Berliner Bienen fliegen auf Deutsche Bahn

Wir wissen, dass die Geschichte von Biene und Mensch eine gemeinsame Erfolgsgeschichte ist. Der Mensch braucht für seine Ernährung die bestäubenden Insekten, sie sind lebenswichtig und unverzichtbar für das Ökosystem. Seit einigen Jahren sorgt der Mensch durch den Einsatz von Pestiziden für den Verlust von Bienenvölkern. Aber nicht nur der Mensch ist schuld am Bienensterben. In diesem Winter sind allein in Brandenburg 40 Prozent der Bienenvölker durch die Varroamilbe gestorben.

Aus diesem Grund ist es besonders erfreulich, dass die Deutsche Bahn in Zusammenarbeit mit der Bundespolitik die Hobby-Imker unterstützt. Die Bahn stellt bundesweit 500.000 Quadratmeter nicht mehr benötigtes Betriebsgelände kostenlos den Hobby-Imkern zur Verfügung. „Seit Ende Oktober 2016 haben sich über 1100 Hobby-Imker bei der Deutschen Bahn beworben und ein Ende ist nicht abzusehen“, so der Mitinitiator und Leiter des Umweltbereichs im Konzern der Deutsche Bahn, Andreas Gehlhaar.

Deutsche Bahn unterstützt Hobby-Imker.
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Die Deutsche Bahn stellt stillgelegte Schienen für Hobby-Imker zur Verfügung.
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65.000 Bienen befinden sich auf dem DB Gelände in Schöneberg.

Karsten Schischke, Hobby-Imker aus Berlin, ist mit seinen 65.000 Mitarbeitern (zwei Bienenvölker) vom Standort auf dem verwilderten Bahngelände des Cheruskerparks in Schöneberg begeistert. Die Bienen finden in Flugweite zahlreiche Wildkräuter und einen vielfältigen Baumbestand an Kastanien, Robinien, Linden, Sträucher. Hauptberuflich ist Schischke wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fraunhofer Gesellschaft und seit 16 Jahren begeisterter Imker. Er vermittelt sein Wissen in Lehrgängen an den Nachwuchs weiter und unterstützt den Verein „Über den Tellerrand“.

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Bärbel Höhn und Andreas Gehlhaar entnahmen die ersten Waben und verkosteten den frisch gewonnen Honig.

Seit März sammeln die Bienen den ersten Nektar und am 23. Mai 2017 war es soweit: Der erste „Umwelthonig der Deutschen Bahn“ sollte geschleudert werden. Die Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit im Bundestag, Bärbel Höhn, und der Umweltchef der Deutschen Bahn, Andreas Gehlhaar, besichtigten die zwei Bienenvölker auf den Bahngleisen, entnahmen die ersten Waben und verkosteten den frisch gewonnen Honig.

Auf meine Nachfrage, wie viel Honig ein Volk liefern kann und wo der Umwelthonig verkauft wird, erhielt ich folgende Antwort: „Ein Volk liefert ca. 40 Kilogramm Honig und zum größten Teil nimmt die Deutsche Bahn diesen Honig ab. Dieser Honig wird nicht nur zum Erhalt der Artenvielfalt, sondern auch zur Finanzierung des Projektes ‚Über den Tellerrand‘ eingesetzt. In diesem Verein kochen und imkern Deutsche mit Flüchtlingen.“ Weitere Infos zum Projekt: https://ueberdentellerrandkochen.de/

von RR