Rupert Stadler über Audi-Visonen und nachhaltige Mobilität

Am Rande der Jahrespressekonferenz der Audi AG sprachen wir mit Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender der Audi AG und Mitglied im Rotary Club Ingolstadt, über Audi-Visionen und nachhaltige Mobilität sowie über das soziale Engagement der Audi Mitarbeiter.

Die Autobranche ist in Bewegung, nicht nur wegen der Dieselthematik. Audi setzt auf neue Antriebe, neue Assistenzsysteme und auf neue Allianzen. Worin sehen Sie die Stärken bei Audi?

Es gibt drei Mega-Trends, auf die wir attraktive Antworten geben werden. Es geht um die Elektrifizierung, Digitalisierung und die Urbanisierung. Unsere Stärke ist, wie konsequent und intensiv wir an diesen Themen arbeiten. Wir machen Audi schrittweise zur Digital Car Company, denn Digitalisierung ist die Grundlage aller zentralen Innovationen.

Die Audi AG investiert in Visionen wie das vernetzte Auto und das pilotierte Fahren. Glauben Sie, dass die Gesellschaft bereits heute schon reif dafür ist?

Davon bin ich überzeugt. Die Gesellschaft öffnet sich für neue Technologien, wenn diese bei attraktiven Kosten einen hohen Nutzen bieten. Mit dem vernetzen Auto und dem pilotierten Fahren wird der gesamte Verkehr künftig sicherer, flüssiger und effizienter. Davon profitieren alle, nicht nur der einzelne Autofahrer. Und was viele noch als Vision ansehen, ist doch schon ganz nah. 2017 bringen wir mit dem neuen Audi A8 das pilotierte Fahren bis 65 km/h in Serie. Und schon in diesem Jahr erweitern wir unsere Connect-Dienste um die ersten Car-to-X-Services. Dann können unsere Kunden die Vorteile der Schwarmintelligenz ganz konkret im Alltag erleben.

Sie planen bis 2016 eine Modelloffensive mit mehr als 20 neuen und überarbeiteten Modellen, unter anderem den SUV Audi Q2 und den SQ7. Worin sehen Sie den Schwerpunkt bei Audi?

Mit dem Q2 bringen wir einen coolen Lifestyle-SUV für die junge Generation in den Metropolen. Und im oberen Marktsegment bietet der SQ7 mit dem neuen 4-Liter-TDI und seinen drei Ladern eine Beschleunigung von Null auf Hundert in 4,8 Sekunden. Das ist Benchmark. Dazu kommen TT RS, R8 Spyder, das A5 Coupé und noch einiges mehr. Natürlich haben alle gemeinsam, dass jedes Modell in seinem Segment höchste Kundenansprüche an Qualität, Effizienz, Sportlichkeit und Connectivity erfüllt.

Um Wachstum zu sichern investiert Audi viel in die Ausbildung. Wie sieht das konkret in Deutschland aus und welche Berufsgruppen werden für die Zukunft besonders interessant sein?

Wir verstärken uns besonders in den Zukunftsfeldern IT, Connected Car und Elektrifizierung. Dafür stellen wir alleine in diesem Jahr 1200 Experten ein.
Gleichzeitig investieren wir in neue Studienprogramme wie Audi Dual und stocken die Zahl der Ausbildungsplätze um 10 Prozent auf. Aber mindestens genauso wichtig ist uns die Weiterbildung. Lebenslanges Lernen ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass wir unsere Spitzenposition verteidigen können.

Die Audi-Belegschaft engagiert sich in zahlreichen sozialen Projekten. Welche Projekte sollten 2016 und darüber hinaus unbedingt weiter begleitet werden?

Da gibt es ein großes Spektrum und das ist auch gut. Unsere Kollegen engagieren sich zum großen Teil aus eigenem Antrieb für Themen, die ihnen persönlich wichtig sind. Davon abgesehen ist die Integration von Flüchtlingen das bestimmende Thema der nächsten Jahre. Auch hier ist aus meiner Sicht Bildung entscheidend, weil Bildung nachhaltig auf die Zukunft einzahlt. Und diese Aufgabe nehmen wir an unseren Standorten schon heute wahr, zum Beispiel beim Projekt Schulklassen für Flüchtlinge in Ingolstadt.

Es gibt in Deutschland zahlreiche soziale Probleme. Aus diesem Grund engagieren sich viele Menschen in Hilfsorganisationen und Service Clubs. Gibt es gemeinsame Projekte zwischen Audi und dem RC Ingolstadt?

Wir haben ja einige Rotarier bei Audi. Alleine dadurch entsteht ein intensiver Austausch zwischen dem Unternehmen und dem Rotary Club. Und aus diesem gemeinsamen Ideenpool ergeben sich regelmäßig wichtige Impulse.