Mit dem Hyundai IONIQ Hybrid unterwegs in Berlin

Der koreanische Autohersteller Hyundai startete im Oktober 2016 mit dem Hyundai IONIQ Hybrid. Wir berichteten. Rotierende Seiten wollte jetzt den Hyundai IONIQ Hybrid ohne Ladekabel auf Berliner Straßen testen. Das Positive vorab: Der Hyundai IONIQ ist gut im Verbrauch, sieht top aus und bietet viel Platz für die Passagiere und im Kofferraum. Positiv ist sein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Die Symbiose

Das Besondere am IONIQ ist das Zusammenspiel von elektrischem Antrieb (32 kW) und einem 1,6 Liter-Benzindirekteinspritzer (77 kW), die eine einzigartige Symbiose ergeben. Beide Systeme zusammen bieten eine Systemleistung von 104 kW (141 PS) und einen maximalen Drehmoment von 265 Newtonmetern.

Der IONIQ ist eine Schräghecklimousine mit Frontantrieb und wiegt im Leergewicht 1,5 Tonnen. Sein 4-Zylinder Verbrennungsmotor verbirgt sich wie gewohnt unter der Motorhaube, wobei die Lithium-Polymer-Akkus (1,56 kWh) unter der Rücksitzbank ihren Platz gefunden haben.

Wer sportliches Fahren erwartet, wird beim IONIQ etwas enttäuscht. Der Hersteller verspricht zwar innerhalb von 10,8 Sekunden auf Tempo 100km/h zu kommen, dazu verfügt der Gangwahlhebel (automatisches 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe) über einen Sportmodus. Dieser Modus wird auch im Hauptinstrument durch einen Farbwechsel (blau in rot) angezeigt. Überholvorgänge sollten jedoch vorab richtig eingeschätzt werden, Sprintqualität fehlt beim IONIQ. Bei längeren Fahrten auf der Autobahn schafft der IONIQ die Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h. Allerdings ist der Hybrid für aggressives Fahren auch nicht vorgesehen, denn der Akku wird rasant leer und der Spritverbrauch erhöht sich rapide.

Bemerkenswert ist, dass kein Kabel zum Aufladen der Akkus benötigt wird, weil durch den Benzinmotor bzw. durch Rekuperation die Akkus wieder aufgeladen werden. Aber ob man im elektrischen Modus oder im Benzinmodus fährt, habe ich nur an den Motorengeräuschen wahrgenommen. Angezeigt wurde es nur, wenn der Fahrer das selbst am Monitor einstellt. Im Übrigen wurden im gesamten Testzeitraum bei 850 Kilometern kein einziges Mal die Akkus voll aufgeladen. Am Ende der Testfahrten erreichte ich einen akzeptablen Verbrauch von 4,7 Litern und das bei einer Werksangabe von 3,9 Liter Kraftstoffverbrauch.

Der Komfort

Äußerlich merkt der Käufer die Handschrift vom Chefdesigner Peter Schreyer. Der IONIQ Hybrid erhielt den begehrten Red Dot Design Award 2016. Mit 4,47 Meter Länge, 2,06 Meter Breite und einer Höhe von 1,45 Metern besitzt der IONIQ einen besonderen Blickfang an der Frontparty, den schwarzen Kühlergrill in Hexagonalform. Neben seinen seitlichen LED-Tagfahrleuchten stechen die schmalen Bi-Xenon Scheinwerfer ins Auge.

Das dynamische Fließheck verfügt über eine weit öffnende Heckklappe, die ein bequemes Be- und Entladen gewährleistet. Der Kofferraum mit 443 Litern ist für dieses Fahrzeug optimal und kann bei Bedarf auf 1.505 Liter erweitert werden. Für ein familienfreundliches Fahrzeug spricht auch der doppelte Boden im Kofferraum. Unter der Kofferraumabdeckung befinden sich zwei einzelne Böden mit Fächern und im Innenraum sorgen weitere Ablagemöglichkeiten für Ordnung.

Mit 2,7 Metern Radstand finden bis zu fünf Insassen ausreichend Platz. Für den Fahrer wurden alle Bedienelemente so angelegt, dass sie übersichtlich und gut zu bedienen sind. Allerdings kann ich nicht verstehen, warum in einem modernen Fahrzeug eine antiquierte Fußfeststellbremse verbaut wurde. Bei sommerlichen Temperaturen ist die Klimaanlage sehr geräuschintensiv. Um Strom zu sparen, kann die Beifahrerseite per Tastendruck von der Belüftung genommen werden. Besser wäre wohl, wenn es eine Klimaanlage mit Temperaturregelung geben würde. Das Cockpit verfügt über die notwendigen Instrumente und ein Navigationssystem mit DAB-Radio. Gleichzeitig wird auf dem fünf Zoll großen Display der Kraftstoffverbrauch und der Energiefluss angezeigt.

Das Top Modell IONIQ Premium (Testwagenpreis 30.770 Euro) bietet neben zahlreichen Assistenzsystemen auch einen Totwinkel-Assistenten, Einparkhilfe vorne und Ledersitze mit Kühlung für Fahrer und Beifahrer. Die Sitzheizung funktioniert auf allen Plätzen. Auch im IONIQ Hybrid kann Apple CarPlay oder Google Auto mit dem Fahrzeug gekoppelt werden. Zusätzlich steht in der Mittelkonsole eine „Induktive Ladestation“ für Smartphones zur Verfügung, vorausgesetzt, das Smartphone ist dafür eingerichtet. Zum Schluss der Preis. Hyundai bietet beim IONIQ Hybrid die drei Ausstattungen „Trend“, „Style“ und „Premium“ an. Der Einstiegspreis beträgt 23.900 Euro. Dafür bekommt der Käufer zwar keine Top-Ausstattung, aber die Grundausstattung ist solide.

Fazit:

Der Hyundai IONIQ Hybrid ist ein im Design auffälliges Fahrzeug. Seine äußeren und inneren Werte sprechen umweltbewusste Bürger an. Sein Benzinverbrauch liegt in der Testphase in der Nähe der Werksangaben. Das Preis-Leistungsverhältnis kann mit jedem Wettbewerber standhalten.

von RR