem Polo 1.0 TSI DSG (70 kW / 95 PS) und dem Polo 1.0 TSI (70 kW / 95 PS) mit 5–Gang-Getriebe machte sich die MQB-Plattform bemerkbar: hohe Steifigkeit, kaum Fahrgeräusche, direktes Lenken und ein komfortables Fahren. Nervig war nur die Klimaanlage, die dank der sommerlichen Außentemperaturen dachte, sie müsse im Innenraum eine besonders kalte Frischluft produzieren. Die Klimaanlage ließ sich auch nicht regeln.

Der Käufer hat die Wahl zwischen drei Ausstattungsversionen: „Trendline“, „Comfortline“ und „Highline“ und einer Sonderversion „Beats“, hier findet er jeden zusätzlichen Komfort. Die besonderen Käuferbedürfnisse nach mehr Sicherheit auch im Kleinwagensegment stellt VW vor keine schwierige Aufgabe. Bereits in der Basisausstattung „Trendline“ sind Frontassistent mit Fußgängererkennung und City-Notbremssystem an Bord.

Trotz der Dieselproblematik bleibt Volkswagen auch diesem Segment treu. Neben sechs Benzinmotoren (von 48 kW / 65PS bis 147 kW / 200 PS) mit 5-Gang-Getriebe bis hin zum 7-Gang-DSG werden auch zwei Dieselmotoren von 59 kW / 80 PS und 70 kW / 95 PS mit 5-Gang-Getriebe und 7-Gang DSG angeboten. Alle Motoren sind serienmäßig mit Start-Stopp-System und Rekuperationsmodus ausgestattet. Eine entsprechende Auswahl der zur Verfügung stehenden Motoren für den Polo erhöht auch den Kaufpreis. Erstmals steht im Polo ein sparsamer und sauberer 1.0 TGI 66 kW / 90PS Erdgasmotor mit 5-Gang-Getriebe zur Verfügung, hier steht der Kaufpreis noch nicht fest.

Mit Sicherheit wird Volkswagen wieder an die alten Verkaufszahlen (14 Millionen seit Markteinführung 1975) anknüpfen. Volkswagen ist der Meinung, dass gerade die Kunden vom neuen Polo besonders auf ein Preis-Leistungsverhältnis achten werden. Der Einstiegspreis beginnt mit der Markteinführung im September 2017 bei 12.975 Euro (+225 Euro gegenüber dem Vorgänger). Der 70 kW / 95 PS TSI mit 7-Gang-DSG steht laut Volkswagen in der Ausstattung Highline für 19.575 Euro bereit. Billig bzw. preiswert ist der VW Polo damit nicht.

von RR