Billig war gestern – Der neue Kia Sportage 2.0 CRDi

Wer glaubt, Kia wäre preiswert, der hat sich beim Kia Sportage bereits verrechnet. Der kompakte SUV ist ab 19.990 Euro (Basisausstattung) erhältlich. Dennoch ist der Kia Sportage das meistverkaufte Fahrzeug, zumindest nach Aussage von Kia Deutschland. Für meine Testfahrten wählte ich den Kia Sportage 2.0 CRDi 136 AWD in der Ausstattung „Spirit“ für 38.770 Euro.

Was der Käufer wissen sollte

Der Kia Sportage ist ein Kompakt-SUV mit einer sehr auffälligen, metallic bronze Lackierung. 2016 gewann der Sportage den „Red Dot Desing Award“  und den “iF Design-Award“. In der Basisversion sind bereits Klimaanlage, Audiosystem, Bordcomputer, Bergan- und Bergabfahrhilfe und 16-Zoll-LM-Felgen für 19.990 Euro an Bord. Das Testfahrzeug mit einem 2.0  CRDi 100  kW (136 PS) Dieselmotor und 6-Gang-Schaltgetriebe in der Ausstattung Spirit liegt dann gleich beim Grundpreis von 35.290 Euro. Kommt noch das Leder-Paket Nero, die Metallic-Lackierung und das Sportage-Technik-Paket hinzu, liegt der Endpreis bei 38.770 Euro.

Design

Bereits beim Eintreffen des Testfahrzeuges fällt mit die Außenfarbe „metalic bronze“ auf, die bei direkter Sonneneinstrahlung das Fahrzeug goldglänzend erscheinen lässt. Die Karosserie lässt die Muskeln spielen und das neue „Gesicht“ stärker wirken. Der breitere Kühlergrill wurde tiefer platziert. Der Kia Sportage ist in seiner Länge auf 4.48 Meter (plus 40 mm) gewachsen. Der höchste Punkt der Korosserie ist unverändert bei 1.635 Millimeter geblieben. Mit seinen kraftvoll ausgestellten Radhäusern und 19-Zoll-Leichtmetallfelgen wirkt die Seitenansicht sportlich und dynamisch. Die Heckansicht wirkt durch die Struktur der Heckklappe mit den Blinkleuchten und Rückfahrscheinwerfern breit und kompakt.

Innenraum

Der Innenraum ist allein durch den neuen Radstand von 2,67 Metern (plus 30 mm) gewachsen. Besonders die hinteren Passagiere profitieren davon. Der Sitzkomfort von Fahrer und Beifahrer ist meiner Meinung nach nicht erreicht. Die Sitze sind zwar breit und verfügen über Sitzheizung und zehnfach elektrisch einstellbare Sitzpositionen, bieten aber keinen Seitenhalt. Positiv dagegen ist das übersichtliche Cockpit. Das 7-Zoll-Navigationssystem mit Apple CarPlay und Android Auto mit Rückfahrkamera bringen schon etwas Luxus ins Fahrzeug. Die elektrisch anklappbaren Außenspiegel erweisen sich in engen Parkhäusern als sehr praktisch.

Der Gepäckraum ist von 465 Liter ebenfalls auf 503 Liter gewachsen. Die tieferliegende Ladekante (minus 33 mm) mit einer elektrisch öffnenden Kofferraumklappe erleichtert das Be- und Entladen. Wird die geteilte Rücksitzlehne vollständig umgeklappt, entsteht ein Gepäckraum von 1.492 Liter Volumen (bei dachhoher Beladung), ein Zuwachs von 139 Liter zum Vorgängermodell. Dieser Zuwachs macht es möglich, dass ich mein Golfbag mit einem Driver quer verstauen kann, ohne die Rücksitzlehne umklappen zu müssen.

Fahrkomfort

Mit dem 2,0-Liter-Turbodiesel und seinen 136 PS ging es dann vorwiegend durch Berlin. Das Sechsgang-Schaltgetriebe  schaltete leichtgängig, jedoch hatte ich manchmal das Gefühl, in einigen Gängen musste mehr Kraft aufgewendet werden. Auch die Werksangabe im Stadtverkehr, mit dem Turbodiesel nur 6,0 Liter zu verbrauchen, wurde von mir nicht erreicht. Mein Verbrauch lag bei 8,1 Litern und es kann keiner behaupten, ich bin durch Berlin gefegt. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 184 km/h erreicht und die Beschleunigung mit 10,5 Sekunden von Null auf 100 km/h (beides Werksangeben) konnte ich im dichten Berliner Verkehr nicht ausprobieren.

Der Fahrer kann sich jedoch über zahlreiche Assistenzsysteme an Bord freuen. Besonders erfreulich ist die Bildqualität der Rückfahrkamera sowie der Querverkehrswarner. Gewöhnungsbedürftig ist der reaktionsschnelle „Autonome Notbremsassistent“, der das  eine oder andere Mal aktiv geworden ist, obwohl keine Gefahr eines Unfalls bestanden hat.

Mein Fazit

Insgesamt werden sechs Ausstattungen (Attract, Edition 7, Vision, Spirit, GT Line und Platinum Edition) angeboten. Ich hatte für 38.770 Euro noch nicht die TOP-Version. Positiv im Kia Sportage sind die hohe Sitzposition und das große Raumangebot für Passagiere und Gepäck. Optisch fällt der Kia Sportage durch sein Top-Design auf. Sein Fahrspaß wird etwas gedämpft durch seinen hohen Dieselkraftstoffverbrauch. Aber für 38.770 Euro erhält der Käufer ja noch ein umfassendes 7-Jahre-Kia-Qualitätsversprechen, das eine 7-Jahre-Kia-Herstellergarantie, 7-Jahre-Kia-Mobilitätsgarantie und das 7-Jahre-Kia-Navigationskarten-Update beinhaltet.

von RR