Wolf Rainer Hermel – ein Leben mit vielseitigen Aktivitäten

Wolf Rainer Hermel wurde im März 1940 in Berlin geboren. Sein Lebensweg war ehrgeizig. Viele Jahre bevor er in den verdienten Ruhestand ging, war er Vorstandsvorsitzender der Feuersozietät Öffentliche LebenBerlin Brandenburg AG. Heute engagiert sich Hermel in verschiedenen sozialen Netzwerken und Einrichtungen. Für Rotierende Seiten Anlass, sein Engagement etwas näher zu betrachten.

Rotierende Seiten: Sie sind gewähltes Mitglied des Deutschen Komitees für UNICEF e.V., eine Organisation im weltgrößten Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UN). Über 8.000 Ehrenamtliche engagieren sich in 150 Arbeitsgruppen in ganz Deutschland. Die Mitgliederversammlung wählt bis zu 60 Mitglieder, die besondere Fähigkeiten und Kontakte mitbringen. Was können Sie hier bewegen?

Wolf Rainer Hermel: 2013 war das Jubiläumsjahr (60) des Deutschen Komitees für Unicef und wir haben sehr viel erreicht. Über 80 Millionen Euro Spendengelder aus Deutschland wurden in Schulen, in Hygieneeinrichtungen, in die Bekämpfung von Mangelerscheinungen bei Kindern, in Polioimpfungen in zahlreichen Ländern investiert. Aber auch die unveränderten Bemühungen, die Kinderechte in das deutsche Grundgesetz einzubringen, sind zu nennen. Mittlerweile gibt es bereits 200 Arbeitsgruppen und die Aufgaben wachsen immer mehr, wie es auch die aktuellen politischen und kriegerischen Auseinandersetzungen zeigen. Meine eigenen Erfahrungen als Kind möchte ich heute nutzen, damit es Kindern weltweit besser geht. Ich kann nur empfehlen: Wer Kindern helfen will: jede Spende, insbesondere jede Patenschaft ist uns willkommen. Wer ehrenamtlich tatkräftig mitmachen will, kann sich sehr gern beim Deutschen Komitee für UNICEF e.V. oder direkt bei einer unserer Arbeitsgruppen bewerben. (www.unicef.)

Rotierende Seiten: Der Landesverband Berlin/Brandenburg der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen dient als Informationsstelle. Auch hier sind Sie Mitglied im Präsidium. Warum?

Wolf Rainer Hermel: Ziel der Deutschen Gesellschaft ist es, die Vereinten Nationen weiter verstärkt in die Öffentlichkeit zu tragen und ihre Aufgaben sowie die Millenniumsziele bekannt zu machen. Über 400 Mitglieder sind dafür in Berlin und Brandenburg aktiv unterwegs. Der Landesverband Berlin organisiert zudem seit 1995 in Kooperation mit der FreienUniversität die Teilnahme einer Studentengruppe an der „National Model United Nations Conference“ in New York. An der weltweit größten Simulation der Vereinten Nationen mit über 2.700 Studierenden aus 14 Staaten nehmen jährlich 20 Studierende aus Berlin teil.
Eine der wichtigsten aber auch ehrenhaftesten Projekte ist die Verleihung der Otto-Hahn-Friedensmedaille in Gold. Diese Medaille wurde zum Gedenken an das friedenspolitische und humanitäre Engagement des Kernchemikers, Nobelpreisträgers und Ehrenbürgers Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otto Hahn, von seinem Enkel Dietrich Hahn gestiftet. Seit 1988 wird diese Medaille in Berlin verliehen. Preisträger waren unter anderem Michail Gorbatschow, Lord Yehudi Menuhin oder der dreifache Schwergewichtsweltmeister im Boxen Muhammad Ali.

Rotierende Seiten: Als ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Öffentlichen Versicherungsgruppe engagieren Sie sich im SpectrumConcerts Berlin. Hier steht die Pflege des Kulturgutes Berlin / USA besonders im Mittelpunkt. Wofür steht Ihr Engagement in der Kultur?

Wolf Rainer Hermel: Spectrum Concert ist etwas ganz besonderes für Musikliebhaber in Berlin und den USA. Ich bin selbst leidenschaftlicher Freund der Kammermusik und so bin ich von Anfang an dabei. Leider gab es in der letzten Zeit finanzielle Probleme und Spectrum stand kurz vor der Insolvenz. Hier war besonders mein/unser Netzwerk gefragt, um diesem herausragenden Klangkörper die Zukunft zu sichern. Heute gehen wir in die 27. und planen die 28. Saison. Darüber hinaus engagiert sich Spectrum Concerts im Kosovo. In der einzigen Musikschule des Landes, in Prishtina, fördern wir mit Lehrveranstaltungen und Konzerten die weitere Entwicklung. Es ist eine Freude, die Aufgeschlossenheit und Begeisterung der jungen kosovarischen Künstler mitzuerleben.

Rotierende Seiten: Diese wichtigen ehrenamtlichen Funktionen begleiten Sie seit Jahren. Seit 1988 sind Sie auch Mitglied bei Rotary International. Wie schaffen Sie das alles?

Wolf Rainer Hermel: Nach meinem Ausstieg als Vorstandsvorsitzender musste ich meinen Tagesablauf erst selbst erlernen, wir waren ja teils ferngesteuert. Heute mit 74 Jahren ist das alles einfach. Strenge Terminplanung, mein freundschaftliches Netzwerk und die eingebauten Ruhephasen mit viel Lesen geben mir die Zuversicht, noch lange für die Gesellschaft aktiv sein zu können.

Rotierende Seiten: Rotary hat weltweit über 1.2 Millionen Mitglieder und auch hier hatten Sie bis heute viele Führungsfunktionen und das Image von Rotary steht ebenfalls im Mittelpunkt Ihrer Arbeit. Wie wird aus Ihrer Sicht Rotary in der Öffentlichkeit wahrgenommen?

Wolf Rainer Hermel: Rotary hat sich seit den 80er Jahren gut entwickelt. Mit der Öffnung für Frauen hat sich auch das Image nach außen verbessert. Die gemeinsamen Aktionen von Rotary und Unicef, wie z.B. die Bekämpfung der Kinderlähmung (Polio) oder die Reduzierung der Kindersterblichkeit, sind in der Darstellung der Öffentlichkeitsarbeit jedoch weiter verbesserungsbedürftig. Unicef oder andere Organisationen werden heute für diese Projekte als Initiatoren genannt. Vieles wurde erst durch Rotary International entwickelt, weltweit Spenden gesammelt und durch aktiven persönlichen Einsatz von Rotariern in der Welt umgesetzt. Solange es noch Rotarier gibt, die der Meinung sind, wir brauchen keine Öffentlichkeit, so lange wird es schwer sein, der Bevölkerung zu zeigen, was wir alles geleistet haben bzw. werden. Rotary ist eine der weltweit größten Serviceorganisationen und seit jetzt nahezu 110 Jahren wirksam tätig.

Rotierende Seiten: Was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft?

Wolf Rainer Hermel: Eine intakte Familie, viele gesunde Radtouren, Pflege meiner Freundschaften und meines Netzwerkes und natürlich das Wichtigste, gesund zu bleiben, um noch meine selbst gesteckten Ziele erreichen zu können.

Rotierende Seiten: Vielen Dank für das Interview und Ihnen weiterhin viel Kraft und Erfolg bei der Erfüllung Ihrer Ziele.

von RR